Neues Phänomen

01. September 2019 04:47; Akt: 01.09.2019 15:21 Print

Die Tausendernote ist plötzlich weniger beliebt

Seit der Finanzkrise 2008 waren immer mehr Tausender im Umlauf. Jetzt zeichnet sich eine Trendwende ab. Dafür holt die 200er-Note auf.

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So sieht das neue 1000er-Nötli aus. SNB-Vize Fritz Zurbrügg präsentierte die Note am Dienstag in Zürich. Auf der Vorderseite ist ein Handschlag und die Erde zu sehen. Auf der Rückseite befindet sich das Parlament und ein kritzeliges Sujet, das wie ein Verbindungsnetz aussieht. Die neue ist etwas kleiner als die alte 1000er-Note. Willkommen in der Welt der Schweizer Banknoten. In der folgenden Bildstrecke sind zu sehen – von der achten zurück bis zur ersten. Die Note wird ab dem 13. März an den SNB-Schaltern in Bern und Zürich sowie bei den Agenturen der Nationalbank, die an den Hauptsitzen von 14 Kantonalbanken geführt werden, ausgegeben. In dieser Serie gab es erstmals einen gelben . Sie zeigt den Architekten Le Corbusier. Zum ersten Mal diente für die Notengestaltung die elektronische Bildbearbeitung. Im Bild: Der rote mit dem Komponisten Arthur Honegger. Das angewandte Sicherheitskonzept geht von den ehemals versteckten Sicherheitsmerkmalen hin zu den transparenten. Im Bild: Der grüne mit der Malerin Sophie Taeuber-Arp. Der blaue mit dem Bildhauer Alberto Giacometti. Zum ersten Mal gab es eine -Note. Im Bild die braune Note mit dem Schriftsteller Charles Ferdinand Ramuz. Der violette mit dem Kultur- und Kunsthistoriker Jacob Burckhardt. An dieses Nötli erinnern Sie sich nicht? Kein Wunder: Die Noten dieser Serie wurden nie herausgegeben. Im Bild: Der rotbraune mit Leonhard Euler als Motiv. Die mit einem Porträt von Horace-Bénédict de Saussure. Die Noten der mit Konrad Gessner auf der Vorderseite. Die Noten der mit Francesco Borromini. mit Albrecht von Haller. Der violette mit Louis Agassiz. Jetzt kommen die Nötli, an die sich manche vielleicht noch aus der Kindheit erinnern. Im Bild: Der rotbraune mit dem Mathematiker Leonhard Euler. Diese Serie war die erste, bei der jeweils eine historisch wichtige Person gezeigt wurde. Im Bild: Der hellblaue mit Geologe Horace-Bénédict de Saussure. Die Banknoten dieser Serie wurden im Jahr 2000 zurückgerufen. Im Bild: Der grüne mit dem Universalgelehrten Konrad Gessner. Die Noten sind nicht mehr gültig, können aber bis zum 30. April 2020 bei der Nationalbank umgetauscht werden. Im Bild: Der dunkelblaue mit Architekt Francesco Borromini. Die Serie wurde von Ernst und Ursula Hiestand entworfen. Im Bild: Der mit dem Naturforscher und Dichter Albrecht von Haller. Der violette mit Psychiater Auguste Forel. Die Note trug den Übernamen Ameise – wegen der drei Ameisen auf der Rückseite. Die braunrote -Note dieser Serie mit Gottfried Keller und ... ... die hellblaue -Note mit General Dufour. Der grüne mit einem Mädchenkopf als Motiv. Der dunkelblaue mit einem Knabenkopf. Den rotbraunen schmückte ein Frauenkopf, genauso wie ... ... den violetten . Diese Serie war eine Reserveserie. Einen 10er- und 20er gab es nicht. Im Bild: Der grüne mit einem Frauenkopf im Medaillon rechts. Die Noten kamen nie in Umlauf. Auf dem blauen wurde eine Haslitalerin im Medaillon abgebildet. Der rotbraune mit einem Frauenkopf im Medaillon rechts. Der violett-blaue mit einem Frauenkopf im Medaillon rechts. Die Noten dieser Serie entstanden 1918 bis 1930 als «Kriegsnoten». Sie besteht aus drei verschiedenen -Noten – etwa dieser hier mit einer Freiburgerin im Medaillon links. Ein weiterer mit einem «Pestalozzi» im Medaillon rechts. Und noch eine Version des aus dieser Serie. Neben den 20ern gab es nur noch zwei in dieser Serie – dieses Exemplar mit Wilhelm Tell ... ... und dieses hier. Ja, das gab es mal: Eine grünbraune . Sie ersetzte die silberne 5-Franken-Münze, die im Kriegsfall oder während einer schweren Krise gehortet wurde. Als Motiv diente Wilhelm Tell. Die Noten dieser Serie waren am längsten im Umlauf – bis in die 1950er-Jahre. Im Bild: Der gelbbraune mit einer Neuenburgerin im Medaillon links. Der hellblau-violette mit einem «Vreneli» im Medaillon links. Sogar eine violett-braune gab es in dieser Serie. Im Medaillon links wird ein «Winkelried» gezeigt. Der grüne mit einem Frauenkopf im Medaillon links. Der dunkelblaue , ebenfalls mit einem Frauenkopf im Medaillon links. Der rotbraune . Der kam in Violett und Orange daher. Die erste Serie bestand aus den Noten 50, 100, 500 und 1000. Im Bild: Der gelbgrüne mit Helvetia als Motiv. Die Noten wurde 1907 bei der Gründung der Nationalbank als «Interimsnoten» herausgegeben. Im Bild: Der blaue . Der Grund: Zwischen der Gründung der Nationalbank und der Notenausgabe war zu wenig Zeit, um neue Noten zu schaffen. Im Bild: Der grüne . Der violette entsprach damals einem sehr hohen Wert.

Zum Thema
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Seit Anfang Jahr geht die Menge der Tausendernoten Monat für Monat zurück. Das ist ein neues Phänomen: Seit 1979 ist es noch nie vorgekommen, dass der Umlauf der Tausendernoten sechs aufeinanderfolgende Monate lang rückläufig war, wie die «SonntagsZeitung» berichtet.

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Die grösste Schweizer Banknote ist beim Publikum eigentlich sehr beliebt. Die Menge der im Umlauf befindlichen Tausendernoten ist nach der Finanzkrise 2008 emporgeschnellt und hat sich in nur zehn Jahren verdoppelt.

Trendwende

Doch die neuesten veröffentlichten Daten der Schweizerischen Nationalbank (SNB) zeigen eine Trendwende. Im Juni waren Tausendernoten im Wert von 46,36 Milliarden Franken im Umlauf, das sind 1,8 Milliarden oder 3,7 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Dass die Menge der Tausendernoten im Jahresvergleich zurückgeht, ist äusserst selten. Zuletzt war das im Dezember 2004 der Fall. Aktuell waren jedoch seit Oktober 2018 in jedem einzelnen Monat weniger Tausendernoten im Umlauf als im gleichen Monat des Vorjahres. Man muss bis 1989/90 zurückgehen, um eine so lange Phase negativer Jahreswachstumsraten zu finden.

Beliebte 200er-Note

Die Nachfrage nach Banknoten wird auch durch die gestaffelte Lancierung der neuen Banknotenserie beeinflusst. Am kommenden Dienstag präsentiert die Nationalbank mit dem Hunderter die letzte neue Note.

Die SNB geht denn auch davon aus, dass die Tausendernote zum Teil durch die 200er-­Note ersetzt wurde. Tatsächlich hat deren Umlauf seit der Ausgabe im neuen Design im August 2018 stark zugenommen. Die Nachfrage steigt nach der Lancierung einer neuen Note oft an. Nicht so beim Tausender: Der Rückgang setzte sich nach der Lancierung im März auch im April, Mai und Juni weiter fort.

(chk)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Olaf am 01.09.2019 05:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    1000er

    stimmt nicht - wird leider nicht überall gewechselt oder entgegengenommen und das warum wohl!! Man sollte die Bürger nicht für dumm verkaufen, es deutet alles darauf hin das Bargeld langsam abzuschaffen. Schöne Aussichten - der gläserne Mensch! Zum Glück bin ich alt und hatte meine gute Zeit, aber die jungen Menschen tun mir leid.

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  • Not Towsend am 01.09.2019 05:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Not !

    Bei uns herrscht auch Tausendernot.

  • Autoexperte am 01.09.2019 05:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    unbeliebt?

    wie kann das sein. je mehr umso besser

Die neusten Leser-Kommentare

  • geri am 03.09.2019 21:59 Report Diesen Beitrag melden

    Fiat-Money versus SNB-Bargeld

    Bargeld ist Nationalbank-Geld, einzig stattlich anerkanntes Zahlungsmittel. Kreditkarten oder Maestrokarten-Geld ist Schuldgeld, also Fiat-Money und genau deshalb wollen die Banken das Bargeld abschaffen.

  • Berni L. am 03.09.2019 12:42 Report Diesen Beitrag melden

    Weniger beliebt?

    Viel eher zu viele verdienen zu wenig um sie mal halten zu können!

  • Sammler am 03.09.2019 06:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ü50 und ausgesteuert

    Also ich liebe sie. Wer seine nicht mehr mag, der schicke sie doch bitte einfach an mich.

  • Marion M. am 03.09.2019 01:49 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht alles Schwarzgeld

    Ich sammle 1000er und lege sie in den Tresor, alles legal und in der Steuererklärung angegeben. Warum? Weil ich, wenn die Bank den Laden schliesst und pro Kunde nur noch 50.-- pro Tag am Automaten bekommt, ich nicht dumm dastehen möchte.

    • Shopping Queen am 03.09.2019 15:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Marion M.

      mir reichen 50sFr. auch nicht pro Tag!

    • Freier Mensch am 03.09.2019 21:53 Report Diesen Beitrag melden

      Statt 1.000er kaufe ich lieber

      Gold, denn ich vertraue weder den Banken noch den bunt bedruckten Papierchen. Als Muster kaufte ich einen 500 Mio. Mark Schein aus dem Jahr 1923. Das genügt als Anschauungsbeispiel.

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  • ZB Kadermitglied am 02.09.2019 22:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einfache Erklärung

    Die gegenwärtigen Tausender sind aus einem ganz einfachen Grund nicht mehr beliebt. Die grössten Abnehmerinnen, die Steuerhinterzieherinnen und Steuerbetrügerinnen, wissen dass sie bald ihr Schliessfach leeren müssen um die alten Fetzen zu tauschen und sie so vor der Entwertung zu retten. Der Tausch ist heute allerdings nicht mehr ganz einfach, weil die Banken diesen bereits ab einem relativ geringen Betrag genau hinterfragen. Dumm gelaufen, gell, reich sein ist halt eine Qual? Alle wollen sie an Dein Geld ran!

    • Dummer Bürger am 02.09.2019 23:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @ZB Kadermitglied

      So,liebes Kadermitglied, ich habe alles in neue Tausender gewechselt, wohlverstanden legal verdientes und versteuertes Geld, nicht so wie viele Deiner Kollegen, damit ich es vor so Leuten wie Dir in Sicherheit bringen kann, Minuszinsen, Gebühren, .... Crash des Wirtschaftssystem's. Soll jeder machen was er will, aber jeder der sein geld noch den Banken anvertraut hat meiner bescheidenen Meinung nach ein grobes Problem mit der Realität. In ein paar Jahren wenn das Wirtschaftssystem auseinanderfällt, die tiefen Zinsen sind ein eindeutiger Gradmesser, werden die Guthaben auf den Konten eingefrore

    • Mark Müller am 03.09.2019 11:05 Report Diesen Beitrag melden

      Gierig

      @ ZB ja ein Bänkster gibt Tipps wie man uns schneller enteignen kann, nichts mit Substanz.

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