Neues Angebot

10. Juli 2014 16:21; Akt: 10.07.2014 16:21 Print

Die Post verkauft jetzt auch Rasenmäher

Das Angebot im Post-Shop wird immer grösser. Jetzt gibt es neuerdings auch Gartengeräte und Heimwerker-Artikel zu kaufen. Experten sind skeptisch.

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In einer Post-Filiale kann man weitaus mehr als nur Briefe und Pakete aufgeben. Jetzt gibts im Shop sogar Rasenmäher zu kaufen. (Bild: Keystone/urs Flueeler)

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Handys, Bücher, Süssigkeiten und Haushaltsartikel: Dass die Post ihr Angebot im hauseigenen Shop laufend ausbaut, ist bekannt. Doch jetzt hat der Konzern einen weiteren Schritt gewagt. Seit einigen Tagen gibt es in den Filialen Gartengeräte und Heimwerker-Artikel zu kaufen. Rasenmäher, Heckenscheren und Bohrmaschinen können direkt am Schalter gekauft werden.

Die Käufer müssen sich allerdings gedulden, bis sie ihre erstandenen Artikel erhalten , wie «Le Matin» schreibt. Einen Rasenmäher einfach so unter den Arm zu packen und nach Hause zu tragen, das klappt nicht so einfach. «Es gibt Artikel, die der Kunde direkt mitnehmen kann, und andere, die nach Hause geliefert werden», erklärt Postsprecher Oliver Flüeler der Zeitung.

Bedrohung für Kleinunternehmen

Doch Experten stehen diesem Angebot skeptisch gegenüber. Was passiert, wenn die Maschine mal defekt ist? «Natürlich können Sie den Rasenmäher an den Schalter bringen, aber er wird dreckig und voller Gras sein», scherzt Flüeler. «Das scheint mir nicht die einfachste Lösung zu sein.» Tatsächlich würden Reparaturen wie gewöhnlich vom Hersteller selbst ausgeführt. «Mit dem Produkt erhalten die Kunden auch eine Erklärung, im Fall eines Problems den Herstellerservice zu kontaktieren», so Flüeler.

Auch wenn der Plan für die Post aufzugehen scheint, Fachleute sind nur wenig überzeugt. Helena Druey, Generalsekretärin vom Lausanner Handelsverband sagt: «Einen Rasenmäher zu kaufen benötigt technische Beratung. Von den Angestellten kann man nicht verlangen, dass sie alles wissen.»

Für Kleinunternehmen könne das Postangebot ausserdem weitreichende Folgen haben. «Ihr Marktsegment wird von einem grossen Akteur besetzt, der von seiner Bekanntheit profitiert», sagt Druey gegenüber «Le Matin». Die Post scheint dieser Umstand nicht daran zu hindern, ihr Angebot weiter auszubauen. Immerhin konnte der Konzern 2013 dank des Postshops 500 Millionen Franken verdienen.

(vro)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Oliver S. am 10.07.2014 16:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zurück zum Kerngeschäft

    Die Post soll sich besser auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und die Fehlerquoten bei Zustellungen minimieren als sich in Sachen einmischen, von denen sie eh keine Ahnung hat!

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  • Walter am 10.07.2014 16:52 Report Diesen Beitrag melden

    Kaufen, kaufen bis zum Kollaps

    Kaufen, kaufen bis zum Kollaps. Es ist schon nervig genug, dass inzwischen jede Poststelle wie ein Kiosk aussieht. Ich mag wohl der einzige sein, doch ich ignoriere konsequent dieses Angebot der Post. Und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wer sich denn einen Rasenmäher bei der Post kaufen will? Da geht man doch besser in die Landi oder ins Fachgeschäft.

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  • Hansueli Thut Seengen am 10.07.2014 16:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ramschladen

    Die Post ist fuer mich ein Ramschladen geworden . Der Vorstand sollte sich wieder mehr auf mehr Gedanken machen welche Aufgabe die Post hat. Rasenmaeher. Kaffeemaschinen und duschenschlaeuche haben in einer Poststelle nichts zu suchen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Matthias Tanner am 11.07.2014 20:45 Report Diesen Beitrag melden

    Gesetzliche Grundlage?

    Inwiefern haben Rasenmäher mit dem Zweck der Post, "Beförderung von Postsendungen und Stückgütern in standardisierten Behält- nissen sowie damit zusammenhängende Dienstleistungen", zu tun?

  • Carola Dolling am 11.07.2014 15:25 Report Diesen Beitrag melden

    Referendum

    Niemand ist mit der derzeitigen Situation in den Postfilialen zufrieden. Nicht die Kunden und nicht die Post Mitarbeiter. Der Service wird immer schlechter! Die eigentlichen Aufgaben eines Postangestellten treten durch den Ramschverkauf in den Hintergrund. Wie steht die Post wohl bei einem Referendum da?

  • Thomas am 11.07.2014 12:35 Report Diesen Beitrag melden

    Warteschlangen

    Ich nerv mich jedesmal, wenn ich zur Post gehe um etwas abzuholen oder aufzugeben (Einschreiben/Pakete). Lange Schlangen an allen Schaltern und was machen sie, Mobiltelefon Beratung oder sonst etwas, was nichts mit der Post zu tun hat. Papeterieartikel ist das einzige, was die Post meiner Meinung verkaufen dürfte. Zumindest nichts, wo es Beratung braucht.

  • Ruedi G. am 11.07.2014 12:33 Report Diesen Beitrag melden

    Kirchen als Einkaufstempel

    Bald werden die Kirchen noch zum Einkaufstempel, natürlich alle Artikel im Chor vorne, oder im Hauptgang bzw. beim Ein- bzw. Ausgang; alles mit der Werbebotschaft des auf der Kanzel und dem obligaten Segen. Amen

  • Faby am 11.07.2014 12:31 Report Diesen Beitrag melden

    Schuster bleib bei deinen Leisten....

    die sollen erst wieder ihren eigentlich job anständig machen. briefe und pakete verteilen! vorallem schauen das sie anständig zu ihren mitarbeitern sind, so das diese wieder anständig zu den kunden sind.