Trotz Wettbewerb

21. Mai 2012 09:30; Akt: 21.05.2012 10:21 Print

Die Schweizer halten der Post die Stange

Die Post verliert trotz Lockerung des Briefmonopols kaum Marktanteile. Der Wettbewerb im Briefmarkt will noch nicht so richtig in Gang kommen.

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Container stehen auf dem Gelände des Paketterminals der Post in Härkingen, Kanton Solothurn. (Archivbild) (Bild: Keystone)

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Seit der Senkung der Monopolgrenze für inländische Briefe auf 50 Gramm im Jahr 2009 spielt der Wettbewerb im Briefmarkt noch immer sehr zögerlich. Zu diesem Schluss kommt die Postregulationsbehörde (PostReg) in ihrem Bericht zum letzten Jahr.

Die Schweizerische Post verfüge nach wie vor über einen Marktanteil von 99 Prozent, teilte die PostReg am Montag mit. Trotzdem hätten die privaten Postanbieter im Vergleich zum letzten Jahr Terrain gut gemacht.

Die Schweizerische Post konnte die Pünktlichkeitswerte der Briefe im 2011 im Vergleich zum Vorjahr steigern. Von den A-Post-Briefen kamen 97,5 Prozent pünktlich an, von den B-Post-Briefen lagen 99,3 Prozent rechtzeitig im Briefkasten. Damit übertraf die Post die Zielvorgabe des Bundesrates von 97 Prozent.

Paketkunden bleiben der Post treu

Jeder Einwohner erhält durchschnittlich 500 adressierte Sendungen pro Jahr - im Vergleich mit Europa weist die Schweiz die höchste Pro-Kopf-Sendungsmenge auf. Die Post verarbeitete im 2011 rund 2,33 Milliarden adressierte inländische Briefsendungen.

Anders als im Briefmarkt hat sich der Wettbewerb in dem seit 2004 vollständig geöffneten Paketmarkt entwickelt. Im vergangenen Jahr stieg der Anteil der privaten Anbieter auf 20,4 Prozent. 2010 hatte der Anteil noch bei 18,8 Prozent gelegen.

Im europäischen Vergleich halten die privaten Anbieter in der Schweiz jedoch einen eher geringen Marktanteil. Obwohl private Anbieter Produkte teilweise günstiger anbieten, ziehen die meisten Kunden nach wie vor das Angebot der Schweizerischen Post vor, wie es im Bericht der PostReg heisst.

Grundversorgung sichergestellt

Für 91,7 Prozent der Schweizer Bevölkerung lag eine Poststelle nicht weiter als als 20 Minuten zu Fuss oder mit dem öffentlichen Verkehr entfernt. Die Zielvorgabe des Bundesrats von 90 Prozent wurde damit wieder übertroffen.

Im 2010 war der Mindestwert mit 89,9 Prozent leicht unterschritten worden. Der Anstieg des Erreichbarkeitswertes ist auch auf die vom Bundesamt für Statistik (BfS) aktuell erhobenen Bevölkerungsdaten zurückzuführen.

Ablösung durch PostCom

Die Kundenzufriedenheit sank im vergangenen Jahr um einen Punkt auf 79 Punkte auf einer Skala von 100. Zufrieden waren die Kunden vor allem mit der Erreichbarkeit und der Brief- und Paketaufgabe. Skeptischer wurden hingegen die Dienstleistungen im Zahlungsverkehr beurteilt.

Die PostReg legt am Montag ihren letzten Tätigkeitsbericht vor. Sie wird im Zuge des neuen Postgesetzes noch in diesem Jahr von der neuen Regulierungsbehörde PostCom abgelöst. Erster Präsident der neuen Behörde wird der ehemalige Zürcher CVP-Regierungsrat Hans Hollenstein.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Martin am 21.05.2012 12:45 Report Diesen Beitrag melden

    mit Auslandüberweisung überfordert

    Grundsätzlich bin ich mit den Dienstleistungen der Post auch zufrieden. Habe meine Kontos bei Postfinance und das funktioniert wie am Schnürchen. Einzig wenn es um Auslandüberweisungen geht, dann mache ich das nicht mehr über Postfinance, weil da Probleme vorprogrammiert sind. Hatte noch jedesmal ärger damit, darum habe ich dann extra noch ein Bankkonto eröffnet. Da sind zwar die Überweisungsgebühren höher, dafür klappt es auf Anhieb.

  • Peter Ander am 21.05.2012 13:19 Report Diesen Beitrag melden

    Briefpost stirbt aus ...

    das Papier verlagert sich in Richtung digitale Angebote. Kaum ein vernünftiger Unternehmer wird jetzt noch ein Konkurrenzunternehmen für ein sterbendes Medium aufbauen, das wäre schlicht dumm. PostMail wird zunehmend unter der sinkenden Zahl Briefpost und den Fixkosten für ihre Infrastruktur leiden ... im Gegenteil zur Paketpost wird die Brieflogistik aussterben!

  • Heiri National am 21.05.2012 15:36 Report Diesen Beitrag melden

    Monopol behalten einmal anders!

    Der Wettbewerb im Briefmarkt will noch nicht so richtig in Gang kommen. Dies verwundert nicht da die Post alles unternimmt um das Briefvolumen zu halten. Koste es was es wolle., bezahlen müssen es ja eh wir . So Produziert die Post nicht nur Ihre Bankauszüge von der Postfinanz selber, sondern auch von der Swisscom und vielen anderen Banken, Versicherungen und Telefonanbietern. Ganze Produktionen werden aufgekauft Letter Shops gehen in den Konkurs da sie den Preisdruck der Post nicht mithalten können. Aber es geht noch weiter es wird nicht nur in der Schweiz produziert nein man exportiert die Arbeit auch nach Deutschland (billigerer Arbeitskräfte) und bringt die Briefe per Lastwagen in die Schweiz zum Ausliefern.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Snail am 21.05.2012 16:32 Report Diesen Beitrag melden

    Launischer Postbote

    Kürzlich hat der Pöstler trotz korrekter Adresse ein wichtiges Paket an den Absender in die USA zurückgeschickt - ohne Angabe von Gründen, aber dafür kostenpflichtig für den Absender. Bei den Privaten ist mir so etwas noch nicht passiert.

  • urs bucher am 21.05.2012 16:32 Report Diesen Beitrag melden

    monopolist noch immer

    Die Post ist für den privaten nach wie vor ein Monopolist. Daran hat und wird sich nichts ändern. Wer hat den als privater ein Konto bei DHL, TNT, UPS und wie sie alle heissen - sehr sehr wenige. oder wer hat schon mal bei BHL einen Brief aufgegeben - niemand. Fazit: Post ist und bleibt monoplist, der Rest steht nur auf dem Papier.

  • Heiri National am 21.05.2012 15:36 Report Diesen Beitrag melden

    Monopol behalten einmal anders!

    Der Wettbewerb im Briefmarkt will noch nicht so richtig in Gang kommen. Dies verwundert nicht da die Post alles unternimmt um das Briefvolumen zu halten. Koste es was es wolle., bezahlen müssen es ja eh wir . So Produziert die Post nicht nur Ihre Bankauszüge von der Postfinanz selber, sondern auch von der Swisscom und vielen anderen Banken, Versicherungen und Telefonanbietern. Ganze Produktionen werden aufgekauft Letter Shops gehen in den Konkurs da sie den Preisdruck der Post nicht mithalten können. Aber es geht noch weiter es wird nicht nur in der Schweiz produziert nein man exportiert die Arbeit auch nach Deutschland (billigerer Arbeitskräfte) und bringt die Briefe per Lastwagen in die Schweiz zum Ausliefern.

  • Marton Pal am 21.05.2012 13:42 Report Diesen Beitrag melden

    Post ist gut

    Die Post macht ihre Arbeit gut. Wieso sollte ich bitteschön meine Briefe an irgend eine Alternative übergeben von der ich noch nie was gehört habe? Post ist Post und davon sollte es pro Land nur eine geben. Wie mein Vorgänger schrieb: "Warum etwas ändern was gut ist?" Und nein ich arbeite nicht bei der Post.

  • Peter Ander am 21.05.2012 13:19 Report Diesen Beitrag melden

    Briefpost stirbt aus ...

    das Papier verlagert sich in Richtung digitale Angebote. Kaum ein vernünftiger Unternehmer wird jetzt noch ein Konkurrenzunternehmen für ein sterbendes Medium aufbauen, das wäre schlicht dumm. PostMail wird zunehmend unter der sinkenden Zahl Briefpost und den Fixkosten für ihre Infrastruktur leiden ... im Gegenteil zur Paketpost wird die Brieflogistik aussterben!