Börse

26. November 2009 17:33; Akt: 26.11.2009 17:45 Print

Dubais Geldnöte stürzen Börsen in Sinkflug

von Pan Pylas und Barbara Surk, AP - Die Party ist vorbei: Den Staatsunternehmen in Dubai steht das Wasser bis zum Hals. Aus Verunsicherung über die Geldnöte des einst boomenden Golfemirats sind die Börsen weltweit arg unter Druck geraten. Auch an der Schweizer Börse tauchte der SMI.

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Mit 6283 Punkten verlor er 2,26 Prozent gegenüber dem Vortag. Der Deutsche Aktienindex (DAX) fiel um 3,25 Prozent und der FTSE 100 in London um 116,65 Punkte ebenfalls um 3,18 Prozent und in Paris schloss der CAC 40 um 3,41 Prozent. Auch die asiatischen Börsen schlossen zuvor deutlich schwächer. Der Index in Schanghai verzeichnete seinen höchsten Tagesverlust seit fast drei Monaten.

«Das Schuldendebakel von Dubai und die daraus entstandene Unsicherheit hat einen starken Dominoeffekt gehabt», sagte der Analyst David Buik von BCG Partners in London. Der mit etwa 60 Milliarden Dollar (knapp 40 Milliarden Euro) verschuldete Staatsfonds Dubai World hatte am Vortag seine Gläubiger um einen mindestens sechsmonatigen Zahlungsaufschub gebeten und damit die internationalen Finanzmärkte verunsichert.

Dubais Ruf ist erschüttert

Bei den Investoren löste die Nachricht Besorgnis vor einem möglichen Übergreifen der Finanznöte auf andere Golfstaaten aus. Auch Dubais Ruf als Magnet für internationale Investitionen wurde erschüttert. In einer Einschätzung der Washingtoner Eurasia Group hiess es, falls Dubai World tatsächlich seine Zahlungen einstellen müsse, werde dies «sehr ernste negative Auswirkungen auf die Staatsverschuldung von Dubai, auf Dubai World und das Vertrauen in die Märkte in den gesamten Vereinigten Arabischen Emiraten haben».

Dubai wurde vor einem Jahr am härtesten von allen Golfstaaten von der Finanzkrise gebeutelt. Inzwischen liegen dutzende Bauprojekte in dem einstigen Boom-Staat auf Eis, und Gastarbeiter verliessen in Massen das Land. Das staatseigene Konglomerat Dubai World und seine Immobilientochter Nakheel, die die berühmte künstliche Insel «Palm Jumeirah» baut, sind besonders stark betroffen.

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