Alibaba und Co.

21. Januar 2016 21:03; Akt: 21.01.2016 21:03 Print

Die Post legt bei Päckli aus China drauf

Schweizer bestellen vermehrt bei chinesischen Online-Händlern. Ein Schnäppchen machen dabei aber nur die Besteller; für die Post ist der Transport ein Verlustgeschäft.

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Immer mehr Schweizer Online-Shopper decken sich auf chinesischen Internetplattformen wie Aliexpress mit Elektronikzubehör ein. Das spürt auch die Schweizerische Post: 2015 lieferte das Unternehmen 2,5 Millionen Kleinwaren-Sendungen aus China aus, wie die «Handelszeitung» berichtet.

Damit hat sich das Sendevolumen gegenüber dem Vorjahr verdoppelt. Um die wachsende Zahl an Paketen aus China verarbeiten zu können, wurden im Briefzentrum Zürich-Mülligen acht neue Temporärstellen geschaffen, wie es bei der Post auf Anfrage von 20 Minuten heisst.

Vergütung deckt Kosten nicht

Bei der Post schlägt sich der Boom der China-Ware allerdings nicht nur positiv nieder. Für die Zustellung der Pakete in der Schweiz stellt die Post den Chinesen die Kosten in Rechnung. Doch die Vergütungen, welche der Schweizer Staatsbetrieb aus Fernost erhält, sind zu klein, um die hohen Kosten für die Zustellung zu tragen.

«Heruntergerechnet auf die Einzelsendung deckt die Vergütung die Vollkosten nicht», sagt Postmail-Chef Ulrich Hurni. Grund dafür ist eine Regelung beim Weltpostverein, der den Chinesen den Status eines Entwicklungslandes zuweist und ihnen so günstigere Konditionen im grenzübergreifenden Postverkehr einräumt.

«Grobe Wettbewerbsverzerrung»

Die Schweizer Versandhändler ärgern sich über die Bevorzugung Chinas im internationalen Postgeschäft. Laut Patrick Kessler, Präsident des Versandhandelsverbands, bezahlen die Schweizer E-Commerce-Händler für die Zustellung ihrer Ware drei- bis viermal mehr als chinesische Händler.

Das sei eine grobe Wettbewerbsverzerrung, sagt Kessler. Es spiele sich hier eine absurde Variante der Globalisierung ab: «Die Schweizer Post – und damit indirekt die Schweizer Händler –müssen den chinesischen Online-Handel subventionieren.»

(lin/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jammer Jammer am 21.01.2016 21:29 Report Diesen Beitrag melden

    Null Mitleid

    Ev. sollte man auch hervorheben wie die Post im Inland bei den Paketen dafür die Leute unverschämt abzockt. Ganz zu schweigen von den überrissenen Gebühren beim Verzollen etc. Irgendwie kommt kein Mitleid auf.

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  • David F am 21.01.2016 21:12 Report Diesen Beitrag melden

    Tja so ist es

    Tja, jedem sein Dilemma.... wenn ich zu Fuss über die Grenze gehe und einkaufe, habe ich eine 300.- Limite für den Zoll. Bestelle ich auf Internet, werden die Zollgebühren schon ab genau 60 Euro verrechnet..... Jedem sein Joch..... ;)

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  • savbn am 21.01.2016 21:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Versandkosten

    Ich bestelle manchmal in China, nur weil es keine Versandkosten gibt

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Heiri Müller am 22.01.2016 22:38 Report Diesen Beitrag melden

    Reine Abzocke

    Die Post soll aufhören zu klagen. Die verdienen noch viel zu viel auch an der Verzollung. Öffnet die Post ein Paket muss man schon 30 CHF mehr zählen. Reine Abzocke. Die Post leistet immer weniger aber wird immer teurer. Die sollen sich schämen.

  • Pöstler am 22.01.2016 18:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Post gejammer

    Das ewige gejammer über Die Post und deren entwicklung verdanken wir unseren, vom Volk, gewählten Politiker! Die folgen der ach so Freien Marktwirtschft wird noch ganz andere Veränderungen bei der Post in Zukunft bringen! Also wem dies nicht passt dänke bei denn nächsten Wahlen daran oder wird selber Politisch Aktiv um diese Entwicklung zu stoppen oder zu bremsen! Fact's: 1. Die Post muss einen bestimmten Satz des Gewinn jährlich dem Bund abliefern! 2. Deckung der Pensionskasse aus eigenleistungen! 3. Muss denn Gewinn Versteuern.... noch Fragen?

    • Sepp schurt am 22.01.2016 18:41 Report Diesen Beitrag melden

      Post

      Ja und die cio schefs verdienen immer noch milionen früher hat der Bund verdientes kam dem volk zugute ahv und der Director hatte 300 000 franken lohn aber alle schrien nach privatisieren es waren alle zufrieden und jetzt sind alle selber schuld an der misere

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  • Adal Bert am 22.01.2016 16:48 Report Diesen Beitrag melden

    Post kriegt den Hals nicht voll

    Schon für kleinste Warenmengen bezahlt man zusätzlich zum Zoll noch Abzocker-Bearbeitungsgebühren der Post. Diese sind Pauschal berechnet und nicht abhängig von den eigentlichen Kosten. Ich bin mir sicher, wenn alle Gebühren miteinberechnet würden ist das für die Post mehr als kostendeckend. Das ist wieder mal eine reine Nebelpetarde um den Konsumenten noch mehr Geld für nichts aus der Tasche zu holen. Aber dank politischen Seilschaften unter den Genossen wird das sicher wieder klappen.

  • LailaAgoston am 22.01.2016 16:18 Report Diesen Beitrag melden

    Post-Werbung

    PostPac Priority: Heute weg, morgen da ;)

  • Trigger am 22.01.2016 16:12 Report Diesen Beitrag melden

    Wie oft habt ihr eigentlich

    schon Fälschungen geliefert bekommen, die gar nicht funktionierten? Ich habe die China-Importe schon längst wieder aufgegeben. Ich kaufe lieber hier mit Garantie und kann wenn nötig auch einmal Reklamieren. Versuch das mal in China.

    • Be Steller am 22.01.2016 16:50 Report Diesen Beitrag melden

      reine Abzocke

      Wenn man die richtigen China-Shops kennt, bekommt man auch die original Ware, welche in unseren Märkten angeboten werden. Einfach günstiger und meist Versandkosten frei. Dauert halt etwas länger, aber wenns nicht eilt.. Letztes Jahr ein Paket aus DE 3kg mit Maschinenteile, Warenwert ca. 75, verlangt die Post noch für Verzollung, Versand, und und und CHF 35.-. Nie wieder!!

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