Swissness ist in

29. August 2013 10:34; Akt: 29.08.2013 12:03 Print

Die Marke Schweiz ist pures Gold wert

von S. Zaugg - Topimage: Swissness steht für Qualität und Innovation, Präzision und Luxus – laut einer neuen Studie ist die Marke Schweiz weltweit beliebt wie nie.

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Victorinox: Die Marke Schweiz bietet das Potenzial, höhere Produktepreise zu erzielen. (Bild: Keystone/Matthias Schrader)

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Als Schweizer mochte man sich in der jüngeren Vergangenheit am liebsten beschämt verkriechen. Die Sommerloch-Posse um ein Luxus-Täschli sorgte weltweit für unrühmliche Schlagzeilen («Rassismus in Zürich») und immer neue Skandale um Schweizer Finanzinstitute («UBS büsst für Libor-Skandal») schienen das Image einer verlässlichen Schweiz nachhaltig ramponiert zu haben – und in Bremgarten orteten die Postillen ein neues Apartheid-Regime («Freibäder und Kirchen tabu für Asylbewerber»).

Die Vermutung lag nahe: Die Schweiz ist ein Land auf dem absteigenden Ast.

Mitnichten. Die Aussenwahrnehmung der Schweiz ist nach wie vor positiv. Mehr noch: Das weltweite Image der Schweiz habe in den letzten Jahren nicht gelitten, sondern sei, entgegen der Wahrnehmung in der Schweiz, sogar noch besser geworden. Zu diesem Schluss kommen die Autoren der Studie «Swissness Worldwide 2013», die von der Universität St. Gallen und der htp St. Gallen Managementberatung in Zusammenarbeit mit Jung von Matt / Limmat und der GfK Switzerland durchgeführt wurde.

Der Schweiz, so die Studienautoren, gelinge das Kunststück, sowohl rational zu punkten und hochgradig respektiert zu werden als auch emotional gut bewertet und damit geliebt zu werden.

Swissness zieht noch immer

Laut der Studie sind Käufer im In- und Ausland sogar bereit, für Schweizer Produkte deutlich mehr Geld auszugeben als für Artikel aus anderen Ländern. Die Marke Schweiz sei pures Gold wert, so die Studienautoren. Sie biete das Potenzial, höhere Produktepreise zu erzielen. So löse Swissness insbesondere in Ländern wie China, Japan oder Indien die höchste Zahlungsbereitschaft aus. Vor allem in den Wachstumsmärkten sei die Marke Schweiz exzellent positioniert.

Gestützt wird diese These vom Umstand, dass beispielsweise Inder bereit seien, für eine Schweizer Tafelschokolade 65 Prozent mehr als für Schoggi ohne Herkunftsbezeichnung zu bezahlen. Japaner hätten bei Uhren eine mehr als doppelt so hohe Zahlungsbereitschaft, wenn sie aus der Schweiz stammten. «Allerdings differiert die Zahlungsbereitschaft für und somit auch der Mehrwert von Swissness stark nach Produkt und Markt», schreiben die Studienautoren.

Qualität und Zuverlässigkeit

Thomas Binggeli ist CEO von BMC Switzerland und bringt auf den Punkt, warum die Marke Schweiz so wertvoll ist: «Mehr als unsere Mitbewerber können wir die Vorteile des Standorts Schweiz und die damit verbundenen Imagefaktoren am Markt ausspielen, in dem wir unsere Produkte als ‹Hightech made in Switzerland› ausweisen.» Es seien diese Fakten, die BMC am Markt in eine vorteilhafte Position bringen, lässt sich Binggeli in der Studie zitieren.

Für Carl Elsener, CEO von Victorinox, kann Swissness jedoch auch Nachteile haben: «Weil wir unsere eigene Messlatte enorm hoch legen. Wir müssen laufend höchste Standards erfüllen und die Kosten trotzdem im Griff behalten.»

Das ist die Kehrseite der Medaille. Vor allem die asiatische Klientel ist in letzter Zeit mit hohen – fast zu hohen – Ansprüchen an Schweizer Produkte aufgefallen. Das zeigt: Schweizer Produkte stehen unter einer verschärften Beobachtung.

Kopf an Kopf mit Deutschland

Die Marke Schweiz wird als «vertrauenswürdig, luxuriös und exklusiv sowie traditionell im positiven Sinn wahrgenommen». Das wiederum schlägt sich in einem hohen Status für die Besitzer nieder. «Die gute qualitative Beurteilung geht einher mit einer Wahrnehmung als etwas teurere Produkte. Qualität und Zuverlässigkeit sind international die wichtigsten Treiber einer guten Wahrnehmung. Schweizer Produkte sind deswegen hervorragend positioniert», so die Studienautoren.

Obwohl die Schweiz und Deutschland sehr unterschiedlich wahrgenommen werden – der nördliche Nachbar also weniger für Schokolade, Uhren, Käse und Alpen bekannt ist, sondern für Bier, Autos, Würste und Fussball – ist Deutschland härtester Schweizer Konkurrent. Laut Studie werden die Produkte beider Länder ähnlich bewertet. Von den ersten Verfolgern USA und Japan haben sich die Schweiz und Deutschland etwas abgesetzt. Grund: Beide Länder sind wirtschaftlich sehr gut aufgestellt – und geniessen eine hohe Glaubwürdigkeit.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bauexperte am 29.08.2013 11:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    das selbe am Bau!

    Wer Schweizer Produkte kauft achtet auf Qualität,erbringt Qualität und stärkt unser Land. Die andere kaufen durchschnittliche Qualität, erbringen durchschnittliche Qualität und schwächen unsere Wirtschaft. Langfristig profitieren die, die auf Swissness setzen.

    einklappen einklappen
  • Leserin ek am 29.08.2013 11:48 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht in die EU!!

    Währen wir in der EU und hätte alles was da kam einfach annehmen müssen gäbe heute kein SWISSNESS. Wir hääten das Niveau nicht halten können. Da wäre vieles verloren gegangen!!!

  • Arnoldo am 29.08.2013 11:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer Produkte erwünscht!

    Für Schweizer - Produkte bin ich gerne bereit etwas mehr zu bezahlen,wenn drin ist was draufsteht! Ob das so ist,bin ich mir nicht immer so sicher.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Emma Keller am 29.08.2013 12:23 Report Diesen Beitrag melden

    Sigg

    mein Thermoskrug wurde mir in den USA fast weggerissen..:-)

  • Remmler am 29.08.2013 12:19 Report Diesen Beitrag melden

    Swissness

    ein uneinig Volk von Flüchtlingen.

  • ganon am 29.08.2013 12:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    verkriechen?

    Ich versteh nicht warum man sich verkriechen sollte wegen den vorfällen die da aufeschrieben wurden. Das mit der Tasche .. naja blöd gelaufen. Aber das die Asylanten so viele rechte haben versteh ich gar nicht die sollen froh sein das sie hier sein dürfen egal in welchem abgeschiedenen Bunker sie leben. Wenns ihnen nicht passt dann tschüss!

  • L. Kieser am 29.08.2013 12:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Toll, wir unterstützen die luxus geilheit asiens

    Stolz? Von stolz kann nicht die rede sein..die konsumgeilheit und luxusjagt in chinas oberer sozialschicht ist beängstigend (habe 5 monate in peking gelebt) und grässlich. In indien (bin 2 monaten gerreist) ist die schere zwischen reich und arm auf der strasse so gross wie in kein anderem land. zudem stammen die materialien für uhren unter anderem aus mineralien von minen in Bolivien. Die arbeitsverhältnisse dort sind scheusslich (war selbst da). Stolz wäre ich wenn die marke "schweiz" nicht den luxuskonsum und die materialgesellschaft unterstützen würde..

  • Belluga am 29.08.2013 12:12 Report Diesen Beitrag melden

    Swissness

    Müssen die Arbeiter da auch CH sein. Wir beschäftigen einige Migranten. Qualität ist anders...