Erdbeben in Japan

17. März 2011 09:36; Akt: 17.03.2011 14:41 Print

Die Schweizer Post stoppt Sendungen

von Elisabeth Rizzi - Wer derzeit Post nach Japan schicken will, guckt in die Röhre. Die Schweizer Post nimmt wegen den Folgen der Erdbebenkatastrophe keine Sendungen mehr für das Land an.

Oliver Flüeler, Mediensprecher Schweizerische Post, zum Poststopp nach Japan. (Video: Keystone)
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Die Erdbebenkatastrophe in Japan mag wenig direkte Folgen auf die Schweizer Wirtschaft haben. Eine ist jedoch unmittelbar und einschneidend. Seit Montag kann die Schweizer Post keine Briefe und Pakete mehr annehmen, die nach Japan gehen. «Die Airlines, mit denen wir zusammenarbeiten, können die Post nicht mitnehmen», bestätigt Postsprecher Mariano Masserini.

Priorität für Personen und Hilfsgüter

Die Flugzeuge hätten im Moment in Japan nur noch sehr kurze Bodenzeiten. Das heisst: Die Flugzeuge müssen Treibstoff für den Hin- und Rückflug laden. «Hinzu kommt, dass Personen- und Hilfsgütertransporte im Moment Priorität haben», so Masserini. Für Postsendungen bleibe kein Platz mehr.

Bis zum 15. März hat die Schweizer Post Urgent-Sendungen noch über die Gesellschaft TNT geflogen. Diese verfügt laut Masserini dank eigener Bewilligungen und Flugzeuge über mehr Autonomie als die Linienflugzeuge. «Im Moment können Postsendungen auf diesem Weg trotzdem nicht angenommen werden», so der Postsprecher.

Ausweichroute getestet

Als Ausweichroute hat die Schweizer Post deshalb am Mittwoch über eine neue Logistikversorgung eine Sendung von 1500 Kilo Paketen und Briefen über München nach Osaka fliegen lassen. «Am Sonntag werden wir sehen, ob dieser Weg funktioniert. Ist das der Fall, können wir weitere Sendungen annehmen», so Masserini. Normalerweise werden täglich eine Tonne Post von der Schweiz nach Japan transportiert. Davon sind 70 Prozent Briefe und 30 Prozent Pakete.