Streik-Drohungen

28. März 2011 13:16; Akt: 28.03.2011 16:42 Print

Die Gefahr eines Swiss-Streiks scheint gebannt

von Hans Peter Arnold - Die Piloten-Gewerkschaft Aeropers nimmt von einem Streik vorerst Abstand. Der Streit mit der Fluggesellschaft Swiss schwelt jedoch weiter.

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Die Swiss-Piloten werden vermutlich am 1. April nicht in den Streik treten. (Bild: Keystone)

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Seit einer Woche droht die Pilotengewerkschaft Aeropers mit dem Streik. Ab Freitag könnten deshalb Dutzende von Swiss-Maschinen am Zürcher Flughafen auf dem Boden bleiben. Aeropers hatte die Verhandlungen zu einem neuen Gesamtarbeitsvertrag für gescheitert erklärt.

In der Zwischenzeit hat die Airline allen Piloten in einem Brief ein Angebot unterbreitet. Die Verbesserungen würden einen Mehrwert von 15 Prozent bringen: Die effektive Lohnerhöhung beträgt drei Prozent; dazu kommen zwei zusätzliche Ferientage, mehr Pensionskassenbeiträge, eine Erfolgsbeteiligung sowie weitere Leistungen. Aeropers hatte jedoch einen Mehrwert von 25 Prozent gefordert.

«Bei einem Streik verlieren alle»

Nun nimmt die Aeropers von einem Streik Abstand. Sie teilte am Montagnachmittag mit: «Bei einem Streik würden alle Parteien verlieren.» Um die aktuelle Blockade zu lösen, hat der Verband sich heute mit einem Brief an die Kantonale Einigungsstelle zur Beilegung von kollektiven Arbeitsstreitigkeiten (Zürich) gewandt. Aeropers gebe die Hoffnung nicht auf, ein für die Zuverlässigkeit und Sicherheit des Flugbetriebs notwendiges Minimum an Verbesserungen bei den Arbeitsbedingungen doch noch auf dem Verhandlungsweg zu erreichen. Präsident Rolf Odermatt: «Wir werden alles daran setzen, einen Streik zu vermeiden.» Aber angesichts der Verantwortung gegenüber den Passagieren und Familien müsse die Swiss sich endlich bewegen und nun endlich wieder ins Personal investieren, statt mit fetten Gewinnen nur die Lufthansa zu erfreuen.

Über Verhandlungstaktik der Swiss verärgert

Die Stimmung unter den Sozialpartnern bleibt jedoch schlecht. Das Vertrauen in den Verhandlungspartner sei massiv gestört, weil die Swiss nicht mehr direkt mit der Gewerkschaft, sondern über die Medien verhandeln würde. Thomas Steffen von Aeropers meint gegenüber 20 Minuten Online: «Wir sind grundsätzlich weiter gesprächsbereit.» Er hakt nach: «Der publik gemachte Brief von Swiss an die Piloten ist für uns kein formelles Angebot. Verhandlungen finden nur am Verhandlungstisch statt, nicht über veröffentlichte Briefe.»

Der Swiss wären im Falle eines Streiks die Hände weitgehend gebunden. Dass Lufthansa-Piloten Swiss-Maschinen fliegen, sei ausgeschlossen, meinte ein Aviatik-Experte. Immerhin: Theoretisch möglich wäre der Einsatz von Lufthansa-Maschinen, die auch von deutschen Piloten geflogen würden.