Überangebot

23. Oktober 2014 19:21; Akt: 23.10.2014 22:29 Print

Die Schweiz hat zu viele neue Wohnungen

von Valeska Blank - In der Schweiz stehen so viele Eigentumswohnungen zum Verkauf wie seit Langem nicht mehr. Vor allem bei teuren Objekten dürften die Preise ins Rutschen geraten.

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Die Zahl der zum Verkauf stehenden Eigentumswohnungen ist seit Sommer 2013 um 16 Prozent gestiegen. Derzeit warten über 61'000 Wohnungen in der Schweiz auf einen neuen Besitzer, wie das neueste Immo-Monitoring der Beratungsfirma Wüest & Partner zeigt. Das ist der höchste Stand seit Beginn der Datenerhebung im Jahr 2003.

Die Folge dieses immensen Angebots: Im Durchschnitt werden die Preise für Eigentumswohnungen 2015 schweizweit nur noch um 0,2 Prozent steigen. In verschiedenen Regionen dürfen sich Kaufinteressierte sogar auf fallende Preise freuen, etwa in den Kantonen Graubünden, Tessin und Wallis, in der Westschweiz und in der Genfersee-Region. Auch in der Region Zürich wird der geschätzte Preisanstieg mit bis zu 1 Prozent tiefer ausfallen als bisher. «Die Anbieter müssen ihre Preisvorstellungen immer häufiger nach unten anpassen», sagt Patrick Schnorf, Immobilienexperte bei Wüest & Partner.

Drei Monate bis zum erfolgreichen Verkauf

Besonders unter Druck geraten die Preise für Eigentumswohnungen im gehobenen Segment, sprich ab einem Verkaufswert von über 2 Millionen Franken. Dort bestehe ein klares Überangebot, so Schnorf: «In den letzten Jahren sind vor allem in den Regionen, in denen die Preise sowieso schon überdurchschnittlich hoch sind, zu grosse und zu gut ausgestattete Wohnungen gebaut worden.»

Der Grund: Teure Wohnungen versprechen im Normalfall die grösste Rendite. Doch diese Rechnung ist nicht aufgegangen. Für die Besitzer wird es immer mühsamer, ihre Wohnungen zu verkaufen. Das zeigt ein Blick auf die Vermarktungsdauer: Im Schnitt dauerte es im zweiten Quartal 2014 rund drei Monate, bis ein Objekt mit einem Wert von über 2 Millionen Franken erfolgreich veräussert werden konnte. Zum Vergleich: Anfang 2005 betrug die Vermarktungsdauer im höchsten Preissegment nur einen Monat.

Eigentümer machen Verluste

Auch der erhoffte Gewinn bleibt beim Verkauf von teuren Eigentumswohnungen immer öfter aus. «Die Bauherren müssen in vielen Regionen bereits mit Verlusten rechnen», so Schnorf. Das liegt nicht nur an der massiven Ausweitung des Angebots in den vergangenen Jahren, die die Konkurrenzsituation auf dem Markt verschärft hat. Auch die Nachfrage nach Wohnungen mit hohem Standard hat spürbar abgenommen.

Das sei einerseits eine Folge der Finanzkrise von 2008, so Schnorf: «Man spürt, dass die Löhne und Boni in der Finanzbranche unter Druck geraten sind und sich beispielsweise Banker nicht mehr so oft teure Wohnungen leisten können.» Andererseits sei die verminderte Nachfrage darauf zurückzuführen, dass sich die Anzahl der gutbetuchten Zuwanderer verringert habe.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Klaus Maus am 23.10.2014 19:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selber schuld

    Was?!?! Zu viele Wohnungen? Ja logisch will die niemand mieten - kaufen!! Sind vieeeeel zu teuer! In meiner Gegend gibt es ganz normale neue Wohnungen für 4500Fr. ?! Das ist sooo übertrieben für 4 zimmer und 100m2. Um die zu mieten müsste man ein monatliches Einkommen von über 10'000fr!

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  • Irelia am 23.10.2014 19:50 Report Diesen Beitrag melden

    Und trotzdem wird gebaut...

    Ich schüttle eh nur den Kopf, alle Felder und Wiesen werden verbaut. Keiner zieht ein und doch wird sofort das nächste Gebiet ausgesteckt. Was ist los???

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  • Schweizer am 23.10.2014 19:45 Report Diesen Beitrag melden

    Mehr Geld ist halt geiler...

    Das hat man davon wenn man dem schnellen Heuschrecken-Geld hinterher lechzt anstatt nachhaltig für mehr BEZAHLBARE neue Wohnungen besorgt zu sein. Komisch dass sich auf solche immer dutzende Leute bewerben während der Markt für die unbezahlbaren langsam übersättigt zu sein scheint... aber man kann ja aus den grosszügigen Wohnungen locker 2 machen, ein paar Gipswände hier und da und voila bezahlbarer Wohnraum für Familien.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Roland Wälti am 24.10.2014 20:23 Report Diesen Beitrag melden

    Überteuerung ohne Mehrwert

    traditionelle Familien sind in der Schweiz finanziell deutlich benachteiligt. Doppelverdienste zwingen sich immer mehr auf. Günstige Wohnungen sind rar geworden. Eigentum ist nur noch mit Hilfe der Verwandtschaft möglich. Genügend Eigenkapital aus eigener Kraft zu erarbeiten ist fast nicht mehr zu schaffen. CH wird trotz allen Vorteilen kontinuierlichen teurer.

  • Albert Hoffmann am 24.10.2014 18:54 Report Diesen Beitrag melden

    Der Vollständigkeit halber

    Es gibt nur zu viele teure neue Wohnungen. Günstige nicht. So sieht es aus.

  • Mieter am 24.10.2014 15:52 Report Diesen Beitrag melden

    Alles sieht gleich aus

    Vor allem sehen alle neuen Wohnüberbaungen gleich aus, sind oft billig gebaut und meistens zu teuer. Schlussendlich geht's beim Bauen halt nur um's Geld. Etwas mehr Kreativität und schöne Architektur wäre doch angebracht, wenn man schon alles verbaut.

  • Wasja am 24.10.2014 15:25 Report Diesen Beitrag melden

    Fördermodelle

    Der Stast zieht sich immer noch aus der Verantwortung!!! Anstelle wirklich für normale Bürger Förderungsmodelle anzubieten, die dann auch genutzt werden können. Sonst bleibt Traum eben Traum.

    • Paul Meister am 24.10.2014 17:23 Report Diesen Beitrag melden

      Es kann

      nicht Aufgabe des Staates sein Wohnungen zu bauen. Der Wohnungsbau soll alleine durch die freie Marktwirtschaft geregelt werden. Was der Staat machen kann, ist es Geringverdienenden Mietzuschüsse auszuzahlen. Dies kostet weniger und das Geld bekommen die, welche es benötigen und nicht die, deren Onkel in der Wohnbaugenossenschaft das sagen hat.

    • Albert Hoffmann am 24.10.2014 19:02 Report Diesen Beitrag melden

      Wer hat, dem wird gegeben.

      @Meister: Also bauen private teure Wohnungen und der Staat subventioniert diese indirekt über die Sozialhilfe weil sich solche Wohnungen niemand leisten kann? Tolle Idee. Danke

    • Fredy am 24.10.2014 21:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Geldgeil!

      @ meister: wohnzuschüsse für sozialhilfe-empfänger wie in D? Der staat sollte lieber die bauherren dazu zwingen günstigen wohnraum zu bauen! Wo ist hier das problem? Sie bauen tolle, günstige wohnungen und die rendite ist ein bisschen kleiner. Nicht so schlimm oder? Besser jedenfalls als leerstehende büros und leere luxuswohnungen.

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  • Oli am 24.10.2014 14:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Preise sind einfach jeneists für Wohnungen

    Ja also lieber Schollo. Wenn man eine 4,5 Zi Wohnung für 650'000.- kaufen soll um sich dann 20 Jahre lang mit den Miteigentümern des Hauses über Fassadenrennovation und Wegbekeuchtung zu streiten weil im Fonds zu wenig Kohle liegt, der tut sich ja auch keinen Gefallen. Vorallem nicht wenn ich mir für 150'000 mehr oder nicht einmal ein 240qm freistehendes Haus bauen kann mit dem ich tun und lassen kann was ich will... Hab ich si gemacht und gottseidank keine ETW gekauft.

    • flo am 24.10.2014 14:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      nicht überall so günstig

      also in zürich kriegen sie fuer 800'000 eine 2 1/2-3 1/2 zi wohnung.

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