Übergrössen

09. März 2011 16:23; Akt: 09.03.2011 19:06 Print

Die Modebranche buhlt um Dicke und Lange

Wer nicht wie Barbie aussieht, hatte bei der Kleidersuche bislang wenig zu lachen. Das dürfte sich nun ändern. Modemacher haben das Geschäft mit Übergrössen entdeckt.

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Dünn, dünner, am dünnsten. So lautet das Motto der Modebranche. Wer nicht ins Schema der langbeinigen und superschlanken Barbie-Puppen passt, guckte bislang in die Röhre. Doch die Modebranche kommt langsam auf dem Boden der Realität an: Jeder zehnte Erwachsene hat heute einen Body-Mass-Index von über 30 und gilt damit als fettleibig. Der prozentuale Anteil der übergewichtigen Weltbevölkerung hat sich seit 1980 verdoppelt.

Der Schweizer Textil-Konzern Charles Voegele wirbt zwar seit Neustem mit den Glamour-Schwestern Mónica und Penélope Cruz sowie dem Sexsymbol Til Schweiger und will sich so ein moderneres Image verpassen. Charles Vögele hat aber auch die Übergrössen-Linie Grandiosa eingeführt. Die Frauenkleider ab Grösse 48 machen bereits zwei Prozent des Umsatzes aus (28 Mio. Fr.).

Starkes Wachstumspotenzial

«Wir sehen bei den Übergrössen aber noch starkes Wachstumspotenzial, weil sich die Körperformen verändern und rechnen damit, dass sich die Umsätze innert fünf Jahren mindestens verdoppeln», erklärt André Maeder, CEO von Charles Voegele. Möglich sei, dass der Konzern die Linie auch auf eine Herrenkollektion ausweite. Das Ziel: Auch Übergewichtige sollen modische Kleider haben können. Besondere Herausforderung: Kleider für festere Menschen müssen bequem sein (zum Beispiel weite und moderne Schnitte) und trotzdem gut aussehen. Auch das Warenhaus Manor überlegt sich laut Sprecherin Elle Steinbrecher, mittelfristig eine eigene Linie für Übergrössen zu lancieren.

Dass bei den Dicken in der Schweiz Wachstumspotenzial vorhanden ist, zeigt auch der Erfolg des Modehauses Ulla Popken. Das deutsche Übergrössenlabel führt in der Schweiz bereits seit mehr als zehn Jahren Boutiquen und einen Versandhandel. «In dieser Zeit sind wir stetig gewachsen. Besonders bei den grossen Nummern bis zu Grösse 64 beobachten wir einen starken Anstieg», so Claudia Puchinger, Filialleiterin in Zürich. Nach dem Erfolg bei den Frauen hat das Label auch einen Versandhandel für die Herrenkollektion aufgezogen.

Angebote für Lange

Beim Modehaus PKZ machen Übergrössen bereits vier Prozent des Umsatzes aus. Und laut CEO Olivier Burger besteht weiter grosses Wachstumspotenzial. «Es kann gut sein, dass wir in fünf Jahren schon fünf Prozent Umsatzanteil in diesem Segment machen», sagt er. Bei PKZ sind allerdings vor allem die so genannten Langgrössen die Umsatztreiber. Für sie gibt es bereits eine eigene Ecke, den «Tall Man Corner». «Insbesondere hier erweitern wir ständig das Angebot. Denn die Menschen werden immer grösser»,erklärt Burger. Das Angebot reicht von überlangen Hosen, über Vestons und Hemden mit längeren Ärmeln bis zu Krawatten, die bei Zweimeter-Männern nicht schon am Bauchnabel enden.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • slimline am 10.03.2011 08:51 Report Diesen Beitrag melden

    untergrössen

    Und was ist mit all den Untergrössen? wäre an der Zeit, auch mal was für uns zu tun! Ist noch schwierig schuhe in 33/34 und kleider in grösse 32 zu finden, die man als erwachsene auch noch tragen kann...

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  • pam am 09.03.2011 17:55 Report Diesen Beitrag melden

    damenschuhe

    was jetzt noch fehlt sind vermehrt damenschuhe grösser als 42!!!! viele junge frauen haben probleme normale schuhe, ausser turnschuhen zu kaufen!

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  • tall man am 09.03.2011 16:33 Report Diesen Beitrag melden

    tall man

    ich hoffe ich finde jetzt vermehrt hemden die nicht schon beim baunabel aufhören oder der ärmel nur bis zum ellbogen reichen!!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Erwin am 12.03.2011 19:47 Report Diesen Beitrag melden

    keine abzocke mit marken

    ich suche geschäfte wo man extrem billig brauchbare klamotten bekommt nicht diese abzocke mit marken

  • David am 10.03.2011 11:27 Report Diesen Beitrag melden

    Tolle Entwicklung

    Das finde ich toll. Endlich muss ich nicht mehr ins Zeltgeschäft gehen oder beim Zirkus nachfragen, ob sie noch Plane übrig haben. Und auch der Gang zum Grosshändler für Innendekorationstextilien bleibt mir erspart.

  • slimline am 10.03.2011 08:51 Report Diesen Beitrag melden

    untergrössen

    Und was ist mit all den Untergrössen? wäre an der Zeit, auch mal was für uns zu tun! Ist noch schwierig schuhe in 33/34 und kleider in grösse 32 zu finden, die man als erwachsene auch noch tragen kann...

    • didi am 14.03.2011 14:41 Report Diesen Beitrag melden

      Alles zu gross

      Ja, da bin ich auch immer beschränkt. Vor allem bei business Kleidung habe ich keine chance! Mir ist alles zu gross! :-(

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  • Silver am 10.03.2011 08:44 Report Diesen Beitrag melden

    Einmal merken es auch die Letzten

    Es gibt wohl kaum eine Branche, die mehr am Konsumenten vorbei produziert als die Kleiderbranche. Überall steht es, jeder weiss es: die Menschen werden immer älter, die Alten sind in der Überzahl, die Menschen werden immer dicker und immer grösser. Was will man uns aber verkaufen? Barbie-Puppen Mode in Kindergrösse! Die Kleider-Ramschläden (Schuhe auch) nehmen immer mehr zu; echte Qualität und Style gibt es nur noch in wenigen Geschäften.

  • Dennis am 10.03.2011 05:28 Report Diesen Beitrag melden

    .....

    Das fängt an über die Kleider und geht bis hin zu den Schuhen. Die meisten max. Schuhgrössen sind immer noch 46. Ab 47/48 wird es selten. Und das in der heutigen Zeit? Dieser sog. BMI müsste auch mit einer neun Formel berechnet werden!!! Was ist mit den Sportlern? Generell sollte sich die Mode auch etwas nach Menschen richten, die sich gern sportlich verausgaben. Diese Leute haben dann auch die entsprechende Figur (V Form). Zieht man Standard von der Stange an (was meiner Meinung nach schon nach auf die "rundgefressene" Masse (Bervölkerung) ausgelegt ist) sieht man aus wie ein Jutesack.