Unnötige Behandlungen

18. September 2019 17:20; Akt: 18.09.2019 17:20 Print

Diese fünf Fragen müssen Sie Ihrem Arzt stellen

Bevor man sich beim Arztbesuch für eine Behandlung entscheidet, sollte man erst ein paar Fragen stellen. So vermeidet man unnötige medizinische Massnahmen.

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Laut der Stiftung für Konsumentenschutz sollten Patienten ihre Ärzte immer nach anderen möglichen Behandlungen und Untersuchungen fragen. Auch sollte man abklären, was für Vor- und Nachteile Behandlungen oder Medikamente haben können. Und natürlich, wie wahrscheinlich es überhaupt ist, dass diese Vor- und Nachteile eintreten. Manchmal kann es sich auch lohnen, erst einmal abzuwarten. Patienten sollten also fragen, was passiert, wenn man auf eine sofortige Behandlung verzichtet. Und schliesslich müssen es auch nicht immer Medikamente sein: Ärzte können einem auch Tipps geben, wie man selbst im Alltag zur Genesung beitragen kann. Seinem Arzt gegenüber sollte man eigentlich offen und ehrlich sein. Denn nur dann kann er einem optimal helfen. Doch, das zeigt eine Studie der University of Utah, behalten viele Menschen dennoch einiges für sich. Mit 42 Prozent am häufigsten verschwiegen wurde häusliche Gewalt. Jeweils zwischen 30 und 40 Prozent behielten Erfahrungen mit sexueller Gewalt, ... ... Depressionen und ... ... Suizidgedanken für sich. Die Gründe: Die Betroffenen schämten sich, wollten nicht verurteilt oder belehrt werden. Ausserdem, fürchteten sie Folgen wie die Verschreibung von Antidepressiva, eine Psychotherapie oder ... ... einen entsprechenden Vermerk in ihrer Krankenakte und daraus resultierende Nachteile. Zudem möchten sie vor ihrem Gegenüber möglichst gut dastehen. Die Forscherinnen regen an, dass Ärzte künftig noch mehr Wert darauf legen, dass sich Patienten in ihrer Praxis wohlfühlen und öffnen. Wie das erreicht werden kann, soll nun untersucht werden.

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Nicht jede Behandlung bringt auch etwas: Schätzungen zufolge sind bis zu 30 Prozent der in der Schweiz durchgeführten medizinischen Massnahmen unnötig, wie die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) schreibt. Darum sollen Patienten sicherstellen, dass sie vor dem Entscheid über eine Behandlung oder Untersuchung alle wichtigen Informationen haben.

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Stellen Sie Ihrem Arzt oft Fragen?

Patienten könnten gar nicht zu viel fragen, schreibt die SKS. So sieht es auch der Ärzteverband FMH: «Wir unterstützen alle Bestrebungen, welche Patientinnen und Patienten in ihrer Kompetenz stärken», sagt Sprecherin Mirjam Benaiah-Olstein zu 20 Minuten. Schliesslich hätten Ärzte eine Aufklärungspflicht. Wer Fragen hat, soll diese schriftlich vorbereiten, da im Stress schnell etwas vergessen gehe.

Bei der SKS heisst es zudem, dass man dem Arzt grundsätzlich diese fünf Fragen stellen soll:

Gibt es andere mögliche Behandlungen oder Untersuchungen?

Die Antwort auf diese Frage sei fast immer ja, schreibt die SKS. Darum müsse man die verschiedenen Möglichkeiten mit dem Arzt besprechen. Nur so könne der Patient gemeinsam mit dem Experten entscheiden, welche Behandlung in der persönlichen Situation am sinnvollsten sei.

Wurden Sie auch schon unnötig behandelt oder mussten Sie Medikamente schlucken, die überhaupt nichts gebracht haben? Bereuten Sie es im Nachhinein, dass Sie bestimmten medizinischen Massnahmen zugestimmt haben? Erzählen Sie uns von Ihrem Erlebnis:

Was sind die Vor- und Nachteile der Therapie?

Dass Medikamente Nebenwirkungen haben können und auch bei Behandlungen etwas schiefgehen kann, weiss man grundsätzlich schon. Was im konkreten Fall für Probleme auftreten können, müssen Patienten aber oft erfragen. Eine fundierte Entscheidung setzt Kenntnis der möglichen Auswirkungen – ob gewünscht oder unerwünscht – voraus.

Wie wahrscheinlich ist es, dass die Vor- und Nachteile eintreten?

Wichtig ist nicht nur, welche Auswirkungen eine Massnahme haben kann, sondern auch, ob sie mit grosser Wahrscheinlichkeit oder nur in sehr seltenen Fällen eintreten. Wenn ein Medikament etwa zu zusätzlichen Beschwerden führen kann, was aber nur extrem selten vorkommt, ist man vielleicht eher bereit, das Risiko einzugehen, – zumindest wenn die Erfolgsrate des Heilmittels sehr hoch ist.

Was passiert, wenn ich auf die Behandlung verzichte?

Oft könne man bedenkenlos etwas zuwarten und die Entwicklung beobachten, schreibt die SKS. Denn manche Beschwerden würden mit der Zeit von selber verschwinden oder auch trotz Behandlung bestehen bleiben. Darum ist es sinnvoll, mit dem Arzt abzuklären, was die Folgen wären, wenn man erst mal auf Massnahmen verzichtet.

Was kann ich selbst zu meiner Gesundheit beitragen?

Viele Patienten besuchen den Arzt, weil sie sich zur Linderung von Beschwerden medizinische Massnahmen oder Medikamente erhoffen. Das ist aber nicht immer der einzige Weg, die Genesung zu unterstützen. Der Arzt kann Patienten auch Tipps geben, wie sie selbst im Alltag dazu beitragen können.

(rkn)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Italo-Schweizer am 18.09.2019 17:31 Report Diesen Beitrag melden

    Sorry, aber...

    wer seinen Arzt bei der Prä-Operativen-Sprechstunde nicht fragt was für Vor- und Nachteile der Eingriff hat und wie die Medikation danach aussieht weiss ich auch nicht weiter. Ist ja auch nicht so...

  • Medizinrecht am 18.09.2019 17:35 Report Diesen Beitrag melden

    Informed Consent

    Vier dieser fünf Fragen gehören per Definition des sogenannten "Informed Consent" bereits zur erforderlichen Aufklärung durch den Arzt. Diese ist juristisch gesehen vor jeder Behandlung notwendig, damit ich den Handlungen des Arztes zustimmen kann. Wenn mich ein Arzt nicht von sich aus darüber informiert, schwindet mein Vertrauen in ihn bereits stark.

  • Mary am 18.09.2019 17:34 Report Diesen Beitrag melden

    Erste Frage

    In der Schweiz bist du gezwungen, eine Krankenkasse zu haben...

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ladyinred am 19.09.2019 14:56 Report Diesen Beitrag melden

    Was ist mit der Psyche?

    Aerzte nehmt euch Zeit und schaut den Mensch ganzheitlich an. Kommt billiger!

  • Ladyinred am 19.09.2019 14:48 Report Diesen Beitrag melden

    Zeitmangel

    Frage ist: hat der Arzt/ Aerztin genug Zeit für 5 Fragen? Oft langts kaum für eine Frage!

  • George R am 19.09.2019 11:27 Report Diesen Beitrag melden

    Wichtige Frage

    Würden sie bei sich oder jemandem aus ihrer Familie eine Chemo/Bestrahlung machen?

  • MediZinEr am 19.09.2019 10:50 Report Diesen Beitrag melden

    Da fehlt was...

    Vor einem Eingriff gehört auch die Frage "Wie oft haben Sie diesen Eingriff schon durchgeführt und wie oft sind dabei die erwähnten Risiken eingetreten?" unbedingt auf diese Liste!

  • PhilippGlanzmann am 19.09.2019 09:01 Report Diesen Beitrag melden

    Ich will 80 werden

    Ich stelle dem Arzt viele Fragen denn meine Gesundheit ist mir wichtig ich bin 48 Jahre alt und will noch 30 Jahre machen