Migros und Coop

19. Juni 2014 16:35; Akt: 19.06.2014 16:35 Print

Die Verpackung macht den Milchpreis

von C. Landolt - Die Preisunterschiede bei der Milch sind gross. Zum Teil hängen sie nicht von der Qualität, sondern von der Verpackung ab. Ein Teil der Bio-Milch landet im konventionellen Kanal.

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Wo Milch draufsteht, ist auch Milch drin. Nur kostet sie nicht immer gleich viel. Die Margen bleiben ein wohlgehütetes Geheimnis der Detailhändler. (Bild: Keystone/Martial Trezzini)

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Wer Milch kaufen will, hat die Qual der Wahl: Allein sieben verschiedene Sorten an Pastmilch gibts im Coop-Laden um die Ecke – laktosefreie Milch nicht eingerechnet. Die Preise sind dabei so bunt wie das Angebot.

Trinkmilch ist ab einem Franken pro Liter zu haben. Sie kann aber auch 1.85 Franken kosten – im selben Grossverteiler, im selben Regal und stammt womöglich von derselben Kuh. Einen Einfluss auf das Einkommen des Bauern hat der Milchpreis im Laden jedoch nicht. Die Differenz zwischen der günstigsten und teuersten Milch ist deutlich mehr, als der Bauer derzeit für den Liter Rohmilch erhält, nämlich 69 Rappen pro Kilogramm.

Wie sind diese Unterschiede zu erklären? Coop-Mediensprecher Urs Meier erklärt auf Anfrage: «Bei der Milch haben verschiedene Faktoren einen Einfluss auf die Kosten: Das ist die Art der Milch, die Herkunft, die Menge, die Art der Verpackung und die Rolle eines Produkts.» Bei einem Prix-Garantie-Produkt kalkuliere Coop grundsätzlich enger als bei der konventionellen Eigenmarke, was der preissensiblen Zielgruppe zugute komme.

Milch ist gleich Milch? Nicht immer

«Bei Qualité & Prix und Prix Garantie ist die Qualität dieselbe, hier sind also die Kriterien Menge und Verpackung ausschlaggebend», erklärt Meier. Die Prix-Garantie-Günstigmilch beispielsweise gibt es nur in der 1,5L-Plastikpackung, die nicht wiederverschliessbar ist und um einen Franken kosten. Die konventionelle Coop-Vollmilch dagegen im wiederverschliessbaren Ein-Liter-Tetrapack gibts ab 1.55 Franken. Praktisch, handlich - das hat seinen Preis.

Ein ähnliches Bild bei der Migros. «Die UHT-Milch von M-Budget unterscheidet sich nicht von der konventionellen Milch», teilt Migros-Sprecherin Monika Weibel auf Anfrage mit. «Diese Milch bieten wir jedoch nur in der 2-Liter-Packung an, weshalb wir sie auch günstiger anbieten können.» Unter M-Budget biete die Migros zum günstigsten Preis Produkte des täglich Bedarfs an, darunter also auch Milch. Weil diese Produkte nicht beworben werden, sei M-Budget günstiger. Man verzichte auf einen Grossteil der Marge. Bio-Vollmilch (UHT und Past) bedinge aber eine teurere Produktion, «was sich auf den Endpreis des Produktes auswirkt».

Biomilch als normale Milch

Der Konsument zahlt also je nach Milch mindestens einen halben Franken mehr, doch der Bauer hat vom Mehrpreis nichts: Er bekommt mit Ausnahme der Biomilch, für den der Verarbeiter etwas mehr zahlt, den Einheitspreis. Aber durch den Überschuss an Bio-Milch ist es sogar möglich, dass Bio-Milch als konventionelle Milch verkauft wird. 15,5 Prozent der gesamten Bio-Milch konnte im ersten Quartal 2014 nicht zu Bio-Milchprodukten verarbeitet werden, wie der Schweizer Bauer schreibt. Ein Teil der Biomilch gelange deshalb in den konventionellen Kanal.

Die sogenannte Heidi-Milch wird aufwändig beworben. Die Marketing-Aufwendungen seien für diese Milch teurer, wie die Migros-Sprecherin 2012 zur Zeitung «Sonntag» sagte.
Ein Liter dieser konventionellen Milch kostet 1.65 Franken. Auf Anfrage sagt Monika Weibel, Heidi-Milch sei teuer, «weil sie aus den Bergzonen stammt und die Produktionskosten für diese Milch höher ausfallen». Die Milch wird in der Bergzone 1 produziert. Wie die Karte der landwirtschaftlichen Zonengrenzen der Schweizerischen Eidgenossenschaft zeigt, gehören jedoch zur Bergzone 1 viele flache Zonen, etwa das Gebiet am Rhein bei Chur, Teile des Zürcher Oberlandes oder Zonen rund um den Lago Maggiore.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jürg Schwaller am 19.06.2014 20:46 Report Diesen Beitrag melden

    Subventionsdiebstahl

    Die vom Steuerzahler finanzierte Schweizer realitätsfremde Landwirtschaftspolitik subventioniert die Giganten der Nahrungsmittelmafia. Emmi nützt die diversen Schweizer Gesetzeslücken und Selbstbedienungskässeli um sich mit den, ursprünglich zur Stützung der produzierenden Landwirtschaft eingerichteten Instrumenten Marktentlastungsfonds und Verkäsungszulage eine goldene Nase zu verdienen; Der Milchmulti garniert vom Bund pro Jahr weit über 4o Millionen Franken dafür, dass er hochwertige Lebensmittel denaturiert, indem er CH-Qualitätsmilch zu wertlosem Industriekäse verarbeitet, Exportprämien ins Ausland verkauft, wo billiges Palmfett aus brandgerodeten Regenwaldflächen daruntergemischt wird und als Analogkäse in Fertigprodukten wieder, auch in die Schweiz, re-exportiert wird. Das ist Diebstahl an den Subventionen, die den seriös arbeitenden CH-Bauern vorenthalten werden.

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  • jungesMami am 19.06.2014 16:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ab sofort..

    ..,kaufe ich wieder die günstige Milch!!! So eine Sauerei, da hab ich jahrelang zur teuren Milch gegriffen mit dem Hintergedanken dass der Bauer mehr erhält...... tztztzt, so en seich!

  • R. aus B. BIO-Bauer am 19.06.2014 17:26 Report Diesen Beitrag melden

    Grosser Teil ist Bio

    Ein grosser Teil unserer Bio Milch wird als konventionelle Milch verkauft. Wir Bauern müssen das teure Futter kaufen und einen grösseren Aufwand betreiben und dann wird von uns nur ein bestimmtes Kontingent an Milch zum Bio Preis abgenommen. Ist das Kontingent überschritten wird die teuer Produzierte Milch zwar weiterhin gerne von Emmi & Co. genommen aber nur als konventionelle Milch bezahlt. Der Kunde kauft im Coop dann in sehr vielen Fällen Bio Milch wenn er normale Milch kauft. Bauern und Konsumenten werden so gleichermassen über den Tisch gezogen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • R.A am 20.06.2014 04:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Früher mal....

    So wie die Milch aus den Läden schmeckt (nämlich nach gar nichts!) kann ich mir gut vorstellen das nur Wasser mit irgend einem Pulver vermischt ist. Wo ist die Milch die ich mal früher trank , die würzige Butter, Eier (richtig sattes Eigelb) nichst ist mehr wie es einmal war alles verliert an Geschmack oder man verliert die Geschmacksnerven....

    • Christian Krüger am 20.06.2014 12:44 Report Diesen Beitrag melden

      Fake-Lebensmittel.

      Da hat sich aber jemand auf's Kreuz legen lassen. Das satte Gelb der Eier wird durch den Stoff Beta-Carotin (u.a. in Rüebli) erzeugt, in dem es dem Futtermittel beigemengt wird. Die natürlichsten Dotter sind gelb bis blass-gelb. Für Milch mit besserem Geschmack solltest du auf die zurückgreifen, die einen eher natürlichen Fettanteil von 3.8 bis 4.2% hat.

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  • Bio von Steinfels am 19.06.2014 23:28 Report Diesen Beitrag melden

    Ich fühle mich betrogen

    Ich will normale Milch kaufen und keine Bio-Milch. Wenn nun diese als normale Milch verkauft wird, ist das ein Betrug am Kunden. Wo leben wir hier eigentlich?

  • Jürg Schwaller am 19.06.2014 20:46 Report Diesen Beitrag melden

    Subventionsdiebstahl

    Die vom Steuerzahler finanzierte Schweizer realitätsfremde Landwirtschaftspolitik subventioniert die Giganten der Nahrungsmittelmafia. Emmi nützt die diversen Schweizer Gesetzeslücken und Selbstbedienungskässeli um sich mit den, ursprünglich zur Stützung der produzierenden Landwirtschaft eingerichteten Instrumenten Marktentlastungsfonds und Verkäsungszulage eine goldene Nase zu verdienen; Der Milchmulti garniert vom Bund pro Jahr weit über 4o Millionen Franken dafür, dass er hochwertige Lebensmittel denaturiert, indem er CH-Qualitätsmilch zu wertlosem Industriekäse verarbeitet, Exportprämien ins Ausland verkauft, wo billiges Palmfett aus brandgerodeten Regenwaldflächen daruntergemischt wird und als Analogkäse in Fertigprodukten wieder, auch in die Schweiz, re-exportiert wird. Das ist Diebstahl an den Subventionen, die den seriös arbeitenden CH-Bauern vorenthalten werden.

    • R. S. am 19.06.2014 22:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Unglaublich sowas

      Warum unternimmt da der Bauern Verband zusammen mit der SVP nichts? Oder verdient hier die SVP kräftig mit? Dann muss man diese Subventionen abschaffen und den Bauern den ehrlichen Lohn geben, ich will doch keinen analog Kaese in der Schweiz.

    • bauer am 20.06.2014 05:21 Report Diesen Beitrag melden

      emmi

      weil emmi zu einem grosen teil den bauern gehört.

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  • Mira am 19.06.2014 20:08 Report Diesen Beitrag melden

    Bio-Bschiss

    Dafür werden die Eierkartons, da zu wenig Bio, mit "normalen Eiern aufgefüllt. Natürlich zum Bio-Preis

  • Mr.M am 19.06.2014 17:28 Report Diesen Beitrag melden

    STOP den Agrarabzockern!

    Ich kaufe keine Bioprodukte. Das ist nur Abriss. mein Vorschlag: Keine Subventionen mehr. Wehr nicht Bio tauglich ist, Muss aufhören. Dann können wir neu verhandeln!

    • lema am 19.06.2014 18:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Sicher sicher

      Ok. Dann Dir auch kein Lohn mehr. So einfach geht das. Da hat wohl wiedermal jemand nur das Wort " Subventionen " vor den Augen. Wie viele Leute haben dann ein Brett vor dem Kopf und sehen nicht dahinter.

    • sascha am 19.06.2014 20:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      !!!

      dan sofort den öv abschaffen ist auch subventioniert emmi schliessen auch subventioniert ohne subventionen existiert manche firma nicht mehr !! zu erst überlegen dan schreiben !

    • Mira am 19.06.2014 20:04 Report Diesen Beitrag melden

      @Mr.M. - Bio-Bschiss

      Bei den vielen "Bio-Skandalen" absolut verständlich. Ich habe auch die Schnauze voll. Wenn ich Bio kaufe, will ich Bio und nicht eine Verpackung aufgefüllt mit normalen Produkten.

    • Susanne am 20.06.2014 07:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Hallo

      Im Artikel geht's ja um Billigprodukte, welchen BIO zugeführt wird und nicht umgekehrt. Also, was regen Sie sich auf?

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