Umsatzrangliste

03. Juli 2009 10:09; Akt: 03.07.2009 10:09 Print

Die grossen Unbekannten

Nestlé, Roche und Novartis gehören zu den umsatzstärksten Konzernen der Schweiz. Doch auch Cargill, DKSH und Careal finden sich ganz vorne in der Rangliste der Grössten.

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Der sehr verschwiegene Rohstoffgigant Glencore International führt mit 165 Milliarden Franken Umsatz die Rangliste der 100 umsatzstärksten Unternehmer der Schweiz an. Gründer des Rohstoffkonzerns ist Marc Rich, dessen Name wegen undurchsichtigen Geschäftspraktiken bis 2001 auf der FBI-Liste der meist gesuchten Personen stand.

Umsatzstarker Rohstoffhandel

So verschwiegen wie Glencore sind die meisten der Top-100 im von Dun & Bradstreet erstellen Rangking nicht. Einige sind aber nahezu unbekannt. Mit einem Umsatz von 34,6 Milliarden Franken auf Rang 6 liegt die Firma Cargill International aus Genf. Auch Cargill ist ein Rohstoffriese: Gehandelt wird mit Getreide, Ölsaaten, Zucker sowie mit Rohöl und Petroprodukten. Wenig Freude an Cargill hat Greenpeace: Die Umweltorganisation wirft dem Unternehmen vor, den Kleinbauern im Amazonasgebiet zu Spottpreisen das Land abzukaufen und es danach für die industrielle Landwirtschaft einzusetzen. Wer nicht verkaufen wolle, werde bedroht.

Mit einem Umatz von 28,6 Milliarden Franken auf Rang 10 schafft es die Firma Mercuria Energie Trading. Auch sie ist in Genf domiziliert und handelt mit Erdölprodukten, hat ihr Tätigkeitsfeld aber auf Strom- und Emissionsrechtehandel ausgeweitet. Gründer sind die beiden Schweizer Rohstoffhändler Marco Dunand und Daniel Jaeggi.

DKSH verkauft Lindt-&-Sprüngli-Schoggi in Asien

Rang 23 belegt eine Firma namens DKSH Management. Ihr Umsatz: 8,8 Milliarden Franken. DKSH, was soviel bedeutet wie Diethelm Keller Siber Hegner, vertritt vorwiegend in Asien mehr als 2000 Markenartikel und übernimmt deren Distribution. Konkret sorgt DKSH beispielsweise dafür, dass es in China Lindt-&-Sprüngli-Schokolade und in Malaysia den Gillette-Rasierer zu kaufen gibt. In die Schlagzeilen geriet DKSH Anfang 2008 als bekannt wurde, dass der Milliardär und UBS-Verwaltungsrat Rainer-Marc Frey sich mit zehn Prozent in das Unternehmen eingekauft hatte. Dass Frey kurz nach seiner Wahl in den Verwaltungsrat 2008 all seine UBS-Aktien verkaufte, hat bei den Aktionären der Grossbank für rote Köpfe gesorgt.

Verschwiegene Besitzerfamilie

Trotz fünf Milliarden Umsatz weitgehend unbekannt ist auch die Careal Holding. Die Besitzerfamilie um den 98-jährigen Gründer und Milliardär Walter Haefner gilt als äusserst verschweigen und gibt keine Geschäftszahlen bekannt. Wichtigstes Tochterunternehmen der Careal ist die Amag, welche unter anderem die Automarken Audi, VW, Seat und Skoda in der Schweiz vertreibt. Neben der Careal Holding beschäftigt sich Firmengründer Haefner mit der Zucht von Rennpferden, ist Besitzer eines Rennstalls und Kunstmäzen. Careal ist unter anderem auch Grossaktionär beim US-Software-Riesen CA.

Ehemals bekannte Schweizer Brands

In die Top-100 der Schweizer Unternehmen schaffen es aber auch bekannte Schweizer Firmen, die aufgespaltet und schliesslich von einem ausländischen Konzern übernommen wurden. Hinter der Firma Zimmer Schweiz, welche im Umsatzranking mit 4,4 Milliarden Franken auf Rang 46 liegt, stand einst das Traditionsunternehmen Sulzer. Sulzer wurde in verschiedene Bereiche aufgeteilt, worauf Sulzer Medica 2002 in Centerpuls umgetauft und ein Jahr später vom US-Orthopädie-Konzern Zimmer Ltd. übernommen wurde. Hinter der Nummer 28 Schmolz + Bickenbach verbirgt sich die ehemalige Swiss Steel, die aus den Stahlproduzenten Von Roll und Von Moos entstand.


(scc/sas)