Eurokrise

09. Juni 2011 10:30; Akt: 09.06.2011 11:30 Print

Die Ratten verlassen das sinkende Schiff

Die deutschen Banken haben damit begonnen, ihr Kapital aus Griechenland abzuziehen. Damit brechen die Kreditinstitute ein Versprechen, das sie dem gebeutelten Land gegeben haben.

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Schlägt bald Griechenlands letztes Stündchen? (Bild: Keystone)

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Deutsche Banken haben sich der «Financial Times Deutschland» zufolge seit Anfang Mai 2010 von rund einem Drittel ihrer griechischen Anleihen getrennt. Das gehe aus den Bundesbank-Zahlen zu den Auslandsforderungen der Institute gegenüber dem griechischen Staat hervor, berichtete das Blatt in seiner Donnerstagausgabe. Demnach hielten die Banken im Januar und Februar 2011 griechische Anleihen im Wert von mehr als 10,3 Mrd. Euro. Ende April 2010 seien es noch 16 Milliarden Euro gewesen.

Der Rückgang der Anleihebestände in deutschen Geldhäusern zeigt der Zeitung zufolge, dass sich die deutschen Institute nicht an eine Verabredung vom Mai 2010 gehalten haben. Nach einem Treffen mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hätten sich der Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, und DZ Bank-Chef Wolfgang Kirsch in Namen der deutschen Kreditwirtschaft verpflichtet, griechische Staatsanleihen in ihren Beständen zu halten. Dies sollte ein Beitrag zum ersten Rettungspaket für Griechenland sein. Damit stehe auch infrage, ob freiwillige Verabredungen mit den Banken beim zweiten Rettungspaket überhaupt noch eine Rolle spielten.

(ap)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ein Banker am 09.06.2011 11:13 Report Diesen Beitrag melden

    Verrechnet?

    das sollte wohl 20,3 Mrd heissen... ansosten währen sie jetzt 60% stärker in Griechenland investiert als noch im Februar

  • Rolf Müller am 09.06.2011 10:45 Report Diesen Beitrag melden

    Parteiloser

    Hätten sich die Südländer (Griechenland,Spanien,Portugal und Italien) nur von der EU ferngehalten,dann wären Sie noch heute ein fröhliches Volk zu denen man heute noch gerne in die Ferien ginge!

    einklappen einklappen
  • griechischer wein am 09.06.2011 11:26 Report Diesen Beitrag melden

    ... Dem gehege deiner zähne.

    Da die griechen ja auch als eines dieser armen länder reicher bürger gelten, würde vielleicht eine massgeschneiderte steueramnestie ein bisschen luft verschaffen. Etwa: nicht versteuertes kapital kann durch investition in unverzinste mehrjährige anleihen legalisiert werden.

Die neusten Leser-Kommentare

  • G. Müller am 09.06.2011 15:40 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Gewinne, keine Bank in Sicht

    Hat irgend jemand geglaubt, dass Banken soziale Gebilde sind?

  • Bruno Bruvon am 09.06.2011 13:46 Report Diesen Beitrag melden

    Rettung Europas

    Rettung Europas. 1. Der Schweizer Franken wird die neue Europäische Währung. 2. Der abartige und tödliche Zins und Zinses-Zins wird verboten. 3. Spekulanten jeglicher Art werden sofort hingerichtet und das Vermögen zu Gunsten der 3. Welt eingezogen. Wetten, das dadurch die Welt in Kürze wieder in Ordnung käme.

  • otto sander am 09.06.2011 13:44 Report Diesen Beitrag melden

    ein Kunde

    Schon traurig aber vorhersehbar, dass die Banken nicht nur die Kunden sondern auch einen Staat an der Nase herumführen.

    • Kurt Lehmann Geroldswil am 10.06.2011 05:45 Report Diesen Beitrag melden

      Griechenland & die Grossbanken

      Sie treffen den Nagel auf den Kopf: Die "führenden Köpfe" der Grossbanken sind eine Horde rücksichtloser, geld- & machtgieriger Renditefetischisten und Meineidsbauern.

    einklappen einklappen
  • K.L. am 09.06.2011 13:08 Report Diesen Beitrag melden

    Treffender Vergleich

    So gibt es bei den fraglichen Banken nichts mehr zu holen und der Schwarze Peter bleibt beim Steuerzahler. Imagefördernd.

  • Toni B. am 09.06.2011 12:47 Report Diesen Beitrag melden

    fehler?

    Demnach hielten die Banken im Januar und Februar 2011 griechische Anleihen im Wert von mehr als 10,3 Mrd. Euro. Ende April 2010 seien es noch 16 Milliarden Euro gewesen. ich hab gedacht sie hätten abgebaut nicht zugelegt;)