«Rich-List»

03. Dezember 2010 07:13; Akt: 03.12.2010 09:33 Print

Die reichen Inländer werden immer reicher

von E. Rizzi und S.Spaeth - Die Party geht erneut los: Die 300 Reichsten des «Bilanz»-Rankings haben nach zwei mageren Jahren wieder 21 Milliarden Franken an Vermögen zugelegt. Ganze drei Milliarden mehr besitzt Ikea-Gründer Ingvar Kamprad.

Zum Thema
Fehler gesehen?

2008 und 2009 waren nicht nur für Banken Krisenjahre, sondern auch für die Reichen. Die im Ranking des Magazins «Bilanz» aufgelisteten 300 vermögendsten Personen der Schweiz verloren damals insgesamt 80 Milliarden Franken. In diesem Jahr ging es aber trotz Eurokrise wieder aufwärts. Die 300 Reichsten sind 2010 wieder um 21 Milliarden Franken «fetter» geworden.

Die 300 wohlhabendsten Personen der Schweiz besitzen zusammen aktuell 470 Milliarden Franken. Zum Vergleich: Das Bruttoinlandprodukt der Schweiz beträgt 535 Milliarden Franken. Oder: Mit dem kumulierten Vermögen der 300 Superreichen liesse sich die NEAT fast 25-mal bauen, wohlverstanden Gotthard- und Lötschberg-Basistunnel zusammen. Die gigantische Zahl von 470 Milliarden Franken kumuliertem Vermögen ist aber nicht der absolute Höchststand seit der ersten Ausgabe der Reichstenliste im Jahr 1989. Noch 59 Milliarden mehr – total 529 Milliarden – besassen die Reichsten vor der Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2007.

Immobilien, Kunst und Schmuck

Der Grund für den Vermögenszuwachs sind steigende Immobilienpreise, eine teilweise Erholung des Kunstmarktes sowie eine anziehende Nachfrage nach Uhren und Schmuck. Zudem hat sich auch die Beruhigung im Banken- und Anlagegeschäft positiv auf die Vermögen der 300 Reichsten ausgewirkt.

Wie ein Fels in der Brandung steht Ikea-Gründer Ingvar Kamprad auch heuer an der Spitze der Reichstenliste. Der Schwede, der zurückgezogen im Kanton Waadt in der Gemeinde Epalinges wohnt, ist zudem der Top-Profiteur. Sein Vermögen wuchs 2010 um geschätzte drei bis vier Milliarden auf 39 Milliarden Franken an. Damit gehört Kamprad zu den 38 Reichsten, die an Geld zulegen konnten. Neu taucht auch Credit-Suisse-Chef Brady Dougan in der «Rich-List» auf. Trotz 70-Millionen-Bonus ist er allerdings ein kleiner Fisch im Kreis des Geldadels und der Superreichen: Dougan besitzt «nur» ein Vermögen von geschätzten 100 bis 200 Millionen Franken.

Verlierer: Hoffmann-Oeri

Von den 300 Reichsten haben aber ganze 32 Personen oder Clans an Vermögen verloren. Angeführt werden die Verlierer von der Familie Hoffmann und Oeri – Besitzer des Pharmakonzerns Roche. Grund für die Verluste des Hofmann-Oeri-Clans war der sinkende Roche-Aktienkurs, weshalb die Familien zwei Milliarden Franken einbüssten. Doch auch mit dem Riesen-Abschreiber beträgt das Vermögen der Roche-Besitzer noch 13 bis 14 Milliarden Franken, was weiterhin Rang zwei in der Reichstenliste bedeutet. Zwei Milliarden büsste auch die griechische Reederei-Familie Latsis ein. Der Grund dafür war die Griechenlandkrise.

Zu den grössten Gewinnern gehören neben Ikea-Gründer Kamprad die C&A-Eigentümerfamilie Brenninkmeijer, die ebenfalls um zwei Milliarden Franken reicher geworden ist. Sie liegt nun mit einem Vermögen von zwölf bis 13 Milliarden auf Platz drei. Für die zwei Milliarden – den Betrag des Vermögenszuwachses der Brenninkmeijers – müsste ein Angestellter mit einem Monatslohn von 6000 Franken während 25 641 Jahren arbeiten, sofern er den 13. Monatslohn erhält.