Das droht der Welt

19. Dezember 2011 11:39; Akt: 19.12.2011 11:49 Print

Diese grossen Gefahren lauern 2012

von Elisabeth Rizzi - Zappenduster war die Welt 2011. Aber mit 2012 steht uns ein ebenso finsteres Jahr bevor: ETH-Forscher zeigen die zehn grössten Risiken für die Weltwirtschaft.

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: Sie verursacht Wirtschaftskrisen und destabilisiert das sozio-politische Gefüge der Industrieländer. Fragen, die uns nächstes Jahr beschäftigen, sind: Die Auswirkungen eines Auseinanderbrechen des Euros, die Bewertung von Staatsobligationen und Wechselkursverluste. : Sie tauchen unvermittelt auf. Beispiele sind der arabische Frühling (im Bild die Proteste auf dem Tahrir Platz in Kairo) oder die Krawalle in England. Fortwährende Gewalt aus Nationalismus und Armut destabilisieren die betroffenen Länder und Regionen unvorhersehbar und können sich auf die ganze Weltwirtschaft auswirken. : Die Grundprinzipien der Demokratie werden laut ETH immer öfter ausgehöhlt, selbst wenn noch nicht alle westlichen Länder zu Bunga-Bunga-Nationen geworden sind (im Bild Italiens Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi). Zunehmend werden Rechtssicherheit, Vermögensschutz, der Schutz von Mitarbeitenden in Unternehmen und auch die Einschränkung der globalen Mobilität zum Thema. : Sollte die zweitgrösste Volkswirtschaft der Welt sozial und ökonomisch zusammenbrechen, dann wären unzählige Firmen weltweit betroffen. Rechtzeitige Ausstiegsszenarien und eine Reduktion der Abhängigkeiten vom Reich der Mitte sind deshalb gefragt. : Neue tödliche und resistente Viren wie etwa Ebola (im Bild) mit einer raschen Ausbreitung über den Globus können Panik auslösen und ganze Volkswirtschaften lahmlegen. : Jede neue wissenschaftliche Errungenschaft wie etwa die Nanotechnologie (im Bild) oder synthetische Biologie bringt der Menschheit grosse Vorteile. Aber neue Technologien bergen auch immer die Gefahr des Missbrauchs mit verheerender Zerstörungskraft. Man erinnere sich nur an die Atombombe. : Freie Güter wie Wasser, Erdöl, Lebensmittel etc. werden zunehmend knapp und teuer. Die Wirtschaft muss sich mit Nachhaltigkeitsstrategien beschäftigen, die Abhängigkeit von bestimmten Gütern herunterfahren und die Kosteneffizienz steigern. Nur so lässt sich eine globale Katastrophe vermeiden. : Können Schiffe den Suezkanal (im Bild) oder andere Nadelöhre des Welthandels nicht mehr passieren drohen globale Liefer- und Versorgungsengpässe bei lebenswichtigen Gütern. Unternehmen sind deshalb gefordert, alternative Versorgungswege aufzubauen. : Je länger desto mehr werden Kriege nicht mehr mit Bomben, Gewehren und Propagandazetteln geführt: Cyberattacken wie der kürzliche Angriff des Stuxnet-Wurms (im Bild das betroffene iranische AKW Bushehr) zeigen die verheerende Wirkung elektronischer Waffen. Auch die missbräuchliche Nutzung privater Daten wird zunehmend zum Kriegsinstrument. Firmen müssen deshalb rechtzeitig daran denken, ihre Mitarbeitenden zu schützen, sich selbst gegen Internetattacken zu wappnen und die Auswirkungen eines Betriebsunterbruchs abzuschätzen. : Ein Tage oder Wochen anhaltender Zusammenbruch des Stromnetzes wegen schlechten Weltraumwetters und daraus folgenden Transformatorenschäden oder der Verlust von computergestützten Kontrollsystemen kann zu weltweiten Betriebsunterbrüchen und Datenverlusten führen - mit massivsten Folgen für die Weltwirtschaft.

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Nimmt man die Bedrohungsszenarien des ETH Risk Centers ernst, dann bricht die Welt fast unter der Last zusammen, die auf ihren Schultern liegt. Die Staatsverschuldung 2011 war bloss ein Vorgeplänkel.

Umfrage
Das Jahr 2011 hat Europa und Welt durchgeschüttelt: Schuldenkrise, Finanzkrise, Wirtschaftskrise. Wird das Jahr 2012 noch schlimmer?
69 %
31 %
Insgesamt 2997 Teilnehmer

«Moderne Gesellschaften stehen einer Vielzahl von Risiken unterschiedlicher Art gegenüber mit fliessenden Übergängen und Überraschungspotenzial», warnte Institutsleister Wolfgang Kröger an der Jahresmedienkonferenz der Unternehmensberatung KPMG. (Die zehn grössten Risiken sehen Sie in der obigen Bildstrecke.)

Instabiles Umfeld

Nach Ansicht der Forscher ist nicht zu erwarten, dass sich die Marktverwerfungen in absehbarer Zeit wieder glätten. «Die Wirtschaft kann je länger je weniger von einem stabilen Umfeld ausgehen. Worst-Case- bzw. Krisen-Szenarien gewinnen an Bedeutung», warnt Philipp Hallauer, Riskmanagement-Leiter bei KPMG.


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rösli Köhl am 19.12.2011 15:10 Report Diesen Beitrag melden

    Optimismus ist ein Mangel an Information

    Ich finde viele Kommentare hier höchst bedenklich. Die Mehrheit der Leute wollen lieber schlafen als sich mit der Realität zu befassen. Es gibt einen Fachbegriff für euer leiden: unrealistischer Optimismus". Schlaft weiter, aber weint nicht wenn Ihr von einem grossen Knall geweckt werdet und alles um euch herum in Trümmern liegt...

  • A. Meier am 19.12.2011 13:58 Report Diesen Beitrag melden

    Andere Denkweise

    Wie hat Albert Einstein gesagt? "Man kann Probleme nicht mit der gleichen Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind." Ich denke, das sollte uns leiten und und dazu veranlassen, auch mal neue Gedankenwege zu beschreiten statt immer nur an Krisengipfeln zu reden und trotzdem nichts tun.

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  • Chris K am 19.12.2011 12:39 Report Diesen Beitrag melden

    Pessimismus

    Immer dieser Pessimismus! Schaut doch mal positiv in die Zukunft und geht davon aus, dass es wieder besser wird. Dann wirds auch besser!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Geni Albin am 21.12.2011 12:01 Report Diesen Beitrag melden

    Falsche ängste

    Das einzige was wir beachten müssen sind unsere elemente, Wasser, Wind, Sone, Erde, gibs eines dieser elemente nicht gibt es uns nicht. Das wasser wird verseucht, Die Erde wird ausgebeutet, Die Sonne wird immer Akktiver, die winde immer Heftiger, all das durch unsere Gier verursacht. Dass muss unsere Angst sein da müssen wir sorge halten den sonst ist es um uns geschehen. und Geld nicht abschafen sondern den Zins..

  • tobi am 20.12.2011 14:58 Report Diesen Beitrag melden

    Thrive

    Schaut euch den Film "thrive - Blütezeit" auf Youtube an. Sehr interessant und sehenswert. Erklärt was in der Welt so abgeht und wie wir eine bessere Gesellschaft bilden können. unbedingt anschauen. den GANZEN film!

  • Bulk Thomas am 20.12.2011 13:29 Report Diesen Beitrag melden

    Anpacken!

    Gleich was für grosse Erreignisse geschehen werden eins ist klar bei der wachsenden Bevölkerung wird es noch viel Grundlebensmittel brauchen. Schlussendlich brauchen wir Essen, Wasser, Wärme und Sex. Darum Vorrat im Keller, Holz für den Ofen und ein Doppelbett unter dem Dach. Wir werden plötzlich die Rasen Grünflächen mit Kartoffeln anpflanzen müssen! Und dem ÜBERLEBENSWILLEN WEGEN werden wir alle (hoffentlich) wieder zu Ökobauern.

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    • Echo vom Pflanzblätz am 20.12.2011 12:44 Report Diesen Beitrag melden

      Da sprach die Stimme aus dem Dunkel ...

      ..."ich dachte, es gibt nichts schlimmeres, aber es wird noch (viel) schlimmer ...." Bei den Politos, weltweit, die dieses Unheil angeichtet haben, noch zu glauben, dass diese "gleichen" arroganten, ignoranten und inkomeptenten - Schaumschläger/ -Weichspüler die "Chose" auf die Reihe kriegen, ist obsolet und hirnrissig.

    • pff ui am 20.12.2011 11:20 Report Diesen Beitrag melden

      Stop

      Pessimist ist der einzige Mist worauf nichts wächst!