Arbeitsmarkt

26. Juli 2015 08:14; Akt: 26.07.2015 08:20 Print

Die Hälfte aller Schweizer Firmen plant Stellenabbau

Turbulenzen auf dem Schweizer Arbeitsmarkt: Die Frankenstärke zwingt Unternehmen zu drastischen Massnahmen.

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Im Sommer sehr gefragt: Ein Arbeiter auf einer Baustelle in Sion. (Archivbild) (Bild: Keystone)

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Anfangs Monat hiess es noch, der Schweizer Arbeitsmarkt trotze dem Frankenschock. Im Juni war die Arbeitslosenrate auf 3,1 Prozent gesunken. Doch bereits im Herbst dürfte es auf dem Schweizer Arbeitsmarkt turbulent werden: 82 Prozent der Firmen planen laut «SonntagsZeitung» Massnahmen im Personalbereich wie Arbeitszeiterhöhungen bei gleichem Lohn oder nominale Lohnkürzungen.

Rund die Hälfte der Firmen müssten wohl zu noch drastischeren Massnahmen greifen. Diese könne gemäss dem Bericht nur mit Streichungen der Stellen die währungsbedingten Konkurrenznachteile ausgleichen. Der Personalabbau sei bereits heute in Planung. Das geht aus einer Umfrage des Beratungsunternehmens Deloitte, das Angaben von 111 Firmenchefs ausgewertet hat, hervor. Auch eine Umfrage der Nationalbank, SNB, ist beunruhigend: Zwei Drittel der Unternehmen gaben an, bis Juni Personalmassnahmen getroffen zu haben – bis hin zu Verlagerungen ins Ausland.

KOF: Arbeitslosenrate steigt auf 4 Prozent

Zuletzt war die Verunsicherung vor vier Jahren so hoch. Damals reagierte die Nationalbank mit der Einführung des Euromindestkurses. Dieser hat die SNB vor rund einem halben Jahr wieder aufgehoben. Zurück ist die Krise: Gemäss Credit Suisse sind die Exportaussichten der KMU auf ein Rekordtief gesunken, das Konjunkturbarometer der KOF ist im Juni auf den tiefsten Stand seit Dezember 2011 gefallen und auch die Zahl der offenen Stellen ist in den letzten Jahren um die Hälfte eingebrochen.

Die KOF schätzt, dass die Arbeitslosenrate Ende 2015 auf knapp 4 Prozent steigt. Allein die KMU der Maschinenindustrie befürchten, dass bis Ende Jahr weitere 3000 Stellen verlorengehen.

(woz)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • René am 26.07.2015 08:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    immer die gleiche Leier

    und wie grüsst das Murmeltier... Wie oft denn noch... Der böse Franken... Alle Jobs sind in Gefahr...Warum nicht mal, die Manager sind unfähig das Unternehmen in schwierigen Zeiten wieder fit zu bekommen. Die einzigste Lösung was ihnen einfällt ist Leute zu feuern... Ja dafür braucht es schon eine gute Ausbildung und Verstand um auf diese Idee zu kommen.

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  • T.R. am 26.07.2015 08:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selbsthilfe einmal für die eigenen Leute!

    Jetzt ist es aber höchste Zeit, das wir uns wieder auf uns als Schweizer Volk besinnen und uns selber etwas schützen. Liebe Unternehmen, denkt auch mal an die schweizer Bevölkerung und gebt diesen den Vorrang. Diese zahlen auch Steuern hier im eigenen Land und haben es verdient. Die Tausenden von Ausländern, die täglich mit dem Lohn über die Grenze "Heim" fahren kaufen auch nicht hier ein jnd stärken unsere Wirtschaft nicht. Die Fadenscheinige Entschuldigung von fehlenden "Fachkräften" kann ich bald nicht mehr hören. So bildet doch Leute im eigenen Land aus !!!

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  • Erik am 26.07.2015 08:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenn Arbeitnehmer gratis

    arbeiten würden, fänden Patrons trotzdem einen Grund zum Jammern...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Sandra Leutzinger am 27.07.2015 17:06 Report Diesen Beitrag melden

    Es wäre interessant

    zu wissen, wie viele der abgebauten Stellen auf EU-Einwanderer entfallen...

    • Rene W am 29.07.2015 12:52 Report Diesen Beitrag melden

      Es wäre interessant

      Es ware auch interessant wie viele der abgebauten Stellen auf die Befürworter der Aufhebung der Anbindung entfallen...

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  • Ruedi W. am 27.07.2015 12:41 Report Diesen Beitrag melden

    Soll das heißen, Gewinne optimieren?

    Komisch da sollen Leute entlassen werden, trotzdem werden immer noch Ausländer eingestellt. Wenn Leute entlassen werden sollen, müssen, damit die Gewinne hoch bleiben, dann ja dann müssen zuerst Grenzgänger, Ausländer entlassen werden. Sicher haben da einige Länder aus der EU Freude wenn sie für ihre entlassenen Staatsangehörigen Arbeit suchen müssen. Eine Möglichkeit weniger zu Nicken, Schweizer Mitarbeiter behalten, MEI durchsetzen

  • F. Gross am 27.07.2015 12:35 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn Arbeitgeber

    ihre Belegschaften nur noch als "Spielbälle" handhaben heisst das nichts anderes, als dass sie über zu viele gesetzliche Freiräume verfügen. Wir brauchen neue gesetzliche Schutzmechanismen für Schweizer Arbeitnehmer, welche die "Geiz ist geil"-Mentalität gewisser Wirtschaftskreise so weit wie möglich unterbinden. An Sozialpartnerschaft scheint die heutige Wirtschaft ja ohnehin nicht mehr interessiert zu sein.

  • Martin am 27.07.2015 09:22 Report Diesen Beitrag melden

    Die Schweiz hat ein Problem

    Das sind die überhöhten Mietzinsen und die Krankenkassenprämien. Wären diese 70% tiefer, so könnte der Schweizer auch für weniger Lohn arbeiten gehen und die Unternehmen müssten nicht ins Ausland auslagern oder Leute entlassen. Die Tatsache ist, dass die Unternehmen die Last der zu hohen Lebenskosten Schweiz mittragen.

  • Sandmänchen am 27.07.2015 09:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gute Nacht !

    Und irgendwann haben wir nur noch Häuptlinge, aber keine Indianer mehr.