Bereinigung

26. November 2015 13:08; Akt: 26.11.2015 23:27 Print

Die Post trennt sich definitiv von Kiosk-Artikeln

Die als Gemischtwarenladen kritisierte Post bereinigt ihr Sortiment. Sie wirft unter anderem Snacks und Süssigkeiten aus den Poststellen.

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Die Post mistet ihr Angebot in den Poststellen aus. Künftig will sie keine Produkte mehr verkaufen, die nur eine «geringe Affinität zur Post» haben. Das bedeutet, dass der Minikiosk mit Süssigkeiten und Snacks verschwindet. Auch Produkte aus den Bereichen Heimelektronik, Spielwaren sowie Auto- und Haushaltsartikel gibt es künftig nicht mehr zu kaufen. Die Post beginnt im ersten Quartal 2016 mit der gestaffelten Umsetzung der Neuausrichtung.

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Der Staatsbetrieb war in der Vergangenheit immer wieder aufgrund seines Sortiments in den Poststellen kritisiert worden. Auch gab es verschiedene politische Vorstösse, die sich dieses Themas annahmen. Wohl auch unter diesem Gesichtspunkt lancierte die Post im Frühjahr einen Pilotversuch, bei dem in 20 Poststellen das Sortiment um ein Fünftel reduziert wurde. Nach Ablauf der Pilotphase entschied die Post nun, künftig in allen Poststellen auf ein reduziertes Angebot zu setzen.

500 Millionen Umsatz mit Drittprodukten

Jährlich erwirtschaftet die Post aus Verkäufen von Drittprodukten einen Umsatz von rund 500 Millionen Franken. Durch die Neuausrichtung des Sortiments wird die Post künftig auf einen Teil dieser Einnahmen verzichten müssen.

Drittprodukte hat die Post bereits seit dem Jahr 2000 im Sortiment. «Es geht darum, unsere Flächen sinnvoll zu nutzen», sagte Post-Sprecher Oliver Flüeler zu Beginn der Testphase zu 20 Minuten. Das Poststellennetz ist defizitär. Im letzten Jahr resultierte laut Flüeler ein Verlust von 100 Millionen Franken.

Weiterhin anbieten will die Post Behördendienstleistungen, Versicherungen oder Produkte und Dienstleistungen aus dem Telekommunikationsbereich. Ebenso bleiben Bücher, Papeterieartikel oder Geschenkkarten im Sortiment der Post.

«Eltern werden entspannter»

Bei der Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) freut man sich über die Pläne der Post. Die Konsumentenschützer hatten die Regale mit Süssigkeiten mehrmals kritisiert. «Wir freuen uns sehr, hat die Post auf unsere Argumente gehört und entschlackt ihr Sortiment», betont SKS-Geschäftsleiterin Sara Stalder. Nun würden Eltern wieder etwas entspannter mit ihren Kindern in der Post warten können. Laut SKS haben Migros und Lidl mit Familienkassen und Kassen ohne Süssigkeiten gezeigt, dass es auch ohne diese «Quengelzonen» geht.


(lin/sas)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pösteler am 26.11.2015 10:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gut

    Finde ich gut! Post soll nur post bleiben

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  • Dodo am 26.11.2015 10:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    super Idee

    super Idee, aufs Kerngeschäft konzentrieren und dann klappt es vielleicht auch wieder mit der korrekten Zustellung der Postsendungen.

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  • housi am 26.11.2015 10:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ist Zeit

    Endlich mal was Schlaues von der Post. Besser spät als nie!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Martial Kohler am 27.11.2015 16:27 Report Diesen Beitrag melden

    Alles hat seine Grenze...!

    Es brauchte sehr lange Zeit, aber die Post hat's endlich gecheckt... Am Schalter konnte man bald noch Fleischwaren, Cosmetics und Unterwäsche posten...

    • Postkunde am 27.11.2015 19:24 Report Diesen Beitrag melden

      @Martial Kohlen

      Sehe ich auch so. Auch Kondome wären demnächst erhältlich gewesen.

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  • Claudio Viscomi am 27.11.2015 16:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erziehungshilfe oder was?

    Dafür kann man in gegensatz das Sortiment mit Verpackungsmaterialien sowie Klebebänder, Brieföffner und weiteres.. Die sache mit den Kinder kann ich nicht verstehen: wenn es nein heisst, dann ist es halt so. Ich glaube nicht das es eine Erziehungshilfe sein wird, soll auch nicht so gesehen werden.

  • Cigi am 27.11.2015 16:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Vernunft siegt

    Gratuliere. Endlich können die Mitarbeiter aufatmen. 1 : 0 für die Vernunft!

  • Die Super-Nanny am 27.11.2015 15:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Quengelzonen

    Wenn ich das nur schon lese: Quengelzonen! Schlimm, dass Eltern heute mit ihren eigenen Kindern nicht mehr klarkommen. Hätten sie diese nämlich im Griff und würde nicht nur auf Symptombekämpfung gesetzt, indem man einfach alles wegräumt, was kleine Terroristen zu Trotzreaktionen anspornen könnte, bräuchte es keine Extrawürste mehr in Läden oder anderswo. Erziehung ist das Zauberwort.

  • briefkopf am 27.11.2015 14:52 Report Diesen Beitrag melden

    Wer geht denn noch zur Post?

    Ausser zur Auslieferung von Paketen, ist sie für nicht zu gebrauchen. Dennoch sehe ich täglich vollgestopfte Filialen, aber die meisten Leute sind ohne Pakete. Haben die noch nie was von Emails und E-Banking gehört?

    • E. Bank am 27.11.2015 15:10 Report Diesen Beitrag melden

      Einzahlen!

      E-Banking...gerade bei uns auf der (Gross-)Bank haben alle noch das gute, alte, gelbe Einzahlungsbüchlein - und das nicht ohne Grund!

    • Martial Kohler am 27.11.2015 16:31 Report Diesen Beitrag melden

      Die Post ist out...

      briefkopf, die Männer machen dieser Gang vorallem für die attraktive Beamtinnen...!

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