Rekordstrafe

18. Juli 2018 03:51; Akt: 18.07.2018 13:42 Print

Rekordstrafe gegen Google

Die EU verdonnert den US-Konzern zu einer Busse von 4,3 Milliarden Euro – wegen der Zwangs-Apps bei Android.

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Die EU-Kommission verhängt gegen Google wegen des Missbrauchs der Marktmacht beim Smartphone-System Android eine Rekordstrafe in Höhe von rund 4,3 Milliarden Euro.

Es ist die bisher höchste Kartellstrafe aus Brüssel für ein einzelnes Unternehmen. Google war auch der vorherige Rekordhalter im Verfahren um die Shopping-Suche im vergangenen Jahr mit gut 2,4 Milliarden Euro.

Laut Medienberichten will die Kommission neben der Milliarden-Strafe auch Änderungen an Googles Geschäftsmodell bei Android durchsetzen.

Zwang-Apps auf Android

Die Kommission hatte das Android-Verfahren im April 2015 aufgenommen und dem Internet-Riesen ein Jahr später den Missbrauch einer marktbeherrschenden Position vorgeworfen. Google und der Mutterkonzern Alphabet weisen die Vorwürfe zurück: «Wir werden gegen die Entscheidung der Kommission Berufung einlegen», teilte ein Sprecher von Google am Mittwoch mit.

Android wird bei Google entwickelt, ist kostenlos für Geräte-Hersteller und kann von ihnen auch abgewandelt werden. Aber es gibt Einschränkungen, wenn sie Google-Apps wie GMail oder Maps auf die Geräte bringen.

Die Kommission stört sich unter anderem daran, dass Hersteller von Android-Smartphones, die Google-Dienste einbinden wollen, immer ein komplettes Paket aus elf Apps des Internet-Konzerns auf die Geräte bringen müssen. So kämen zum Beispiel auch Googles Browser Chrome und die Google-Suche auf die Geräte, selbst wenn ein Hersteller zum Beispiel nur die App-Plattform Play Store installieren wollen würde. Google kontert, ein Mindestangebot an Apps sei nötig, weil Nutzer Google-Dienste sonst nicht vernünftig einsetzen könnten.

Marktposition unfair abgesichert

Ausserdem kritisiert die Brüsseler Behörde die sogenannte «Anti-Fragmentierungs-Vereinbarung», gemäss der Anbieter von Geräten mit Google-Diensten nicht gleichzeitig auch Smartphones mit abgewandelten Android-Versionen verkaufen können. Der dritte Vorwurf der Kommission dreht sich darum, dass Google die Erlöse aus Werbung in der Such-App nur mit Geräte-Herstellern teile, wenn sie auf den Telefonen und Tablets Exklusivität geniesse.

Alles in allem sieht die Kommission in dem Vorgehen des Konzerns einen Versuch, die Marktposition seiner Online-Angebote auf Mobil-Geräten auf unfaire Weise gegen andere Dienste-Anbieter abzusichern.

Geld geht in den EU-Haushalt

Das einzige relevante andere Mobil-Betriebssystem ist die iOS-Plattform von Apples iPhones. Konkurrenz-Systeme wie Microsofts Windows Phone oder die Blackberry-Software hatten den Wettbewerb verloren.

Mit der Ausbreitung der Smartphones wird die Nutzung von Onlinediensten wie der Internet-Suche oder der Videoplattform YouTube auf Mobilgeräten zu einer immer wichtigeren Erlösquelle für Google.

Mit 4,3 Milliarden Euro würde Google sogar mehr zahlen müssen als ein Lastwagen-Kartell mehrerer Hersteller, das mit 3,8 Milliarden Euro zur Kasse gebeten worden war. Das Geld aus Kartellstrafen geht in den EU-Haushalt – die Fälle gehen aber oft jahrelang durch Gerichtsinstanzen.

Der Android-Fall ist das zweite Brüsseler Kartellverfahren gegen Google nach der Shopping-Suche, in einem dritten geht es um den Dienst «AdSense for Search», bei dem andere Internetseiten Google-Suchmasken einbinden können. Unter anderem schränke der Konzern die Möglichkeiten dieser Anbieter ein, auch Werbung von Googles Rivalen anzuzeigen, befand die Kommission.

(chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dani am 18.07.2018 06:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur weiter mit dem Bussen-Spiel

    Dann kommen die Amis wieder und Büssen unsere Banken 6nd Unternehmen... Zahlen kann eh alles der Konsument...

  • Al Capone am 18.07.2018 05:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die EU braucht Kohle...

    Die EU braucht eben Geld. Auf dem PC siehts nicht anders aus, nur dass dort Microsoft das Sagen hat.

    einklappen einklappen
  • Kopfschüttler am 18.07.2018 07:16 Report Diesen Beitrag melden

    Achsooo

    Von da kommen also die Milliarden, die sie Erdogan in den Rachen werfen...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Alfred A. am 20.07.2018 19:03 Report Diesen Beitrag melden

    Bei den Andern genau das Gleiche

    Die Sauerei mit den Zwangs-Apps ist ja nicht nur bei Google so. Den zwangsweise aufgedrückten App-Müll, der nur die Gerähte lahm macht, findet man bei all den Andern auch, egal ob Kommerz-, Hippie- oder Hipster-OS.

  • Thunder83 am 20.07.2018 12:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geldeintreibung

    Ist wie früher bei Microsoft mit dem IE Explorer. Aber, die Softwarehersteller entwickeln diese, da finde ich es korrekt dass Sie vorgaben machen. - Wenn das den Gerätehersteller stört, soll er sich um eigene Software bemühen.... Dies würde aber nicht aufgehen, da die bekannten App Stores google play und Apple sind.

  • Ein.Mensch am 19.07.2018 10:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zum Glück ist die Schweiz nicht in der EU

    Na dann könnte Google in der EU einfach sperren, so ist das Problem am schnellsten gelöst.

  • Berner Bär am 19.07.2018 09:57 Report Diesen Beitrag melden

    Finanzspritze für den Moloch

    Diese Busse ist nichts Anderes als eine Geldbeschaffung des korrupten Molochs EUdSSR, um sein Sterben zu verlängern.

  • Carlos am 18.07.2018 16:41 Report Diesen Beitrag melden

    Wirklich?!

    Das kann nicht deren Ernst sein oder?... Ich lese ein riesiges Mümümümü seitens Klägerschaft.