«Kofola»

12. Juli 2010 22:16; Akt: 12.07.2010 22:58 Print

Die Cola, die aus der Kälte kam

Kofola – einst von den Kommunisten als Konkurrenz zu den West-Colas geschaffen – tritt den Siegeszug an. Der ehemalige Ostblock ist bereits erobert.

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Das Ostblock-Kultgetränk Kofola ist daran, den Westen zu erobern.

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Die beste Zeit hatte die tschechoslowakische Cola-Kopie Kofola in den 70er-Jahren unter der kommunistischen Regierung. «Damals war der Konsum praktisch staatlich verordnet», so Sprecher Martin Klo­fanda gegenüber dem «Echo der Zeit». In den 90er-Jahren sei es dann zu einem regelrechten Einbruch des Geschäfts ge­kommen: «Die Leuten wollten Coke und ­Pepsi ausprobieren», so Klofanda. Inzwischen – rund 50 Jahre nach seiner ­Erfindung – ist Kofola aber wieder so beliebt wie zu den besten Zeiten.

In Tschechien und in der Slowakei verfügt die süsse Brause gar über einen höheren Marktanteil als die internationale Konkurrenz. Polen und Russland hat das einstige Kommunisten-Getränk bereits erobert.

«Jetzt wagen wir den Schritt nach Österreich und Deutschland», so Klofanda. Ob Kofola in Westeuropa Chancen hat, ist laut Getränkemarktexpertin Susanne Eichholz-Klein von BBE Retail eine Frage des Marketings. «Der Getränkemarkt ist hart umkämpft und sehr preisintensiv», so die Expertin. Wer beispielsweise in Deutschland bei der gros­sen Masse Erfolg haben wolle, sei auf einen starken Vertriebspartner wie grosse Discounter oder Supermarktketten angewiesen.

Eichholz-Klein sieht aber auch einen anderen Weg: «Die Positionierung als Nischenprodukt in Szene-Gastronomien ist auch eine Möglichkeit.» So hätten etwa Red Bull und Bionade Erfolg gehabt.

(rmd/20 Minuten)