Schweizer Ideen

18. Mai 2016 06:54; Akt: 18.05.2016 16:29 Print

Die kreativsten Crowdfunding-Projekte

von K. Wolfensberger - Eine Studie zeigt: Das Crowdfunding-Volumen ist 2015 in der Schweiz um 73 Prozent gewachsen. Der Kreativität sind dabei kaum Grenzen gesetzt.

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Vom Turnverein über Filmproduzenten bis hin zu Firmengründern: Für die Finanzierung ihrer Projekte setzen immer mehr Schweizer auf Crowdfunding. Sogar für politische Kampagnen oder für ein Engagement im Umweltbereich sammeln Leute Geld auf Plattformen wie Wemakeit.ch oder Kickstarter.com.

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Seit 2011 hat sich das Volumen solcher Funding-Kampagnen in der Schweiz auf nun fast 27,3 Millionen Franken verneunfacht, wie eine Studie der Hochschule Luzern zeigt. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das ein beeindruckendes Wachstum von 73 Prozent. Für die Analyse wurden die Daten von 31 in der Schweiz aktiven Plattformen berücksichtigt. Eine Auswahl an besonders kreativen Projekten und Ideen.

Tortilla aus der Kapsel-Maschine
Erfolgreich gestartet ist der Crowdfunding-Verkauf von Fladenbrot-Maschinen der Firma Flatev auf der Plattform Kickstarter. Das vom Mexikaner Carlos Ruiz in Zürich gegründete Unternehmen versucht den Erfolg von Nespresso zu kopieren. Doch statt Kaffee kommen aus der Kapsel-Maschine mexikanische Tortilla-Brote heraus. Ab 199 US-Dollar können Kunden sich derzeit eine der Maschinen sichern. Versandt werden diese vorerst nur in die USA, da es dort am meisten potenzielle Kunden gibt.

Wurm-Kompostieren in der eigenen Küche
Eine Mischung aus Engagement im Umweltbereich und Unternehmergeist legt das Zürcher Start-up Wormup an den Tag. Es verkauft via Crowdfunding für 230 Franken ein eigens für den Haushalt entwickeltes Wurmkompostier-System. Bioabfall wird dabei mit Hilfe von Regenwürmern zu einem mineralisch reichhaltigen Biodünger recycelt. Der kann dann für die eigenen Pflanzen auf dem Balkon oder im Innenhof verwendet werden und hilft ihnen beim Wachstum.

100-Jahr-Feier für die Dada-Kunst
2016 wurde die berühmte Kunstrichtung Dada 100 Jahre alt. Kunstbegeisterte wollten dieses Jubliäum im Zürcher Cabaret Voltaire gehörig feiern. Und zwar mit 165 Spezial-Feiertagen und einer Sonderausstellung mit dem Namen «Obsession Dada». Um dies finanzieren zu können, sammelte das Cabaret Voltaire auf Wemakeit.ch 100'000 Franken. «Unterstützen Sie uns für die Realisation und wir schenken Ihnen einen freien Tag, um Nichts zu tun, um sich orgiastisch dem Nutzlosen und Unbrauchbaren hinzugeben», so das Versprechen der Veranstalter.

«Mir langet's»-Kampagne von Donat Kaufmann
Für besonders grosses Aufsehen sorgte 2015 der Student Donat Kaufmann. Er startete eine Kampagne und sammelte in rund zwei Wochen über 138'000 Franken, um auf der Titelseite von 20 Minuten ein Inserat der Schweizerischen Volkspartei (SVP) zu kontern. Auf seinem Gegeninserat standen schliesslich alle Namen der Spender zusammen mit dem Slogan: «Aufmerksamkeit kann man kaufen – unsere Stimmen nicht.»

«Rosen gegen Abschottung» für SVP-Asylchef Glarner
Derzeit versucht die Juso an den Erfolg Kaufmanns anzuknüpfen, und zwar mit ihrer Kampagne «Rosen gegen Abschottung». Die Jungpartei möchte Geld sammeln, um eine Rosenhecke um das Dorf Oberwil-Lieli zu pflanzen. Unter der Führung von Gemeindeammann Andreas Glarner (SVP) hatte die Gemeinde am 1. Mai 2016 entschieden, lieber Geld zu bezahlen, statt Flüchtlinge aufzunehmen. Am Dienstagnachmittag hatten der Juso allerdings erst 43 Unterstützer eine Spende zugesagt.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jane38 am 18.05.2016 07:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    echt!

    ich finde es nicht okay dass man anfängt für politische projekte zu sammeln. das sollte eine plattform sein um seine ideen zu verwirklichen und nicht um aufs titelblatt zu gelangen

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  • Geissenpeter am 18.05.2016 07:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Worum geht es hier eigentlich?

    Um kreative Geschäftsideen oder um die JUSO, die der SVP mit lächerlichen Ideen eins auswischen will? Die Juso ist ein Nörgeli Verein.

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  • Ein Mann am 18.05.2016 07:14 Report Diesen Beitrag melden

    Politik soll eigene Plattform gründen

    Kickstarter sollte nicht für Politische Projekte genutzt werden und erst recht nicht Werbung dafür machen! Das soll eine Plattform für Kreative Ideen bleiben!

Die neusten Leser-Kommentare

  • mato am 19.05.2016 06:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kreativ?

    was von diesen projekten braucht die welt wirklich? arm, wenn das kreativ sein soll.

  • Jimmy R. am 18.05.2016 19:47 Report Diesen Beitrag melden

    Mein Projekt

    Ich crowdfunde eine Kapselmaschine welche 'Häufchen' produziert. Ich nenne sie 'Die Ideenmaschine'. Und den Grossteil des gespendeten Geldes geht natürlich in meine Tasche.

  • EGEA am 18.05.2016 17:51 Report Diesen Beitrag melden

    Power of the Masses

    Wolltest du schon immer einmal jene Person sein, die ein tolles Projekt über die Crowdfunding-Ziellinie schiebt? Der Geographie-Kongress von Studierenden der Uni Zürich für Studierende aus ganz Europa ist kurz vor dem Ziel. Einfach nach "Power of the Masses" suchen auf wemakeit.

  • Dejan am 18.05.2016 12:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lokalhelden ist top

    Ich finde die Plattform Lokalhelden super, endlich kann ich sinnvoll Geld "spenden".

  • Veritaser am 18.05.2016 11:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Anderes Wort

    Crowdfunding ist nur das anglizisierte Wort für "betteln". Und Bettlern gebe ich nix!

    • Ist ok am 19.05.2016 06:56 Report Diesen Beitrag melden

      nicht wirklich..

      Ich fürchte, Sie haben nicht verstanden, wie Crowdfunding funktioniert.. (allerdings scheinen mir ein paar der im Artikel vorgestellten Projekte -die Rosenhecke z.B.- tatsächlich eher Spendenaufrufe als Crowdfunding zu sein..).

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