Nach dem Entscheid

06. Juni 2011 20:40; Akt: 06.06.2011 21:03 Print

Die Schweizer Banken und die Streumunition

Das geplante Verbot von Investitionen in Streumunition stellt Schweizer Banken vor grosse Herausforderungen. Die Credit Suisse will laut eigenen Angaben Details prüfen.

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Thomas Sutter, Sprecher der Bankiervereinigung, sagte: «Dass auch indirekte Finanzierungen nicht mehr erlaubt sein sollen, kann für die Vermögensverwaltung problematisch sein.» Als indirekte Finanzierung gilt insbesondere die Beteiligung an Gesellschaften, die verbotenes Kriegsmaterial entwickeln, herstellen oder erwerben.

«Wir begrüssen den Entscheid des Bundesrats gegen die Streumunition. Es ist aber klar, dass für uns in der Praxis dadurch Probleme auftauchen könnten», sagte Sutter auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. So sei beispielsweise unklar, wie sich eine Bank verhalten soll, wenn einer ihrer Kunden in Wertpapiere von Kriegsmaterialproduzenten investieren wolle.

«Wichtig ist, dass wir die Situation von Fall zu Fall betrachten. Und es dürfen für die Schweizer Banken keine Nachteile gegenüber von ausländischen Banken entstehen», betonte Sutter.

Auswirkungen noch unklar

Welche Auswirkungen der Entscheid des Bundesrates auf die Banken hat, ist noch unklar. Die Credit Suisse will die «Details prüfen», wie Sprecher Marc Dosch sagte. Die Grossbank begrüsse aber grundsätzlich, dass eine gesetzliche Grundlage angestrebt werde.

Die Credit Suisse verfüge seit vergangenem Jahr über eine global verbindliche Weisung, keine Geschäftsbeziehungen mit Herstellern solcher Waffen einzugehen und allfällige Geschäftsaktivitäten mit solchen Unternehmen einzustellen.

Auch die UBS werde die Botschaft des Bundesrats, die nun dem Parlament unterbreitet wird, analysieren und die Beschlüsse des Parlaments umsetzen, sagte Sprecherin Eveline Müller.

(sda)