Grundversicherung

14. August 2019 04:50; Akt: 14.08.2019 04:50 Print

So schneiden die Kassen bei ihren Versicherten ab

Ein Ranking zeigt, wie gut oder schlecht der Service der Krankenkassen bei den Versicherten ankommt. Dabei gibt es erstaunliche Unterschiede.

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Ist auch Ihre Versicherung dabei? Das ist das Ergebnis der Comparis-Onlinestudie. Zur Groupe Mutuel mit Hauptsitz in Martigny gehören gleich zwei der am schlechtesten bewerteten Kassen: Supra und Mutuel Assurance. Als Globalversicherer ist die Groupe Mutuel auch in der beruflichen Vorsorge (BVG), der Lebensversicherung und im Bereich Unternehmensversicherungen tätig. Auf dem vorletzten Platz der Kundenzufriedenheitsumfrage liegt die Assura mit Hauptsitz in Pully VD. Die Prämien sind das andere grosse Thema, wenn es um die Wahl der Versicherung geht: Eine Studie des Bundesamts für Gesundheit belegt, dass Krankenkassenprämien einen immer höheren Anteil des Einkommens von Versicherten mit tiefem Einkommen aufgefressen haben – trotz Prämienverbilligungen. Der Schnitt aller Kantone lag 2017 bei 14 Prozent des Einkommens. 2014 lag der Anteil noch bei 11 Prozent. 2019 wächst die mittlere Prämie um 1,2 Prozent. Seit 2008 ist es der tiefste Wert. Am stärksten steigen die Prämien im Kanton Wallis. Die mittleren Krankenkassenprämien steigen nächstes Jahr um 1,2 Prozent. Bundesrat Alain Berset kann damit eine moderate Erhöhung präsentieren. Die Prämie der jungen Erwachsenen zwischen 19 und 25 Jahren sinkt, weil das Parlament entschieden hat, diese Altersgruppe zu entlasten, wie Gesundheitsminister Berset informierte. Der Bund weist neu die Entwicklung der mittleren Prämie aus und nicht mehr die Standardprämie eines Erwachsenen mit der Franchise von 300 Franken. Der Grund: Die Standardprämie ist nicht mehr repräsentativ, weil viele Versicherte andere Franchisen wählen. So entwickeln sich die Prämien der Kinder, jungen Erwachsenen und der über 25-Jährigen. Je nach Kasse gibt es grosse Unterschiede bei den Prämien. Santé Suisse habe vor einem Prämienschock gewarnt, sagte eine Journalistin. Ob die Zahlen nun schöngeredet worden seien, wurde Berset gefragt. «Nein, es gibt keinen Prämienschock», antwortete er.

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Langes Warten am Telefon, ungenaue Auskunft und verspätete Rückerstattung: Nicht nur auf die Höhe der Prämien, sondern auch auf den Service kommt es bei Krankenkassen an. Eine neue Umfrage zur Zufriedenheit mit der Grundversicherung zeigt, wie gut oder eben schlecht die einzelnen Kassen hierbei abschneiden.

Umfrage
Worauf achten Sie bei der Wahl der Grundversicherung?

Bei der jährlich im Auftrag vom Vergleichsdienst Comparis durchgeführten Online-Umfrage wurden sie mit Schulnoten bewertet. Mutuel Assurance brachte es auf 4,8 und landete damit auf dem drittletzten Platz. Schlechter schnitten nur noch die ebenfalls zur Groupe Mutel zählende Krankenkasse Supra (4,6) sowie Assura (4,7) ab.

Verwunderung beim Versicherer

Ingesamt wurden fünf zur Groupe Mutuel gehörenden Versicherungen bewertet: Drei davon (Easy Sana, Avenir und Philos) schafften es ins Mittelfeld. Die unterschiedliche Kundenbewertung erstaunt Gruppensprecher Christian Feldhausen. Denn Anfragen und Leistungserstattungen werden ihm zufolge jeweils von den genau gleichen Mitarbeitenden bearbeitet, egal um welche einzelne Kasse es sich sich handle. «Es gibt bei den Arbeitsprozessen keine auf einen einzigen unserer Versicherer spezialisierten Teams», sagt Feldhausen zu 20 Minuten.

Die drei in der Umfrage bestbewerteten Kassen waren dagegen Swica, EGK und Agrisano. Sie alle brachten es auf die Note 5,4.
Für das Ranking wurden die Versicherten nach ihren Erfahrungen mit der Kompetenz und Einsatzbereitschaft der Mitarbeiter ihrer Krankenkassen gefragt. Ebenso nach ihrer Zufriedenheit mit der Übersichtlichkeit der Leistungsabrechnung, Schnelligkeit der Auszahlung sowie der Kulanz. Zudem bewerteten die Versicherten die Verständlichkeit der Police sowie der Briefe oder Versicherungsbedingungen.

Anderes Erstattungsmodell

Das schlechte Abschneiden von Supra und Assura könnte an dem speziellen Versicherungsmodell hängen. Bei beiden muss der Versicherte die Leistungen zunächst selbst bezahlen und bekommt sie dann im Nachhinein von der Kasse erstattet. «Diese Form der Leistungserstattung könnte einen Einfluss auf den Zufriedenheitsgrad der Versicherten haben», vermutet Groupe-Mutuel-Sprecher Feldhausen.

Der Versicherer Assura versucht, seine Prozesse vor allem auch durch digitale Neuerungen zu beschleunigen, wie Sprecherin Karin Devalte erklärt. Man nehme die Kundenzufriedenheit sehr ernst.

(ish)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Otto Normalverbraucher am 14.08.2019 05:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einheitskasse jetzt!

    Es wäre an der Zeit, SUVA mit der Grundversicherung zu beauftragen. Bye bye lästige Anrufe von inkompetenten Versicherungsvertretern und endlich würde ein realer Konkurrenz zwischen den Zusatzversicherungen entstehen, die den Prämienzahlern zu gute kämen. Die Ausnützung der Versicherungen der Koppelung zwischen VVG und KVG beim Vertragsabschluss würde

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  • Über65 am 14.08.2019 05:01 Report Diesen Beitrag melden

    Fehlt in den ANtworten...

    ....ich kann nicht wechseln! Altersbedingt.

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  • Rennat am 14.08.2019 05:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Muss überlegt sein im Alter

    Wenn ich die Zusatzversicherung bei der alten Kasse stehen lasse und die Zusatzvers. bei einem anderen Versicherer habe, wird immer gestritten, wer jetzt die Kosten übernehmen wird! Das ist keine so tolle Idee. Also gut überlegen!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Berni L am 15.08.2019 13:46 Report Diesen Beitrag melden

    Alles in einem

    Immernoch viel zu teuer!

  • Radagast am 15.08.2019 12:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht repräsentativ

    Ich halte die Antworten für nicht aussagekräftig und teilweise widersprüchlich. Wieso ist die Assura seit Jahren am Schluss der Rangliste aber eine der grössten Kassen? Ich bin dort versichert und sehr zufrieden! Einzig die 5jahresverträge in der Zusatzversicherung sind fragwürdig aber da gilt wie überall: zuerst informieren statt einfach reklamieren!

  • Mr.B. am 15.08.2019 12:31 Report Diesen Beitrag melden

    Kurz und Knakig :)

    Einheitskasse; Was bringts? Verdoppelung der Verwaltungskosten Beispiel Suva oder eine Einsparung von 2% / Kostentreiber; Primär der Patient und die ethische Frage, wer darf noch behandelt werden (80 Jähriger noch ein neues Hüftgelenk?) / Prämienzusammensetzung; Wichtigste Faktoren - Anzahl Versicherte und das resultierende Risiko, Risikoausgleich, zu erwartende Leistungen, Alterung etc., / Kundenaquise und Werbung; Es gibt Kassen die machen beides nicht und wenn wird es grösstenteils aus dem vvg topf bezahlt / KK kann gesetzlich keinen Gewinn erwirtschaften ausser VVG /

  • MinneMausi am 15.08.2019 10:55 Report Diesen Beitrag melden

    Die Lösung wäre einfach

    Einheitsprämie für alle. Viele wohnen auf dem Land, arbeiten in der Stadt und gehen dort zum Arzt. Zahlen tun sie aber die günstigen Prämien vom Land. Entweder Schweizweite Einheitsprämie oder pro Kanton. Dann endlich den Lobbismus in Bern verbieten. Wer im Stände- oder Nationalrat ist, kriegt genügend Sitzungsgelder und braucht keinen Verwaltungsratssitz.

    • Peter M am 15.08.2019 11:49 Report Diesen Beitrag melden

      Einverstanden

      Aber dann sollen Eltern auch für ihre Kinder voll zahlen, fertig Subventionierung durch ander. So wären die Kosten rund bei 850 Franken pro Monat und Person.

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  • Hehe am 15.08.2019 10:05 Report Diesen Beitrag melden

    Der Unterschied (5.4-4.6)zwischen den

    Versicherern ist derart minim, dass es sich nicht lohnt deswegen von einer billigen zu einer teuren Versicherung zu wechseln.