«Selbstmordfabrik»

03. Mai 2013 11:51; Akt: 03.05.2013 13:16 Print

Die Suizide bei Foxconn nehmen kein Ende

In einer chinesischen Fabrik des Apple-Zulieferers Foxconn haben sich erneut zwei Mitarbeiter das Leben genommen. Das Unternehmen steht seit Jahren wegen miserabler Arbeitsbedingungen in der Kritik.

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Chinesische Studenten protestieren gegen die miserablen Arbeitsbedingungen beim Apple-Zulieferer Foxconn. (Bild: Keystone/AP/kin Cheung)

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Erneut sollen sich zwei Arbeiter einer Foxconn-Fabrik in China das Leben genommen haben. Einem Bericht von China Labor Watch (CLW) zufolge sprang am 24. April ein 24-jähriger Arbeiter in den Tod, am 27. April eine 23-jährige Arbeiterin. Die in New York beheimatete Arbeitsrechtsorganisation CLW beruft sich auf Informationen von Foxconn-Mitarbeitern und einem chinesischen Medienbericht. Über die Hintergründe der Suizide ist bislang nichts bekannt.

Das chinesische Unternehmen stellt unter anderem Apples iPhone her und steht seit Jahren wegen miserabler Arbeitsbedingungen in der Kritik. Laut Informationen von CLW haben beide Foxconn-Mitarbeiter in Zhengzhou in der chinesischen Provinz Henan gearbeitet. Foxconn bestreitet laut einem chinesischen Medienbericht, dass der 24-Jährige in Zhengzhou beschäftigt war.

«Schweigemodus gelockert»

Bereits vor drei Jahren kam es bei Foxconn zu einer Suizidserie, die international für Aufsehen sorgte. Anfang April wurde laut Berichten lokaler chinesischer Medien über das Werksgelände ein «Silent Mode» verhängt. Arbeiter dürften demnach nur Zwiegespräche über arbeitsrelevante Inhalte führen. Gespräche unter mehr als zwei Personen seien nur in speziell gekennzeichneten Bereichen erlaubt. Bei Nichteinhaltung der Auflagen würden Kündigungen und Lohnkürzungen drohen.

Medienberichten zufolge soll der «Schweigemodus» nach den Suiziden etwas gelockert worden sein. Die Arbeiter dürfen demnach auch wieder über Dinge reden, die nicht direkt mit ihrer Arbeit zu tun haben. Apple verschärfte zuletzt Kontrollen bei seinen Zulieferern und wollte sich auch für Verbesserungen der Arbeitsbedingungen einsetzen.

(sza)