Schlechtes Zeichen

01. Oktober 2011 08:27; Akt: 01.10.2011 11:31 Print

Doktor Kupfer taucht ab

von Hans Peter Arnold - Düsteres Signal aus dem Rohstoffmarkt: Der Kupferpreis ist im freien Fall. Für die Weltkonjunktur verheisst das erfahrungsgemäss nichts Gutes.

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Containerverlad an einem Terminal im Hafen von Hamburg: Aus dem Rohstoffmarkt kommen negative Signale für den Welthandel und die Weltkonjunktur. (Bild: Keystone)

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Die Aktienmärkte haben nur kurzfristig von der Zustimmung des deutschen Parlaments zum erweiterten Euro-Rettungsschirm profitiert. Bereits steigt der Druck auf die Aktienkurse wieder. Die Insider der Märkten haben den Schuldigen gefunden: Der Kupferpreis ist im freien Fall. Seit Anfang Monat sank er um 23 Prozent. Verglichen mit den Preisen von Anfang August beträgt der Kursrutsch sogar 28 Prozent. Anfang Jahr hatte der Kupferpreis noch ein Rekordhoch erreicht und damit Kriminelle zu Kupfer-Diebstählen verleitet.

Das Kupfer gilt als besonders konjunktursensitives Metall. Ihm wird nachgesagt, einen Doktor-Titel in Volkswirtschaft zu tragen. Deshalb sprechen Analysten auch von Dr. Copper als einem Indikator für den Zustand der Weltkonjunktur. Der starke Rückgang des Kupferpreises verheisst also nichts Gutes. Die Rohstoffmärkte gehen von einer erheblichen Abkühlung der Weltkonjunktur aus. Rezessionsängste erhalten in diesem Umfeld Auftrieb.

Beliebtes Metall

Kupfer wird in der Autoproduktion verwendet, für den iPad, für Computerchips, in der Gebäudeinstallation sowie für Kupferleitungen in Infrastrukturprojekten. Bis heute gehört Kupfer zu den am häufigsten verwendeten Metallen der Welt. Durch die hervorragende Leitfähigkeit für Elektrizität ist das Kupferkabel das am häufigsten verwendete Elektrokabel.

Die Periode zwischen dem 4. und 3. Jahrtausend vor Christus gilt sogar als Kupferzeit. Zunächst wurde Kupfer nur in der Reinform verwendet, später jedoch auch zum Legieren beziehungsweise Mischen mit anderen Metallen.

Die grössten wirtschaftlichen förderbaren Kupferreserven liegen derzeit in Chile und den USA, wobei Kupfer weltweit abgebaut wird. Die Kupfervorkommen in Chile und den USA sollen zusammen rund ein Viertel der globalen Kupferreserven ausmachen. In Deutschland wird fast die Hälfte der Kupferproduktion über Recycling gedeckt, weltweit macht dieser Anteil jedoch nur rund zehn Prozent aus.

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