Tesla-Träumereien

05. Mai 2019 15:18; Akt: 05.05.2019 15:18 Print

Diese fünf Versprechen hat Elon Musk gebrochen

von Raphael Knecht - Tesla-CEO Elon Musk verspricht viel – kann aber nicht all seine Versprechen halten. Fünf Beispiele.

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Der US-Elektroautobauer Tesla hat sich kürzlich mehr als zwei Milliarden Dollar an frischem Geld bei Investoren beschafft. Das Unternehmen von Tech-Milliardär Elon Musk kündigte am Donnerstag eine entsprechende Kapitalerhöhung an – obwohl Musk zunächst monatelang behauptet hatte, frisches Geld sei nicht nötig.

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Elon Musk muss immer wieder mal zurückkrebsen. Für viele ist er ein Visionär, der das scheinbar Unmögliche verspricht. Das sind fünf Versprechen, die der Tesla-CEO gebrochen hat:

Selbstfahrende Teslas

Von selbstfahrenden Autos träumt Elon Musk, seit er Tesla gegründet hat. Nur scheint es ihm schwerzufallen, diese Träume von der Realität zu unterscheiden. Immer wieder versprach der CEO den selbstfahrenden Tesla: 2017 sollte eines seiner Fahrzeuge zur Demonstration quer durch die USA fahren. Die sogenannte «Coast to Coast»-Fahrt fand nie statt. Sie wurde aus Sicherheitsgründen immer wieder verschoben. 2019 hat sich Musk erneut zum Ziel gesetzt, dass seine Autos bis Ende Jahr selbstständig fahren und als Robotaxis vermietet werden können – Experten bezweifeln, dass es diesmal klappt.

500'000 Fahrzeuge

Das magere Produktionsvolumen von Tesla ist schon lange ein Problem für den Autobauer. Da hilft es nicht, dass Musk viel mehr verspricht, als er halten kann: 2018 werde Tesla insgesamt 500'000 Fahrzeuge produzieren, hiess es 2016 in einem Brief von CEO Elon Musk und CFO Jason Wheeler an Investoren. Diese Zahl erreichte Tesla nicht einmal annähernd: Der Autobauer stellte mit rund 250'000 Teslas gerade einmal die Hälfte der prognostizierten Fahrzeuge her.

Massenentlassungen

Im Sommer 2018 strich Tesla 9 Prozent der Arbeitsplätze – etwa 4000 Jobs. «Wir treffen diese schwere Entscheidung jetzt, damit wir das nie wieder tun müssen», erklärte der CEO die Massenentlassungen in einem Schreiben an die Angestellten. Doch die verbleibenden Tesla-Mitarbeiter waren nicht in Sicherheit: Bereits ein halbes Jahr später kam die nächste Entlassungswelle. Im Januar 2019 verkündete der Autobauer einen weiteren Abbau von 7 Prozent der Vollzeitstellen – das traf weitere 3000 Mitarbeiter.

Günstiges Solardach

Als Elon Musk 2016 die Solardach-Ziegel von Tesla vorstellte, beschrieb er das Angebot als «ein Dach, das besser aussieht als ein normales, doppelt so lange hält, weniger kostet und auch noch Elektrizität generiert». Der Haken: Beispielrechnungen zeigen, dass das Tesla-Dach um ein Vielfaches teurer ist als ein herkömmliches. Selbst wenn man auf ein klassisches Teerdach mit Schindeln eine Photovoltaik-Anlage eines anderen Herstellers baut, wäre das immer noch ein Drittel günstiger, als wenn man auf Tesla setzt. Dazu kommt, dass die Tesla-Ziegel weniger Strom generieren als herkömmliche Panels.

Börsenaustritt

Es war eigentlich eher eine Ankündigung als ein Versprechen: Im August 2018 schrieb Elon Musk auf Twitter, er habe die Finanzierung für Teslas Börsenaustritt gesichert. Wie sich herausstellte, war das aber gar nicht der Fall – die US-Börsenaufsicht warf Musk deswegen Betrug vor. Daraufhin verlor der Tesla-CEO seinen Posten als Vorstandsvorsitzender beim Autobauer. Die Firma ist weiterhin an der US-Börse gelistet.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter Wiznowsky am 05.05.2019 15:33 Report Diesen Beitrag melden

    Noch nicht od. nicht ist ein Unterschied

    Ach herrje liebes Redaktionsteam: Ich gestehe ich habe Mühe, einfach weil ihr die Deutsche Sprache nicht adäquat einsetzt. Wenn ihr schreibt, dass ein Tesladach "um ein Vielfaches teurer ist", dann ist das eine Multiplikation des Preises. Nachfolgend schreibt ihr, dass andere Lösungen "ein Drittel günstiger" sind. Also ist das Tesladach nun 300 oder 400% teuerer oder sind andere Lösungen etwa 30% günstiger? Zudem: Im Gegensatz zu vielen anderen Unternehmen, arbeitet Tesla immerhin weiter an deren Zielen. Ich warte schon seit 10 Jahren auf das von VW versprochene 1L-Auto.

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  • Peter99 am 05.05.2019 15:35 Report Diesen Beitrag melden

    Versprechen

    Die interessante Info die mir fehlt ist, wieviele Versprechen konnte er einhalten?

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  • A.Meise am 05.05.2019 15:30 Report Diesen Beitrag melden

    Ironie on

    zum Glück ist da Elon Musk der einzige CEO, der das macht und alle anderen sagen immer immer immer schön die Wahrheit!!! Aber auf dem Elon hackt man ja so gerne rum.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Illumination am 06.05.2019 18:43 Report Diesen Beitrag melden

    Selbstfahrende Teslas..

    Einige Kommentare hier drin beziehen sich auf "Autonomes Fahren" und dem angeblichen oder tatsächlichen Vorsprung bei Tesla-Fahrzeugen.. Im Zusammenhang mit Änderungen auf der Tesla-Website kann der interessierte Leser nach "Tesla verlegt autonomes Fahren in ungewisse Zukunft" googlen..

  • Peter am 06.05.2019 17:59 Report Diesen Beitrag melden

    Erfrischend Schweizerisch

    Wir haben selbst nichts zu stande gekriegt seit der Digitalisierung der Welt, haben keine Ahnung von E-Autos, aber geizen nicht mit Häme und Fingerzeig Journalismus auf Menschen, die schon in ihren jungen Jahren unglaubliches erreicht haben.

  • rakete am 06.05.2019 16:58 Report Diesen Beitrag melden

    Nur weiter so.

    Überheblichkeit kommt selten gut. Damit ist alles gesagt.

  • Lars am 06.05.2019 16:15 Report Diesen Beitrag melden

    Neue Runde Tesla Bashing

    Ein Mann der so erfolgreich ein neues Unternehmen an den Start gebracht hat, wie es sonst kein zweiter tat in den letzten 20 oder 30 Jahren, wird an seinen irrelevanten Misserfolgen gemessen. Wie niedlich. Und es ist nicht nur irgend ein Unternehmen. Nein, es ist ein Autohersteller. Ein Markt der von den grossen längst besetzt war. Dem hat es dieser Mann geschafft Anteile abzujagen. Ganz zu schweigen davon, dass diese Dinge einfach NOCH NICHT umgesetzt wurden, denn auch sein Tag hat nur 24h. Die Entlassungen waren vorprogrammiert, mit der erreichten Automation brauchte es sie nicht mehr.

    • Julia am 06.05.2019 17:11 Report Diesen Beitrag melden

      @Lars

      Bis jetzt verdient Tesla kein Geld, der Konkurrenz (die Hochprofitabel ist) Marktanteile abjagen auf Basis von Schulden, ist keine Kunst! Die Schulden wachsen und wachsen, die nächste 2 Milliarden Anleihe wird ausgegeben, Vorauszahlungen werden einkassiert, so kommen sie wieder zu Geld! alles auf Pump finanziert, ob das zukünftig aufgeht, vielleicht, vielleicht auch nicht! Tesla wird den Vorsprung nicht halten können, da bin ich ziemlich sicher! Oft ist der Pionier der Verlierer, wie so oft in der Geschichte...

    • 50+ am 06.05.2019 18:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Lars

      früher gab es solche Konzepte doch auch schon, Pyramidensystem, besser bekannt als Schneeballsystem. Oder ist die Firma auch too big to fail?

    • tttk am 06.05.2019 20:36 Report Diesen Beitrag melden

      @Lars

      Amazon ist für die also ein Schneeballsystem?

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  • Tinu am 06.05.2019 12:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hihi

    Er wird auch noch auf die Nase fallen,wie alle Elektro Fans auch. Merkt es euch.

    • Müslüm am 06.05.2019 16:15 Report Diesen Beitrag melden

      Schnufe

      Woher kommt den diese Schadenfreude? Einfach neidisch oder nur Abneigung gegen das Unbekannte?

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