Boeing und Airbus

10. November 2010 23:15; Akt: 01.04.2011 15:01 Print

Die Giganten der Lüfte haben Probleme

von Kristen Gelineau, dapd - Sie wurden als neue Superflieger angepriesen. Nun sind die neuen Flugzeuge der Luftfahrtgiganten Airbus und Boeing in Turbulenzen geraten.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Airbus und Boeing haben massive Probleme mit ihren neuen Flugzeugen. Nach Qantas und Singapore Airlines hat auch Lufthansa am Mittwoch an einem Airbus A380 ein Rolls-Royce-Triebwerk ausgebaut. Das sei vorsorglich geschehen, sagte Sprecher Thomas Jachnow in Frankfurt am Main. Es sei ein Problem festgestellt worden, das nun weiter untersucht werden müsse.

Es habe aber nichts mit den Ölspuren an Triebwerken bei Maschinen von Qantas und Singapore Airlines zu tun. Der Fall sei «komplett anders gelagert». Boeing setzte weitere Testflüge mit der neuen 787 («Dreamliner») aus, weil eine Maschine während eines Testflugs notlanden musste, als Rauch in der Kabine auftrat.

Airbus-Chef Tom Enders sagte in Berlin, beim Triebwerksversagen des Qantas-A380 in Singapur vergangene Woche handele es sich einen gravierenden Vorfall. Rolls Royce arbeite intensiv an der Ursachenforschung. Airbus unterstütze das. Er vertraue darauf, das die Ursachen bald gefunden würden.

Er sehe in den Problemen aber keinen Serienfehler der Rolls-Royce-Triebwerke. Den Fluggästen könne er immer noch empfehlen, in einen A380 zu steigen. Über wirtschaftliche Auswirkungen wollte Enders nicht spekulieren. Es gebe bei Airbus keinerlei Abbestellungen auch keinerlei Diskussionen über Stornierungen.

«Dreamliner» notgelandet

Bei der Notlandung des Boeing «Dreamliners» in Laredo im US-Staat Texas wurde die Besatzung in Sicherheit gebracht. Dies ist der jüngste Rückschlag für Boeing bei der Entwicklung der Maschine, die bereits drei Jahre länger dauert als ursprünglich geplant.

Die Boeing 787 sollte im kommenden Jahr erstmals nach Japan ausgeliefert werden. Der Rumpf des Flugzeugs besteht aus leichten Verbundstoffen, die zu einem geringen Treibstoffverbrauch beitragen sollen. Der Kurs der Boeing Aktie fiel am Mittwoch zum Beginn des Handels um fast drei Prozent.

Lufthansa erklärte in Frankfurt, die Entscheidung zum Ausbau des Triebwerkes sei mit Zustimmung von Rolls-Royce getroffen worden. Die Lufthansa Technik halte in Frankfurt drei Triebwerke vorrätig, sagte Jachnow. Die Maschine sei aus Tokio gekommen und sollte am Donnerstag wieder dorthin fliegen.

Der Ausbau sei während der normalen Standzeit in Frankfurt geschehen. Jachnow zufolge bekommt die Lufthansa am 16. November ihren vierten A380. Die Maschine solle am 19. November erstmals nach Peking fliegen, weil hier nun drei Landungen pro Woche erlaubt seien, statt wie bislang eine.

Auch Singapore Airlines benutzt drei der Superjumbos wegen Ölverschmutzungen, die bei Kontrollen der Triebwerke entdeckt wurden, vorerst nicht. Die Flugzeuge sollten ohne Passagiere von Melbourne, Sydney und London nach Singapur gebracht und dort mit neuen Triebwerken ausgestattet werden. Erst am Montag hatte die australische Fluggesellschaft Qantas mitgeteilt, dass in drei weiteren Triebwerken Öllecks gefunden wurden.

Triebwerke werden überprüft

Die Rolls-Royce-Triebwerke des Typs Trent 900 werden intensiver überprüft, nachdem ein Qantas-Airbus A380 in Singapur notlanden müssen, weil ein Triebwerk im Steigflug explodiert war. Teile davon hatten den Flügel durchschlagen. Ein weiteres Triebwerk liess sich nach der Landung zunächst nicht abstellen. Die australische Flugsicherheitsbehörde sucht nun nach den Resten von Turbinenscheiben auf der bei Singapur gelegenen Insel Batam, die zu Indonesien gehört und von Industriegebieten durchzogen ist.