Umfrage von Xing

04. September 2019 04:42; Akt: 04.09.2019 07:32 Print

Schweizer wollen wissen, was Kollegen verdienen

Wissen, was die Kollegen verdienen: Ein Grossteil der Angestellten in der Schweiz sieht darin Vorteile. Lohnverhandlungen sind für die meisten ein Graus.

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Die Löhne sind in vielen Schweizer Firmen immer noch ein gut gehütetes Geheimnis. Dabei hätte die Offenlegung der Saläre innerhalb eines Unternehmens Vorteile, finden viele Angestellte. Das zeigt eine neue Studie des Karrierenetzwerks Xing. Für drei Viertel (72 Prozent) der Befragten macht es einen Arbeitgeber attraktiver, wenn die Löhne offen kommuniziert werden. Auch die Lohnverhandlungen beim Job-Interview könnten einfacher werden, wenn die Lohnstruktur beim potenziellen neuen Arbeitgeber bekannt sind. Das finden 81 Prozent der Befragten. «Lohngespräche finden noch zu selten auf Augenhöhe statt. Wir sind überzeugt, dass mehr Lohntransparenz der Weg ist, um dies zu verbessern», sagt Xing-CEO Thomas Vollmoeller. Das Lohnbuch des Kantons Zürich trägt zur Einordnung der Saläre in der Schweiz bei. Ein verdient 6900 Franken ab Studium in der Grossregion Zürich. : 4450 Franken nach vierjähriger Lehre mit EFZ. Sie verdienen laut dem Lohnbuch 7348 Franken. Ab dem 3. Dienstjahr sind es 8069 Franken (Grossregion Zürich). Als Bäcker mit EFZ verdient man ab dem ersten Berufsjahr mit GAV 4000 Franken. Ein Credit- und Riskmanager verdient 8769 Franken, wenn er neu in dieser Position ist. Ein Baufacharbeiter verdient ab 4720 Franken (mit EFZ). Ein Bauführer hat 7305 Franken Lohn pro Monat. 6156 Franken mit abgeschlossener Lehre oder Matur, 6990 Franken mit abgeschlossener Hochschul- oder Fachhochschulausbildung. Das Salär für einen Chefarzt beträgt laut Lohnbuch 13'017 Franken im Kanton Zürich. 3800 Franken bis zum 2. Berufsjahr, 4000 Franken ab dem 5. Berufsjahr (12 oder 13 Monatslöhne, je nach Vereinbarung). Ein diplomierter Drogist verdient 3900 Franken in wirtschaftlich schwächeren Regionen, 4442 Franken in wirtschaftlich stärkeren Regionen (12 Monatslöhne). 3700 Franken im 1. Berufsjahr. : 4475 Franken mit EFZ, 5000 Franken ab fünf Jahren Berufserfahrung In einer Kindertagesstätte ist die Lohnempfehlung für eine Fachperson Betreuung (EFZ) 4200 Franken (12 Monatslöhne). 3850 Franken nach Lehrabschluss (12 Monatslöhne branchenüblich). Ein Chief Financial Officer, der neu in der Position ist, verdient 14'000 Franken monatlich. Ein Bankenanalyst hat 6558 Franken, ein Treuhänder 6500 Franken Lohn pro Monat – die Zahlen gelten ebenfalls für Angestellte, die neu in der Position sind. : Mitarbeiter mit EFZ erhalten im Service 4195 Franken. 4279 Franken nach Lehrabschluss. 4791 Franken erhält ein Verkehrswegebauer im Monat im 1. Jahr nach Lehrabschluss. Ein Baupraktiker Gleisbau verdient 4615. : 4715 Franken (ohne Berufsprüfung). Ein Informatiker EFZ hat 4615 Franken Lohn pro Monat (ohne Abschluss der BMS). Mit Masterabschluss an der Universität gibts 6669 Franken. Ein Wirtschaftsinformatiker verdient 6143 Franken bis zum 25. Altersjahr. : Ein Redaktor in der deutschsprachigen Schweiz erhält laut Lohnbuch 5189 Franken. : 4100 Franken (Grossregion Zürich). Landwirte EFZ erhalten 4500 Franken pro Monat. Primarschullehrer verdienen laut dem Lohnbuch 7016 Franken im Kanton Zürich (Kategorie III, Stufe 1). 4118 Franken nach Lehrabschluss. Ein Masseur hat als Einsteiger einen Monatslohn von 4400 Franken. 5553 Franken pro Monat (Kanton Zürich). 4200 Franken im 1. Berufsjahr. Ein Metzger mit EFZ verdient ab 4050 Franken monatlich. Ein Kehrichtbelader verdient 3813 Franken pro Monat. 4000 Franken ab dem 1. Praxisjahr (12 Monatslöhne). 6458 Franken für einen First Officer Narrowbody, ab dem 1. Dienstjahr, 8445 Franken für einen Captain Narrowbody, ab 1. dem Dienstjahr (12 Monatslöhne). Ein Gemeindepfarrer verdient 9084 Franken pro Monat. 5594 Franken im Kanton Zürich. 6573 Franken. : Ein Polizeisoldat/Gefreiter verdient 5594 Franken pro Monat (Kanton Zürich) Wer in der Saline arbeitet, kann mit einem Mindestlohn von 3712 Franken rechnen (Ungelernte, 20 bis 24 Altersjahre). Ab dem 20. Altersjahr können Schreiner laut GAV mit einem Lohn von 4018 Franken rechnen. 6339 Franken (Region Zürich). : 4000 Franken ab dem 20. Altersjahr (12 Monatslöhne). 3150 Franken (ab 1. Anstellungsjahr). Ein leitender Tierarzt verdient 11'320 Franken pro Monat. 4573 Franken pro Monat. 4500 Franken pro Monat mit einem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ). Die Reinigungsbranche hat Ende letzten Jahre mit dem neu verhandelten Gesamtarbeitsvertrag Mindestlöhne von 4500 für Gebäudereiniger mit abgeschlossener Lehre EFZ sowie Zuschläge für Sonntags- und Nachtarbeit eingeführt. Neu wird der Mindestlohn für Mitarbeitende ohne formale Grundbildung um rund 5 Prozent erhöht, wenn sie sich in einem 80 Lektionen umfassenden GAV-Lehrgang weiterbilden. : Detailhandelsangestellte verdienen 4100 Franken (ohne Berufserfahrung ab 20. Altersjahr). Mit 3- oder 4-jähriger Berufslehre sind es 4350 Franken. 5553 Franken. 4969 Franken pro Monat.

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Wie viel hat der Kollege Ende Monat auf dem Konto? Und was verdient die Teamleiterin? Die Löhne sind in vielen Schweizer Firmen immer noch ein gut gehütetes Geheimnis. Von Lohntransparenz ist die Schweiz noch weit entfernt.

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Dabei hätte die Offenlegung der Saläre innerhalb eines Unternehmens Vorteile, finden viele Angestellte. Das zeigt eine neue Studie des Karrierenetzwerks Xing, die 20 Minuten exklusiv vorliegt.

85 Prozent der Befragten glauben, dass mit mehr Lohntransparenz auch die Lohngleichheit zwischen Mann und Frau steigt. Und für knapp drei Viertel (72 Prozent) macht es den Arbeitgeber attraktiver, wenn die Löhne offen kommuniziert werden.

Schreckgespenst Lohnverhandlung

Auch die Lohnverhandlungen beim Job-Interview könnten einfacher werden, wenn die Lohnstruktur beim potenziellen neuen Arbeitgeber bekannt sind. Das finden 81 Prozent der Befragten.

«Unsere Resultate zeigen: Lohngespräche finden noch zu selten auf Augenhöhe statt. Wir sind überzeugt, dass mehr Lohntransparenz der Weg ist, um dies zu verbessern. Dafür setzen wir uns ein», sagt Xing-CEO Thomas Vollmoeller zu 20 Minuten. Heute plage viele Berufstätige der Verdacht, dass sie sich unter Wert verkaufen. «Das schafft Unmut», so Vollmoeller.

Den meisten Schweizern scheint es vor dem Feilschen ums Salär zu grauen: 78 Prozent hätten es am liebsten, wenn der Lohn für eine neue Stelle von Anfang an klar vorgegeben wäre und nicht verhandelt werden müsste. Frauen haben eine noch stärkere Abneigung gegen Lohnverhandlungen als Männer: Bei den weiblichen Angestellten sind es 82 Prozent, die gern darauf verzichten würden. Bei den Männern sind es 75 Prozent.

Andere Länder schon viel weiter

Firmen mit total offener Salärstruktur gibt es in der Schweiz nur ganz wenige. Eine davon ist die Alternative Bank Schweiz, die die Transparenz bereits bei ihrer Gründung 1990 eingeführt hat. Die rund hundert Angestellten erfahren einmal im Jahr über eine im Intranet veröffentlichte Liste, was die Kollegen verdienen.

Andere europäische Länder sind in Sachen Lohntransparenz schon viel weiter als die Schweiz. Wer zum Beispiel in Schweden wissen möchte, was der Kollege verdient, kann das ganz leicht herausfinden: Steuererklärungen sind öffentlich einsehbar.

In Deutschland gibt es seit 2018 das Entgelttransparenz-Gesetz. Es besagt, dass Angestellte einen Auskunftsanspruch über die Saläre ihrer Arbeitskollegen haben.

Neid könnte zunehmen

Drei Viertel (75 Prozent) der befragten Schweizer glauben, dass die Lohntransparenz in den nächsten fünf bis zehn Jahren auch hierzulande zunehmen wird. Doch die Hälfte denkt auch an die negativen Effekte – Stichwort Neid: 51 Prozent können sich vorstellen, dass mit transparenten Löhnen die Spannungen im Betrieb zunehmen.

Die Studie von Xing Schweiz wurde unter 1000 Deutschschweizer Berufstätigen im Alter von 18 und 65 Jahren durchgeführt.

In gewissen Firmen darf man nicht mal über den Lohn reden, in einigen wenigen sind die Saläre hingegen transparent. Wie ist es in Ihrer Firma? Erzählen Sie es uns übers Formular!

(vb)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kritiker am 04.09.2019 05:21 Report Diesen Beitrag melden

    Frage mich...

    Seit wann stellt ein Netzwerk wie Xing die Schweizer Bevölkerung dar?

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  • Durchschnittsarbeiter am 04.09.2019 05:25 Report Diesen Beitrag melden

    Das Betriebsklima würde sich verschlechtern

    Es kommt auf die Leistung an im gleichen Beruf wie der Berufskollege im gleichen Betrieb und das kann schnell mal ein vergiftetes Betriebsklima geben. (Wieso, warum, etc.) Besser kein vergleich anstellen bei den Löhnen das gibt nur Ärger

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  • Heibz Müller am 04.09.2019 05:07 Report Diesen Beitrag melden

    Grosskonzerne

    Jetzt sagen alle... super Sache mega toll. was wird geschehen, Grosskonzerne können gezielt für einen Mehrbetrag den kleinen die besten Mitarbeiter abwerben. Ich sehe der Entwicklung skeptisch entgegen

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Lokmo am 05.09.2019 20:15 Report Diesen Beitrag melden

    Medien manipulieren zu viel.

    Was nützt es, wenn man weiss was der oder die andere verdient? Es zählt die Leistung und nicht die Anwesenheit.

  • Jutta Perler am 05.09.2019 11:24 Report Diesen Beitrag melden

    Bringt rein nichts! Die subjektive

    Einschätzung, die Eigeneinschätzung stimmt sehr oft nicht mit der objektiven, der Dritteinschätzung überein. Viele halten sich für die Besten; der Vorgesetzte aber vergleicht alle miteinander. Da kann schon einen andere Einschätzung erfolgen. Und selbst Kollegen unter sich sagen nie die Wahrheit in Sachen "Fähigkeiten" anderer. Und viele Details summieren sich oft zu einer Lohnerhöhung oder eben nicht. U.a. Kommunikation, Gepflegtheit, a.o. Einsatz, Freundlichkeit, Aufmerksamkeit und Flexibilität können schon mal ein paar Hunderter ausmachen. Alter ist fast kein Grund, alt wird jeder.

  • Maler50 am 05.09.2019 09:22 Report Diesen Beitrag melden

    Nein

    Nein, ich will nicht wissen was die anderen in dem Betrieb verdienen. Wozu auch?!

  • Enes am 05.09.2019 08:59 Report Diesen Beitrag melden

    Ist ocay

    Lohn monadlich 1070.-, Wonung, Kranckenkase, Zanarzt vom Socilamt bezallt.

    • Jansen Sommer am 05.09.2019 09:19 Report Diesen Beitrag melden

      Wir fallen nicht rein

      @Enes: Nur weil du absichtlich Schreibfehler machst, heisst das nicht, dass wir dir das glauben. ;-)

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  • Theodor am 05.09.2019 07:33 Report Diesen Beitrag melden

    zufrieden

    Marketing Manager BWL 30. 3sprachig 148000.- (13).

    • Mike am 05.09.2019 08:41 Report Diesen Beitrag melden

      @ Theodor

      Märchengeschichten zur frühen Stunde:-)

    • Werktätiger am 05.09.2019 08:44 Report Diesen Beitrag melden

      @ Theodor

      Wohl eher soziale Hängematte auf Kosten von uns Steuerzahlern, wie viele hier..

    • MaxMax am 05.09.2019 08:47 Report Diesen Beitrag melden

      @ Theodor

      Sind das die Jahresbezüge von IV, Sozialamt und RAV zusammen gerechnet?

    • lange Nase am 05.09.2019 13:12 Report Diesen Beitrag melden

      danke für diese neue Episode

      aus der Serie "Dinge die nie passiert sind" produziert von "Allesimnetzistwahr GmbH" und inszeniert von Pinocchio.

    • Kopfschüttler am 05.09.2019 17:37 Report Diesen Beitrag melden

      @ lange Nase

      In der Schweiz ist alles möglich!

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