Alphabet

04. Dezember 2019 02:12; Akt: 04.12.2019 05:43 Print

Die Google-Gründer treten ab

Larry Page und Sergey Brin ziehen sich vom operativen Geschäft im Mutterkonzern Alphabet zurück.

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Nun ins zweite Glied: Sergey Brin (links) und Larry Page haben Google 1998 gegründet. (AP/Keystone/Paul Sakuma/Archiv)

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Schon seit Jahren war von Google-Mitgründer Larry Page kaum etwas zu hören, obwohl er an der Spitze des Dachkonzerns Alphabet stand. Jetzt bekommt Google-Chef Sundar Pichai auch die Führung bei der Mutter – in einer schwierigen Zeit für den Internet-Riesen.

Google-Chef Sundar Pichai übernimmt nach dem Rückzug der beiden Gründer aus dem Tagesgeschäft nun auch die Führung beim Mutterkonzern Alphabet. Larry Page und Sergey Brin, die den Internet-Konzern vor mehr als 20 Jahren gegründet hatten, behalten aber Sitze im Verwaltungsrat, der dem Vorstand übergeordnet ist. Sie haben zudem auf Dauer starken Einfluss durch besondere Aktien mit mehr Stimmrechten.

Page war zuletzt Alphabet-Chef, Brin hielt im Management einen Posten als «President» mit einem nicht näher beschriebenen Aufgabenbereich.

Kaum in der Öffentlichkeit

Branchenbeobachter spekulierten bereits seit einiger Zeit über die Zukunft von Page: Der 46-jährige liess sich kaum in der Öffentlichkeit blicken. Er überliess Pichai bereits zum Beispiel auch die Telefonkonferenzen mit Analysten nach Vorlage der Quartalszahlen.

«Wir waren nie welche, die sich an Management-Positionen klammern, wenn wir denken, dass es einen besseren Weg gibt, das Unternehmen zu leiten», verkündeten Page und Brin in einem gemeinsamen Eintrag im Firmen-Blog.

Alphabet war 2015 als Konzerndach über Google gesetzt worden. Die Idee war, diverse neue Bereiche als eigenständige Schwesterfirmen neben Google zu führen. Page wechselte damals von der Google-Spitze in den Chefposten bei Alphabet. Pichai übernahm die Führung bei Google. Diesen Job wird er behalten.

Im Visier der Wettbewerbshüter

Zu Alphabet gehören heute zum Beispiel die Roboterauto-Firma Waymo und der Lieferdrohnen-Entwickler Wing. Die Einnahmen kommen allerdings nach wie vor fast ausschliesslich aus dem Werbegeschäft von Google. Die anderen Alphabet-Firmen mit ihren neuen Technologien erzeugen hohe Kosten bei überschaubaren Umsätzen. Die Stärke des Google-Geschäfts liess aber die Aktie in diesem Jahr bisher um rund ein Viertel zulegen.

Der Konzern steht jedoch – genauso wie andere amerikanische Tech-Schwergewichte unter verstärktem politischen Druck. Inzwischen nehmen auch die lange wohlwollenden US-Wettbewerbshüter Google ins Visier. In Europa verhängte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager bereits Strafen von mehr als acht Milliarden Euro gegen Google. Der Internet-Konzern steckte sie locker weg.

Page war in der Anfangszeit Chef von Google, räumte dann den Platz für den erfahrenen Software-Manager Eric Schmidt und kehrte 2011 wieder an die Google-Spitze zurück. Die Alphabet-Mitteilung machte nun deutlich, dass die beiden Gründer keine Ambitionen haben, irgendwann noch einmal wieder ins Management zurückzukommen.

(fal/chk/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Einstein am 04.12.2019 12:56 Report Diesen Beitrag melden

    Geschichtsträchtige Typen

    Die beiden haben auf jeden Fall die Menschheit massiv geprägt.

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  • G. Elder am 04.12.2019 09:43 Report Diesen Beitrag melden

    Was heisst hier abtreten?

    Sitzen immer noch im VR und haben immer noch die Stimmenmehrheit und können weiterhin fast alles bestimmen!

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  • Herr Kleiderbügeli am 04.12.2019 10:58 Report Diesen Beitrag melden

    genyu

    Sitzen immer noch im VR und haben immer noch genug zu Käffelen !

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Die neusten Leser-Kommentare

  • ThomJ am 05.12.2019 16:21 Report Diesen Beitrag melden

    ?whatComesNext()

    Vieleicht friemeln die Beiden an was coolem wie dereinst Elon Musk. :-) Mit dem Martini in der Hand auf der Megajacht rumshippern ist doch nix für die...

  • Bing Bong am 04.12.2019 19:29 Report Diesen Beitrag melden

    Mit Fake Resultaten zu Milliardären

    Google war seit Anbeginn nur eine Fake-Suchmaschine. Die zwei Gründer haben die Dummheit der Menschen zu ihren eigenen Gunsten genutzt und sind dabei sehr reich geworden. Sie haben erkannt, dass man nur zig Tausend Suchresultate vortäuschen muss, da man nach der 3. Seite aufhört die Ergebnisse anzuschauen. Schon mal darauf geachtet? Blättert man in den Resultaten weiter, nehmen die Ergebnisse ab der 3. Seite rapide ab. Genau so funktioniert Google.

  • Schweizer Bürger am 04.12.2019 18:39 Report Diesen Beitrag melden

    Die grössten Vordenker unserer Zeit

    Die meisten Leute denken ja immer noch Google sei einfach eine Suchmaschine. Aber so schlicht Google sich präsentiert so krass ist all das was dahinter steht. Das Ziel der beiden war von Anfang an nicht eine Suchmaschine, sondern virtuelle Intelligenz zu schaffen. Es gibt heute nichts das Google und was allers dahinter steht auch im Entfertesten das Wasser reichen kann. Google Books ist z.B. daran, sämtliche Welktbibliotheken zu digitalisieren. Youtube gehört Google. Google hat die personalisierte Werbung erfunden. Google Earth und Street View haben das Entdecken der Welt revolutioniert. Etc.

    • auswanderer am 04.12.2019 21:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Schweizer Bürger

      Naja youtube wurde ja wie auch android aufgekauft. Es gibt unzählige produkte die google fallen liess. Es ist halt nicht alles Gold was glänzt.

    • G.Heimi am 05.12.2019 11:09 Report Diesen Beitrag melden

      Google wurde in der Anfangszeit

      unter anderem von CIA und NSA finanziert. Google war nie eine 'Grassroots'-Firma wie es oft dargestellt wird, sondern war massiv gepusht, auch hier in der Schweiz.

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  • A.Surrer am 04.12.2019 18:29 Report Diesen Beitrag melden

    Zur Info:

    Diesen beiden gehören 51.3% der Stimmrechtsaktien, ihr Vermögen wird auf je 50 Milliarden geschätzt, Börsenwert von Google ca 1000 Milliarden. Also besitzen auch diese Jungs nur ca 10% des Aktienkapital. Wo bleibt bitte hier der Aufschrei aller Medien und Kommentatoren, wie damals bei Sika? Sogar Bill Gates (der auch mehr Stimmrechtsaktien als Kapitalaktien von M$ besitzt) hatte sich einmischen müssen, dabei ist es vollkommen Normal mehr Stimmrechtsaktien als Kapitalaktien zu besitzen. Schlimm war das sogar das Kantonsgericht unter öffentlichem Druck den Medien Recht gaben, 68er Richter halt.

    • loungebob am 04.12.2019 20:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @A.Surrer

      Es muss schwer sein, wenn man nicht Differenzieren kann. Die beiden "Jungs" haben Google gegründet, den Code selbst geschrieben, die Firma gross gemacht und sind seit jeher aktiv am Firmenerfolg beteiligt. Die geldgierigen Sika Erben wollten mit Vorsatz die Firma ins Ausland verscherbeln, wohl wissend, was danach passieren wird, ganz nach dem Motto, nach uns die Sintflut. Unabhängig davon, eine Aktie, eine Stimme. Alles Andere gehört verboten.

    • FGoogle am 05.12.2019 10:52 Report Diesen Beitrag melden

      Böse Seite Google

      Wenn ihr mal schaut was diese Gründer 2003 zu Presse gesagt haben und was sie heute machen. Dann sind es nicht mehr als Leugner. Zitat:"Google wird nie für Werbung gebraucht". Und heute verkaufen sie sogar unsere Daten an andere weiter. Tja Geld ändert die Meinungen schnell mal haha:)

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  • PhilippGlanzmann am 04.12.2019 15:44 Report Diesen Beitrag melden

    Mehr verdienen

    Die wollen doch nur weniger arbeiten steuern sparen und so mehr verdienen

    • Heinz Maier am 05.12.2019 04:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @PhilippGlanzmann

      Genau wie jeder normale arbeiter ja auch

    • Ferny Seher am 05.12.2019 09:06 Report Diesen Beitrag melden

      Wieso noch arbeiten?

      Also wenn ich soviel erreicht und erschaffen hätte wie die zwei und die Menge an Geld zur Verfügung hätte, dann würde ich auch bald mal keine Minute mehr arbeiten wollen.

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