Beliebtes Schweizer Getränk

05. Juli 2011 18:23; Akt: 06.07.2011 10:59 Print

Die Deutschen stehen auf Rivella

von Sandro Spaeth - Die Kampagnen zeigen Wirkung: Rivella verkaufte in Deutschland 60 Prozent mehr Getränke als im Vorjahr. Nun soll Michael Mittermeier dem Getränk zum grossen Durchbruch verhelfen.

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Michael Mittermeier als Rivella-Markenbotschafter für Deutschland. (Bild: Bildquelle: PD)

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«Rivella, das Nationalgetränk der Schweiz, überschwemmt jetzt auch ganz Deutschland», sagt Comedian Michael Mittemeier in einem TV-Spot im deutschen Fernsehen. Damit liegt der Komiker goldrichtig: Rivella konnte in Deutschland bereits zum zweiten Mal massiv zulegen. Nach einem Anstieg von 50 Prozent 2009 schossen die Rivella-Verkäufe im letzten Jahr sogar um 60 Prozent in die Höhe.

Türöffner für den Deutschen Markt war 2008 Emil Steinberger. Die Kampagne mit dem Schweizer Komiker unterstützte die Einführung des Milchserum-Getränks in den Städten Stuttgart und München. 2010 startete Rivella – ebenfalls mit Steinberger als Markenbotschafter – in Berlin, wo die Schweizer mittelfristig 500 Trendlokale beliefern wollen.

Mittermeiers erste Werbekampagne

Seit 2011 hat Rivella nun Hamburg ins Visier genommen und dafür den Kult-Komiker Mittermeier für eine Werbekampagne eingespannt – seine erste überhaupt. «Als Botschafter in Süddeutschland war Steinberger ideal, für den Norden brauchten wir aber eine bekanntere Persönlichkeit», erklärt Rivella-Sprecherin Monika Christener. Seit Ende März wirbt Mittermeier nun in TV- und Kino-Spots sowie im Radio und auf Plakaten für «die Erfrischung mit Schweizer Akzent».

Was Rivella für die Ausstrahlung der Mittermeier-Spots ausgibt, behält der Getränkehersteller für sich. Detailhandelsexperte Gotthard F. Wangler rechnet mit einem zweistelligen Millionenbetrag. «Rivella wird vorher in Testmärkten eruiert haben, dass ihr Produkt ankommt, weshalb sich die Werbeausgaben längerfristig rechnen dürften», so Wangler.

Laut dem deutschen Einzelhandelsexperten Dietmar Fuleda braucht es für eine flächendeckende Verbreitung Rivellas in Deutschland nicht nur viel Geld, sondern auch die entsprechende Kampagne: «Es muss klar sein, an welche Zielgruppe sich das Produkt richtet», so Fuleda. Ansonsten verpuffe die Werbung fast wirkungslos. Für Rivella müsse es drum gehen, ein Image zu transportieren.

In ganz Deutschland etablieren

In Deutschland fährt Rivella eine zweigleisige Strategie: «Als Schaufenster für unsere Marke nützen wir die Trend-Gastronomie», erklärt Rivella-Sprecherin Monika Christener. Die grossen Mengen würden aber über den Lebensmittel-Einzelhandel verkauft. Rivella ist beispielsweise in den Filialen von Galleria-Kaufhof sowie bei Karstadt erhältlich. Mittelfristig will sich Rivella aber in ganz Deutschland etablieren. «Wir haben bereits Pläne für den Start in einer nächsten Region», so Rivella-Sprecherin Christener. Ein interessantes Gebiet ist laut Fuleda wegen der Logistik das Ruhrgebiet mit den Städten Dortmund, Bochum und Düsseldorf sowie dem nahen Köln.

2010 war Rivella im Ausland so erfolgreich wie noch nie. Die Rothrister verkauften exakt 19,5 Millionen Liter ihres Getränks, was einem Plus von fast 10 Prozent entspricht. In Franken dürfte sich das Resultat wegen des schwachen Euros aber nicht in diesem Ausmass verbessert haben. Zwar sind beispielsweise auch die Werbekosten im Euroland gesunken, diese vermöchten die währungsbedingten Mindereinnahmen in Franken aber nicht aufzuheben, so Christener. Der Ertrag der Rivella-Gruppe sank im letzten Jahr um rund zwei Prozent auf 140 Millionen Franken.

Schweizer Geschäft harzt

Anders als in Deutschland läuft Rivellas Schweizer Geschäft schleppend. Die Rothrister verkauften hierzulande 2,4 Prozent weniger Getränke als im Vorjahr. Zu schaffen machen dürfte Rivella beispielsweise, dass Coop die Geschmacksrichtung gelb aus dem Sortiment verbannt hat. Zudem ist der Schweizer Getränkemarkt stark umkämpft, denn immer wieder machen andere Marken dem Milchserum-Getränk den Platz streitig. So will beispielsweise Sinalco – in den Achtzigerjahren ein Kultgetränk – zurück in die besten Plätze im Regal.

Insgesamt sank der Absatz der Rivella-Gruppe im letzten Jahr um 0,4 Prozent auf 103,3 Millionen Liter. Rivella macht dafür Veränderungen in der Gastronomie verantwortlich. Die klassische Gastronomie, wo Rivella eine starke Stellung hat, verliere an Boden. Ob die Wunderwaffe Mittermeier auch da etwas ausrichten kann?


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • andi am 06.07.2011 07:22 Report Diesen Beitrag melden

    schon seit jahren

    Schon seit Jahren muss ich bei Freunden- und Bekannten-Besuchen immer Rivella nach DE mitbringen. Aber ist ist hald so: entweder man liebt es oder man hasst es.

  • Peter am 06.07.2011 11:19 Report Diesen Beitrag melden

    Still

    Rivella wäre eigentlich gut, aber ich mag keine Kohlensäure. Vielleicht gibt es ja einmal ein Rivella still.

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  • Martin Müller am 05.07.2011 19:33 Report Diesen Beitrag melden

    Muffiges Gesöff in hässlicher Flasche

    Das Getränk ist in meinen Augen bünzlig, uncool und hat irgendwie ein staubig-muffiges image. Dazu noch die hässliche braune Flasche. Macht lieber was mit Sinalco, das hat noch Potential durch die Frische und die coolness.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Bastian am 06.07.2011 16:42 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nur Rivella

    In Deutschland ist auch Emmi Joghurt Nummer 1, lt. Stiftung Warentest. Hab ich erst vor 2 Wochen gelesen.

  • E.F. am 06.07.2011 14:48 Report Diesen Beitrag melden

    Nehmt eine Dose...

    ...macht ein schönes Design, füllt es mit Rivella, macht ein "cooles" Image und es würde sich auch in der Schweiz wieder verkaufen.

  • Chlini am 06.07.2011 12:10 Report Diesen Beitrag melden

    Eines meiner lieblings Getränke

    Ich liiiiiebe Rivella (blau). In Belgien und Holland trinkes sies ja auch. In England sind sie gescheitert. Denke die Deutschen werdens mögen. Es ist halt schwierig jemandem eine "Limonade?" zu verkaufen, die aus Milch gemacht wird.

    • david am 06.07.2011 15:11 Report Diesen Beitrag melden

      stimmt

      Schweizer Milchprodukt der besonderen Art xD

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  • Peter am 06.07.2011 11:19 Report Diesen Beitrag melden

    Still

    Rivella wäre eigentlich gut, aber ich mag keine Kohlensäure. Vielleicht gibt es ja einmal ein Rivella still.

    • Domi am 06.07.2011 15:38 Report Diesen Beitrag melden

      jawohl

      mag auch lieber Getränke ohne Kohlensäure, ein stilles Rivella wäre da sehr interessant (wäre wahrscheinlich einfach nicht so lange haltbar...)

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  • ehhhhhhhh am 06.07.2011 11:03 Report Diesen Beitrag melden

    es kann nur einen geben

    Mittermeier der Chef