Impfstoff

27. Februar 2020 06:52; Akt: 27.02.2020 08:22 Print

Rettet uns diese US-Firma vor dem Coronavirus?

von B. Scherer - Der Pharmakonzern Gilead Sciences entwickelt ein Medikament gegen das Coronavirus. Laut einem Experten schürt das aber falsche Hoffnungen.

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Nur ein Medikament könnte im Moment gegen das Coronavirus wirken: Remdesivir. Das sagte Bruce Aylward, der stellvertretende Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation WHO diese Woche bei einer Pressekonferenz in Peking. Das Mittel sei seit Anfang Februar in China für klinische Versuche zugelassen. Auf dem Markt gibt es das Medikament aber noch nicht.

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Entwickelt wurde das Anti-Virus-Medikament von der US-Firma Gilead Sciences. Eigentlich sollte es Krankheiten wie Ebola behandeln. Allerdings zeige das Medikament eine präventive Wirkung, wie das amerikanische Unternehmen in einer Mitteilung schreibt. Affen, denen das Mittel vorbeugend gegeben wurde, steckten sich nicht mehr mit Viren an, die ähnlich sind wie das Coronavirus.

Falsche Hoffnungen wecken

Das Pharmaunternehmen geht nun davon aus, dass das Medikament auch gegen das Coronavirus wirken könnte. Pharma-Experte Salvatore Volante ist allerdings skeptisch. «Mich erstaunt, dass die WHO diese eine Firma für ein Medikament gegen das Coronavirus hervorhebt», sagt er zu 20 Minuten. Denn im Moment würden weltweit mehrere Firmen an wirksamen Medikamenten oder Impfstoffen gegen das Coronavirus forschen.

Die Aussage der WHO könnte nun falsche Hoffnungen schüren. «Anti-Virus-Mittel gegen das Coronavirus entwickeln ist nicht einfach, denn Viren können schnell auch mutieren», erklärt Volante. Sollte ein Medikament auf den Markt kommen, könnte sich der Virus bereits verändert haben und das Arzneimittel schon nicht mehr wirken.

Laut Volante geht es nämlich mindestens noch sechs bis zwölf Monate, bis ein Medikament gegen das Coronavirus für die Patienten weltweit erhältlich ist. Das liege nicht nur an der Forschung, sondern auch an der Produktion: «Medikamente können nicht einfach ab der Stange in grossen Mengen geliefert werden.»

USA produzieren schneller

Dass eine amerikanische Firma das erste Anti-Coronavirus-Mittel auf den Markt bringen könnte, sei aber wahrscheinlich. Denn es gebe ein Schnellverfahren, um Medikamente zuzulassen. «Ich traue den USA zu, dass sie dieses Verfahren einsetzen und Europa länger damit warten wird», so Volante.

Diese Idee teilen wohl auch einige Investoren: So ist der Aktienkurs von Gilead Anfang Woche um bis zu 8 Prozent gestiegen. Inzwischen ist der Kurs wieder leicht gesunken. Im Moment kostet eine Aktie des Unternehmens mit Hauptsitz in Kalifornien über 70 Dollar. Gegründet wurde die Firma 1987 von einem jungen Arzt. 2018 hatte das Unternehmen einen Marktwert von 79,5 Milliarden Dollar.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Der Ironiker am 27.02.2020 07:13 Report Diesen Beitrag melden

    Frage

    Es wurde bei Affen erfolgreich getestet. Heisst dies nun das es nur bei Politikern hilft oder auch bei normalen Menschen?

    einklappen einklappen
  • Jacqueline Weiler am 27.02.2020 07:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ferngesteuert

    Da klingelt die Kasse dann wieder!

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  • Stefan am 27.02.2020 07:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ablenkung

    logisch haben die Amerikaner ein Gegenmittel . Sie haben es ja auch im Labor gezüchtet! Ablenkung von den Probleme in den USA ! ( Wahlen )

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Dani89 am 28.02.2020 23:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
    Giphy Giphy
  • Benni L. am 27.02.2020 18:51 Report Diesen Beitrag melden

    Alles lahmlegen

    Ich schlage den SBB folgendes vor: Keine, aber wirklich keine Züge mehr zirkulieren lassen, weder S-Bahnen, Interregio- noch Intercity. Allen Unternehmen schlage ich vor: Angestellte sollten nicht mehr arbeiten. Supermärkte und andere Läden sowie Restaurants, Cafés, Imbisse ab sofort schliessen.

  • Sigi am 27.02.2020 18:37 Report Diesen Beitrag melden

    Problem-Reaktion-Lösung

    Schaffe ein Problem, erzeuge Chaos und bringe dann die "Lösung", die ohne das Problem niemals durchgesetzt werden könnte...

  • Al am 27.02.2020 17:42 Report Diesen Beitrag melden

    Omg

    Und jeden tag ein aluhut mehr... Wie youtube und co. Die massen verdummen wöre wohl mal einen artikel wert.

  • Kant am 27.02.2020 17:41 Report Diesen Beitrag melden

    Geschäft mit der Hysterie

    Ach kommt schon.. Die sterblichkeitsrate ist gerade einmal 2% bei sars waren es 35%.. Hier muss man niemanden retten ausser vielleicht ein anti hysteriemittel verschreiben. Ist ja peinlich wie in einem angeblich zivilisierten und gebildeten land die leute durchdrehen. Allen voran die medien welche damit easy peasy schlagzeilen und clicks für wochen generieren. Und übrigens es sind die gleichen gruppen gefährdet wie bei einer normalen grippe..