Paul Elliot Singer

31. Juli 2014 11:38; Akt: 31.07.2014 16:07 Print

Dieser Milliardär brachte Argentinien zu Fall

von Yves Hollenstein - Argentinien ist pleite. Schuld daran trägt auch der Amerikaner Paul Elliot Singer. Der 69-jährige Hedgefonds-Manager zeigte sich in den Verhandlungen unerbittlich.

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Unnachgiebig beharrte Paul Singer auf seinen Forderungen und trieb Argentinien so in die Staatspleite. (Bild: World Economic Forum)

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Bis zur letzten Minute wurde gerungen, doch am Donnerstagmorgen war klar: Argentinien konnte sich mit seinen Gläubigern nicht einigen. Dem südamerikanischen Land droht zum zweiten Mal nach 13 Jahren die Staatspleite. Nie werde man sich den «Geiern» unterwerfen, schimpfte der argentinische Wirtschaftsminister Axel Kicillof nach den gescheiterten Verhandlungen.

Der grösste dieser «Geier» ist der New Yorker Milliardär Paul Elliot Singer. Der Gründer des 23,8 Milliarden Dollar schweren Hedgefonds NML Capital kaufte vor sechs Jahren argentinische Staatsanleihen. Damals zum Spottpreis - doch jetzt besteht er auf der vollen Rückzahlung der Papiere zum Nennwert inklusive der Zinsen. Dies, obwohl die meisten anderen Gläubiger einer Umschuldung zu schlechteren Konditionen zugestimmt hatten.

Vermögen mit Staatspleite gemacht

Singer begann im Jahr 2008 mit argentinischen Staatsanleihen zu spekulieren. Die Südamerikaner litten seit 2001 unter einer schweren Wirtschaftskrise. Das Finanzsystem brach damals zusammen und die Regierung war nicht mehr imstande, die Schulden von mehr als 100 Milliarden Dollar zu zahlen. Argentiniens erste Pleite. Die meisten Investoren traten panikartig die Flucht an.

Singer aber kaufte Jahre später grosse Mengen der spottbilligen argentinischen Staatspapiere auf. Er spekulierte darauf, dass sich das Land erholt und so eines Tages zahlen kann – oder zahlen muss. Und genau dies ist eingetroffen. Singers Investition von 48 Millionen Dollar ist heute theoretisch 832 Millionen wert.

Was für Argentinien eine Tragödie ist, ist für Singer der grösste Triumph seines Lebens. Wobei er die Schuld bei den Argentiniern selber sieht: «Das Land hat eine verheerende Steuerpolitik. Und dann legt sich Argentinien auch noch mit grossen Konzernen an und zahlt den Gläubigern einfach das Geld nicht zurück», sagte der Jurist in einem seiner seltenen Interviews.

Für Schwule, gegen Obama

Der Mann, der Argentinien mit in die Staatspleite trieb, gilt als extrem erfolgreicher Spekulant und Visionär, der die Finanzkrise als einer der Ersten kommen sah. Doch der Sohn eines Apothekers lebt auch von Widersprüchen. Mit Millionen fördert er die Schwulenbewegung, denn sein Sohn ist homosexuell. Andererseits ist er vehement gegen die Demokratie und damit auch gegen US-Präsident Barack Obama. Singer ist für die Polizei, aber gegen den Staat.

Von Letzterem rührt wohl auch seine einfache, aber erfolgreiche Anlagestrategie. Immer wieder investiert er in Schuldner, die nicht mehr zahlungsfähig sind. Vor Argentinien hat er bereits Peru auf ähnliche Weise mit Staatsanleihen-Geschäften an den Rand der Pleite getrieben.

Am meisten fürchtet sich Singer allerdings nicht vor einem Börsencrash oder einem Atomangriff: Die grösste Gefahr für die Weltwirtschaft lauert gemäss dem New Yorker Hedgefonds-Manager im All. In einem Brief an Investoren, der der Nachrichtenagentur Bloomberg vorliegt, warnt er vor einem elektromagnetischen Impuls von der Sonne, der die Energienetze auf der Erde lahmlegen könnte.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Daniel Keller am 31.07.2014 13:30 Report Diesen Beitrag melden

    Welcher Amateur hat das geschrieben?

    Hier strotzt es ja von groben sachlichen Fehlern. Die Kriese in Argentinien war wohl 2001 und nicht 2011. Und der gute böse Hedgefondsmanager mag wohl die politische Partei der "Demokraten" nicht. Das heisst aber sicher nicht, dass er gegen die "Demokratie" ist. Wenn man aus dem englischen abschreibt, muss man wenigstens doch ein bisschen Hintergrundwissen zum politischen System in den USA haben...

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  • Neutral Expert am 31.07.2014 11:42 Report Diesen Beitrag melden

    Schulden nach amerikanischem Recht

    Argentinien hat seine Schulden - Obligationen nach amerikanischem Recht ausgegeben, um günstigere Konditionen am Kapitalmarkt zu erhalten. Dies hat sich nun als Nachteil herausgestellt. Ein Schuldenschnitt kann halt nicht einseitig gemacht werden. Bin auch kein Hedge-Fund-Fan, aber Argentiniens Vorgehen ist noch verwerflicher.

  • Fabian am 31.07.2014 12:01 Report Diesen Beitrag melden

    Logik

    Moralisch mag Singers Vorgehen auf wackligen Beinen stehen, aber emotionslos und profitorientiert betrachtet gibts nur ein Urteil: genial! Mit Staaten ist es halt wie bei uns Privatpersonen: borge niemals Geld, das du nicht zurückzahlen kannst! So einfach ist es.. Ich hoffe indes, dass es die argentinische Bevölkerung nicht allzu hart treffen wird!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Hary Poter am 01.08.2014 09:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Trottel

    Das ist einer dem das geld wichtiger ist als das wohl von Milionen Menschen

  • weg da am 01.08.2014 08:45 Report Diesen Beitrag melden

    Die Idee der Marktwirtschaft

    wäre eigentlich, dass nach einer Pleite fähigere Leute die Chance zu einem Neuanfang erhalten. Die Hetzjagd gegen einen einzelnen Investor soll doch nur davon ablenken, dass es für die Regierung höchste Zeit zum Rücktritt wäre.

  • Rednose am 01.08.2014 08:35 Report Diesen Beitrag melden

    Super Egoismus!

    Das ist ja typisch für die heutigen Grossaktionäre und Grossvermögende! Das durch ihr Verhalten Millionen Menschen in z.T. bitterste Armut gelangen, kümmert den Typen offensichtlich überhaupt nicht. Sein Geld wäre ebenso gut, sogar viel besser in sozialen Werken oder in arbeitsplatzfördernde Projekte angelegt. Es wird unglaublich viel über "Nachhaltigkeit" gefaselt, getan wird aber herzlich wenig. Gut, dass er das Universum, spez. die Sonne nicht auch noch kaufen kann. Die machen ganz bestimmt was sie wollen, denen ist Herr Singer so ziemlich egal!

  • ruedi f am 01.08.2014 08:23 Report Diesen Beitrag melden

    singer?

    der name kommt mir irgendwie bekannt vor, so ähnlich wie bronfman, zuckerberg oder goldstein, aus welcher richtung kommt denn der?

  • Studiosus am 01.08.2014 05:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht jahrhundertelang den selben Fehlerachem!

    Singers Methode ist nicht neu. So von 1300 bis 1900 wurde sie auch in Europa angewandt, indem immer dieselben Kreise den Fürsten und Herren mehr und noch mehr ausliehen, um im Falle des Zahlungsverzugs dann selbst die Macht zu übernehmen. Die Folgen sind bekannt.