Mega-Fusion

07. Juli 2014 09:23; Akt: 07.07.2014 09:23 Print

Diese Standorte verkaufen Holcim und Lafarge

Nach der Elefantenhochzeit der Zementhersteller haben Holcim und Lafarge ihre Verkaufsliste vorgelegt. Verkauft werden sollen hauptsächlich Geschäfte in Europa.

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Holcim und Lafarge haben grosses Interesse von möglichen Käufern für die zum Verkauf stehenden Unternehmensteile festgestellt. (Bild: Keystone)

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Die beiden Zementhersteller Holcim und Lafarge haben im Hinblick auf ihre Fusion Unternehmensteile bekannt gegeben, die aus Wettbewerbsgründen verkauft werden müssen. Die Konzerne reagieren damit proaktiv auf Auflagen der Wettbewerbsbehörden, wie Holcim und Lafarge am Montag mitteilten.

Wie vermutet gibt es die meisten Verkäufe in Europa, wo die Überlappungen gross sind. Konkret trennt sich Holcim von seinem Geschäft in Frankreich, Serbien sowie von den operativen Aktiven in Ungarn, wie es in einer gemeinsamen Mitteilung vom Montag heisst.

Im Gegenzug stösst Lafarge sein Geschäft in Deutschland, Rumänien und La Réunion ab. Hinzukommt die Zementfabrik im österreichischen Mannersdorf, sowie Lafarges Tarmac Aktiven in Grossbritannien.

Standort auf Philippinen wird überprüft

Ausserhalb von Europa wird Holcim sich aus Kanada und Mauritius zurückziehen. Auf den Philippinen wollen die beiden Konzerne die Zusammenführung ihrer Geschäftsaktivitäten prüfen.

Noch keine Details gaben Holcim und Lafarge für ihre Geschäfte in Brasilien bekannt. Der brasilianischen Wettbewerbsbehörde werde demnächst eine Liste vorgesehener Verkäufe vorgelegt werden, heisst es weiter.

Grosses Interesse von potentiellen Käufern

Holcim und Lafarge haben grosses Interesse von möglichen Käufern für die zum Verkauf stehenden Unternehmensteile festgestellt, wie es an der gemeinsamen Telefonkonferenz hiess. Man habe bereits konkrete Anfragen erhalten, sagte Lafarge-Konzernchef Bruno Lafont.

Angaben, ob die Offerten aus der Finanzindustrie, von Wettbewerbern oder auch über Management-Buyouts kommen, wollte er keine machen. Doch der Verkaufsprozess beginne per sofort, und auch die Gespräche mit den unterschiedlichen Wettbewerbsbehörden würden beginnen, sobald die offiziellen Benachrichtigungen erfolgt seien.

Liste noch nicht komplett

Holcim-Konzernchef Bernard Fontana betonte, dass die nun veröffentlichte Liste vorläufig und nicht vollständig sei. Sie diene als Diskussionsgrundlage für die Gespräche mit den Wettbewerbsbehörden und als Orientierung für mögliche Kaufinteressenten.

Beide Konzernchefs betonten, dass die nun vorgelegte Liste anteilsmässig beide Konzerne in gleichem Masse betreffen würde. Als Kriterien hätten dem gemeinsamen Devestitionskomitee dabei die Marktüberschneidungen, die schnelle Umsetzbarkeit und die Schaffung von Wert für das fusionierte Unternehmen als Richtschnur gedient.

Europa bleibt wichtige Region

Lafont sagte, dass Europa, obwohl hier der Grossteil der Devestitionen erfolgen werde, weiter eine wichtige Region für das Unternehmen bleibe. Frankreich werde auch nach den Devestitionen hier den grössten Markt bilden.

Anfang April hatten die beiden Konzerne die grösste Fusion in der Geschichte der Zementbranche angekündigt. Holcim und Lafarge kommen zusammen auf einen Börsenwert von mehr als 40 Mrd. Euro.

(sda)