Lehre mal anders

06. Oktober 2018 17:54; Akt: 06.10.2018 17:54 Print

Remo (19) fliegt mit dem Helikopter zur Arbeit

Remo lernt Betriebsinformatiker und begleitet momentan den Umstieg auf IP-Telefonie in SAC-Hütten. Oft wird er dafür vom Helikopter abgeholt.

Mit dem Helikopter abgeholt zu werden, gehört zu Remos Alltag. (Video: rkn Musik: Sub.Sound: https://creativecommons.org/licenses/... Music provided by RFM: https://youtu.be/Pzf_utOVQnc)
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Von einem Informatikerlehrling würde man nicht unbedingt erwarten, dass er regelmässig per Helikopter in die Berge fliegt. In Remo Schmitters (19) Fall ist das aber so – er macht bei der Swisscom die Lehre als Betriebsinformatiker und ist seit Februar beim Grundversorgungsprojekt des Telecomanbieters.

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Remo rüstet in den Alpen die Hütten des Schweizer Alpen-Clubs (SAC) auf die aktuelle All-IP-Technologie um. Mit der schweren Ausrüstung gelangen die Swisscom-Mitarbeiter oft nur über den Luftweg in die entlegenen Bergregionen.

20 Minuten begleitete Remo zu einer Installation in der Binntalhütte im Oberwallis, die derzeit gerade komplett umgebaut und voraussichtlich im Frühling 2019 wieder für Wanderer eröffnet wird.

Die Aussicht auf Remos Arbeitsweg im Video oben.

Machst auch du eine Lehre, die nicht viele andere in der Schweiz machen? Erzähl uns davon! Wir besuchen dich vor Ort, begleiten dich einen Tag lang bei der Arbeit und machen ein Video über deinen speziellen Job.

Aufwendige Installation

Der Lehrling montiert zusammen mit ICT-Techniker Kevin Schulthess (22) eine Aussenantenne an der SAC-Hütte, die das extrem schwache 4G-Signal in der abgelegenen Region problemlos auffangen kann. Der Router greift dann per SIM auf das Netz zu – genauso, wie das auch ein Handy tun würde.

Die Montage ist aufwendig: Die Antenne soll an die oberste Ecke der Hauswand in rund 8 Meter Höhe kommen. Remo und Kevin wechseln sich auf der wackeligen Leiter ab – der eiskalte Wind macht die Feinarbeit mit den Händen noch schwieriger.

Hürden bei Verkabelung und Aufschaltung

Auch bei der Verkabelung gibt es Probleme: Die Leitungen sind etwas zu dick, um durch den kleinen Kanal in der steinernen Hauswand zu passen. Aber die beiden Techniker trennen die Kabelstränge und finden so einen Weg.

Danach richtet Remo im Innern der SAC-Hütte die Verbindung ein, während Kevin ein Telefon installiert. Um die SIM-Karte freizuschalten, muss Remo noch beim Swisscom-Kundendienst anrufen. Leichter gesagt als getan: Der Empfang ist ausserordentlich schwach. Etwas abseits von der Hütte klappt es dann aber doch.

Abwechslung zum Büroalltag

Schliesslich funktioniert alles und die beiden bestellen per Telefon den Helikopter. «Man sieht bei diesem Job viel von der Schweiz», sagt Remo zu 20 Minuten. Es sei zudem eine schöne Abwechslung im Vergleich zu den typischen Bürotätigkeiten des Informatikers.

Wenn Remos Lehre Mitte 2019 endet, wird er aber wohl doch wieder ins Büro zurückkehren, wie der Auszubildende sagt. Netzwerktechnik sei nicht das, was er auf Dauer machen wolle, auch wenn ihm die Arbeit gefalle: «Während meiner Ausbildung habe ich viele verschiedene Fachrichtungen kennen gelernt und möchte eher in Richtung Webdesign gehen.»

(rkn)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Alpin! am 06.10.2018 18:34 Report Diesen Beitrag melden

    Alles Gute

    Toll? Hammerjob gefasst!!! Das kommt nicht alle Jahr vor! Voll gegönnt!!!

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  • Michelle am 06.10.2018 18:48 Report Diesen Beitrag melden

    Hammer

    Da kann man einfach nur sagen: Geneisse es. Echt klasse und ein wahnsinnig tolles Erlebnis. Gegönnt sei es ihm.

  • Adrian am 06.10.2018 18:05 Report Diesen Beitrag melden

    Jeder sollte fliegen an die Arbeit

    Der Jüngling macht das richtig!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Jorge am 08.10.2018 12:24 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Witz

    Braucht man wirklich überall Telefon? Am besten auch schon für 8 G vorbereiten damit noch schneller gesurft werden kann. Und nicht vergessen unterwegs lan anbieten!

    • André am 10.10.2018 12:32 Report Diesen Beitrag melden

      ja, dort schon..

      Gerade eine SAC Hütte ist absolut sinnvoll Kontakt zur Aussenwelt zu haben. Lawinenunfälle, Überlast der Hütte, Notfälle, Vermisstenmeldungen etc. . Schade dass es leute gibt die nicht über den eigenen Tellerrand raus sehen...

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  • Fritz Brunz am 08.10.2018 10:35 Report Diesen Beitrag melden

    Vielflieger

    Geil, Geil und nochmals Geil! Ich wünschte wir alle könnten zur Arbeit fliegen. Ich fliege immer wenn ich kann. Vor kurzem bin ich von Zürich nach Genf geflogen. Über london kostete es nur 18Chf. Auch sinnloses herumfliegen macht spass

  • schlechter am 08.10.2018 08:25 Report Diesen Beitrag melden

    Ausbilder

    die Leiter ist viel u kurz und steht zu steil !! wenn ausbilden, dann richtig !!

  • urschweizer am 07.10.2018 17:38 Report Diesen Beitrag melden

    Warum auch da noch ...

    Freute mich an der Ruhe in den SAC-Hütten. Mind. bisher. Denn nun wird das sinnlose Geschwafel auch da Einzug halten. Die werden mich nicht so schnell wieder da oben antreffen. Sinnlose Geldverschwendung.

  • upk am 07.10.2018 09:50 Report Diesen Beitrag melden

    Cool

    Wäre auch darüber berichtet worden,wenn der Auszubildende Mergim, Agim oder Nasim heissen würde?

    • TschendraKizmik am 07.10.2018 11:02 Report Diesen Beitrag melden

      Jup voll

      Dann erst recht.

    • Alternative für die Schweiz am 07.10.2018 11:44 Report Diesen Beitrag melden

      Geschneeflöckelte Gender Redbull Generation

      Nein wäre es nicht... und das ist gut so... armer verlorene rote Seele!!

    • Jolly am 07.10.2018 14:41 Report Diesen Beitrag melden

      Wieso,?

      Möchten Sie über Ihr Problem sprechen? Ich wünsche Ihnen mehr Freude am Leben....

    • Werni am 07.10.2018 16:40 Report Diesen Beitrag melden

      Sicher

      Ja sicher,nur wenn er upk heisst dann nicht.

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