Flüssigkeiten an Bord

28. September 2010 17:24; Akt: 21.02.2011 12:22 Print

Die Trockenheit an Bord könnte andauern

Ab 2012 soll das Flüssigkeitsvebot in Flugzeugen fallen. Doch bis dahin gibt es viel zu tun, denn die entsprechende Scanner-Technik steckt noch in den Kinderschuhen.

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Modern aber umstritten: Der Körperscanner. Am Montag stiess Hamburg zu den Flughäfen, die solche Geräte im Einsatz haben.

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Bis in zwei Jahren sollen laut der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) in den meisten Flughäfen Anlagen stehen, die Sprengstoffe in Wasserflaschen, Make-up oder Zahnpasta entdecken können. Bei Flügen ab so ausgerüsteten Flughäfen, könnte das Flüssigkeitsverbot in der Tat aufgehoben werden. Dabei gilt es aber zu bedenken, dass sich praxistaugliche Flüssigkeits-Scanner noch in der Entwicklung befinden. Zwar gibt es vielversprechende Ansätze, doch durchsetzen konnte sich bisher keines der Systeme. Dies, weil sie entweder noch die Grösse von Kleinlastwagen haben oder nicht fehlerfrei arbeiten. So weisen die zurzeit besten Detektoren noch immer eine Fehlalarmquote von 2 bis 4 Prozent auf. Da jeder Fehlalarm einen Grosseinsatz bis hin zur Evakuierung eines Flughafens auslösen könnte, werden Flughafenbetreiber nur Scanner akzeptieren, bei denen ein Fehlalarm praktisch ausgeschlossen ist.

Der mangelnden Verfügbarkeit tauglicher Scanner ist sich auch Generalsekretär Raymond Benjamin von der ICAO bewusst. Bei der Ankündigung, das Flüssigkeitsverbot bis 2012 aufzuheben, erklärte er denn auch, dass kurzfristig auf die umstrittenen Körperscanner zurückgegriffen werden müsste, da sie schneller arbeiten und helfen, die Schlangen vor den Sicherheitskontrollen an Flughäfen zu verkürzen. Die EU ihrerseits hat vergangene April eine Aufhebung des Flüssigkeitsverbots erst auf April 2013 angekündigt.

Globale Anstrengungen nötig

Allgemein wird davon ausgegangen, dass frühestens 2014 alle Flughäfen mit der neuen Technologie ausgerüstet sein dürften. Diese Tatsache ist ein weiteres Hindernis auf dem Weg zu einer Aufhebung des Flüssigkeitsverbots. Denn Steve Lott, Sprecher der Internationalen Flugtransport-Vereinigung (IATA), gibt zu bedenken, dass eine Sicherheitslücke in einem Land eine Bedrohung für ein anderes sein könnte. Er erhofft sich deshalb viel von einem Abkommen, dass die 190 Mitgliedsländer der ICAO am Mittwoch unterzeichnen werden. Darin verpflichten sie sich, die Flugsicherheit weltweit durch neue Technologien und den Austausch von Informationen zu verbessern. Ein Anliegen, dass auch Jane Napolitano, der US-Ministerin für Innere Sicherheit (Homeland Security) am Herzen liegt. Sie fordert – auch ausserhalb der USA - bessere Detektoren für neuartige Sprengstoffe, wie sie gegenüber USA Today erklärte.

Für Napolitano erfüllen die auf allen Flughäfen der Welt eingesetzten Metalldetektoren die Anforderungen im Kampf gegen den Terrorismus nicht mehr. Doch als Alternative stehen zurzeit nur Körperscanner zur Verfügung, die bereits in einigen Flughäfen der USA, Kanadas und Europas eingesetzt werden. Auf dem Flughafen von Amsterdam, wo die Scanner seit drei Jahren eingesetzt werden, ziehen sie die Passagiere mehrheitlich einer persönlichen Leibesvisitation vor. Andernorts stossen sie hingegen auf Widerstand. So hat sich Italien nach einer Testphase gegen ihren Einsatz entschieden.

Unter diesen Umständen ein Umfeld zu schaffen, dass die freie Mitnahme von Flüssigkeiten an Bord ohne Einbussen bei der Sicherheit zulässt, stellt die Flughäfen und Sicherheitsbehörden vor grosse Herausforderungen. Und so wird sich weisen müssen, ob angesichts des Mangels an Flüssigkeits-Detektoren und der Unbeliebtheit von Body-Scannern das Flüssigkeitsverbot in zwei Jahren wirklich fallen wird.

(jcg)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Gustavo Americano am 29.09.2010 11:40 Report Diesen Beitrag melden

    Liebe Amis

    Hört auf uns für dumm zu verkaufen. Wir wissen dass die CIA hinter diesen ganzen Angstmacherei steckt. Vereitelte Anschläge auf Europa, soll ich lachen? Ihr wollt uns nur noch tiefer in den Krieg ziehen gegen die Arabischen Länder.

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  • Stefan M. am 29.09.2010 09:13 Report Diesen Beitrag melden

    Eingeschossen

    Die Sicherheitsspezialisten und Katastrophenapostel haben sich jetzt einfach auf Flugzeuge eingeschossen, die Frage ist warum! Klar bringt Übermacht und Geld. Die Sicherheitskontrollen sind ein absoluter Schwachsinn, wie immer werden viele Menschen mit diesem Quatsch terrorisiert. In Spanien sind Bombenattentate auf Züge verübt worden -leider-, aber trotzdem muss niemand durch den Nacktscanner wandern und die überteuerten Pet-Flaschen im Terminal oder im Zug kaufen. Idem Busreisen und andere Massen-Verkehrsmittel...

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  • Peschä am 28.09.2010 09:54 Report Diesen Beitrag melden

    Neue Messgeräte sind auf jeden Fall

    sinnvoller, als diese unsägliche 100 mL Regel. Auch 100 mL gefährliche Flüssigkeit sind nämlich schon zuviel. Bei der heutigen Regelung muss man für eine Pseudosicherheit auf viel Komfort verzichten. Die neuen Geräte können - zumindest theoretisch - einen echten Beitrag zur Sicherheit leisten. Traurig ist nur, dass es überhaupt solche Sicherheitsmassnahmen braucht. Hoffentlich bewähren sich die Geräte.

Die neusten Leser-Kommentare

  • hans nötig am 29.09.2010 13:16 Report Diesen Beitrag melden

    Vollnarkose

    Aber dann werden wir hoffentlich alle nackt und unter Vollnarkose fliegen müssen, ansonsten ist ja wohl kein Flugzeug mehr sicher! Für die "Terroristen" ist es ja auch viel einfacher in ein Flugzeug zu kommen als ihr Ding in einem Zug/Bahnhof/Flughafen/Grossanlass hochgehen zu lassen.

  • hasn am 29.09.2010 12:45 Report Diesen Beitrag melden

    warum immer alles wie amerika

    lassen wir doch die cowboys über dem grossen teich machen was sie wollen. seien wir in eu doch vernüftig und realistisch.

  • cherokee am 29.09.2010 11:55 Report Diesen Beitrag melden

    ich bin auch nicht dafür

    dass wir allen schrott übernehmen den die paranoiden amerikaner einführen. aber mal ehrlich gefragt; braucht es überhaupt dass man(n)/frau getränkeflaschen mit in den flieger nimmt? bei den kontinental und vor allem interkontinentalflügen kann man oder frau soviel zu trinken kommen lassen wie man will. die besatzung ist ständig mit tabletts und getränken am herumlaufen.

  • Gustavo Americano am 29.09.2010 11:40 Report Diesen Beitrag melden

    Liebe Amis

    Hört auf uns für dumm zu verkaufen. Wir wissen dass die CIA hinter diesen ganzen Angstmacherei steckt. Vereitelte Anschläge auf Europa, soll ich lachen? Ihr wollt uns nur noch tiefer in den Krieg ziehen gegen die Arabischen Länder.

    • Willi Wahrheit am 29.09.2010 13:27 Report Diesen Beitrag melden

      Schein

      leider ist das so!

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  • Alex, Zürich am 29.09.2010 10:17 Report Diesen Beitrag melden

    Sicherheit => Mehr Konsum

    ...es ging immer nur um den Konsum am Flughafen zu steigern. Wenn jemand einen Anschlag verüben möchte, dem wird dies auch höchstwahrscheinlich gelingen. Es gibt nie 100 % Sicherheit. Leider.