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13. März 2019 18:30; Akt: 13.03.2019 18:36 Print

Wie viel Aufwand ist für 1 ECTS wirklich nötig?

Seit der Bologna-Reform sind an den europäischen Hochschulen alle Studienleistungen mit einem einheitlichen Punktesystem versehen.

Mit der richtigen Strategie kannst du den zu lernenden Stoff schnell und effizient aufnehmen.
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Was bedeutet ECTS überhaupt?

Die Abkürzung ECTS steht für «European Credit Transfer System». Umgangssprachlich wird im Studium oft auch einfach von Credits gesprochen. Diese Credits sind eine Masseinheit für den Aufwand, den du für ein bestimmtes Fach aufbringen musst. Dank den Credits wird das Leistungssystem von Hochschulen in ganz Europa verständlicher und Abschlüsse können besser miteinander verglichen werden. Zudem wurde durch die Einführung des ECTS das Wechseln von einer Uni an eine andere massiv vereinfacht. So kannst du nun beispielsweise problemlos ein Semester im Ausland studieren und dir die dabei belegten Kurse anrechnen lassen.

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Wie lernst du am besten?

Wie viel muss ich leisten, um einen ECTS-Punkt zu erhalten?

Ein Credit entspricht etwa 30 Arbeitsstunden. Kannst du mit dem Belegen eines Fachs sechs Credits erlangen, solltest du etwa 180 Stunden dafür aufwenden. Darin integriert sind Vorlesungszeit, so wie auch die Zeit die du für die Vor- und Nachbearbeitung und zum Lernen brauchst. Höchstwahrscheinlich benötigst du tatsächlich nicht den ganzen Umfang der dir empfohlenen Zeit, um deine Leistung zu erbringen. Realistisch betrachtet wirst du selten tatsächlich jede Vorlesung besuchen, vor- und nachbearbeiten, alle Texte vollständig lesen und den Inhalt danach noch mit deinen Kommilitonen besprechen.

Wie nutze ich meine Zeit effizient, um mir meine Credits zu erarbeiten?

Wichtig ist, dass du möglichst zu Beginn deines Studiums herausfindest, wie du am besten lernst, so kannst du deine Zeit bestmöglich nutzen. Dazu solltest du dir Gedanken darüber machen, welcher Lerntyp du bist.

1. Die Leseratte
Pflichtlektüre ist Pflicht, das ist klipp und klar für dich. Du verschlingst das 500-seitige Buch über statistische Kennwerte in zwei Tagen und lernst dabei mehr, als du jemals in einer Vorlesung hättest aufnehmen können. Kurz vor der Prüfung überfliegst du den Brocken nochmals, um dir die Definitionen richtig einzuprägen. Während deine Kollegen eine hitzige Diskussion darüber führen, was ein Alpha- und was ein Beta-Fehler ist, konzentrierst du dich lieber aufs geschriebene Wort.

2. Der aufmerksame Vorlesungsbesucher
Die Dozenten kennen dich alle beim Namen, weil du in jeder Vorlesung anwesend bist und deinen Stammplatz in der ersten Reihe besetzt. Du saugst die Informationen auf und läufst zufrieden aus dem Saal – du hast tatsächlich was gelernt! Das «Pflicht» in Pflichtlektüre ignorierst du jedoch galant, Lesen empfindest du als komplett unnötig, da du dir dabei nichts merken kannst.

3. Die Schwaffeltante
«Häää, aber können wir das bitte nochmals besprechen? Ich verstehe es nicht!» Dich findet man nie in einer Bibliothek, denn du kannst nicht leise lernen. Mit deinen Kollegen triffst du dich an einem gemütlichen Ort, wo ihr Übungen gemeinsam durchgehen könnt. Auch wenn es manchmal etwas länger dauert: Du musst den Stoff besprechen, um ihn dir merken zu können.

4. Der Künstler
Zu Beginn des Studiums legst du dir ein gigantisches Whiteboard zu. Mit Mindmaps, Skizzen und Diagrammen zeichnest du Kunstwerke aus dem zu lernenden Stoff. Die visuelle Darstellung hilft dir, die Materie zu verarbeiten und aufzunehmen. Vorlesungen besuchst du selten, denn das gesprochene Wort geht bei dir zum einen Ohr rein und zum anderen wieder raus.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Realist am 13.03.2019 19:03 Report Diesen Beitrag melden

    Theorie & Praxis

    Was für eine pauschale Blödsinnanhabe. An der ETH reichen 30 h/ECTS nirgends hin und als Sozologiestudent reichen auch 5h/ECTS. Studiere selber Wirtschaftsinfo an der Uni. Mehr als 15h/ECTS sind nicht nötig.

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  • Simona am 13.03.2019 19:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stimmt

    Nicht in jedem Studium ist es erlaubt, einfach zu kommen und zu gehen wann man will. Vielfach gibt es eine Anwesenheitskontrolle. Oft muss man auch Arbeiten schrieben, die sehr viel Zeit benötigen. Also 30 Arbeitsstunden kommen schon hin. Aber viellicht nicht bei jedem Studiengang...

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  • Franz W. am 13.03.2019 18:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bedingt aussagestark

    Mit dem Bolognasystem zeigt man leider nur, dass man sich eine gewisse Anzahl Stunden mit einem Thema auseinandergesetzt hat. Ob man den Stoff auch wirklich begriffen hat, darüber geben die Punkte nur bedingt Auskunft.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Sergei Sobolblöff am 14.03.2019 22:12 Report Diesen Beitrag melden

    MINT

    Studierst du Mathematik ob Uni oder ETH, dann sind das weit mehr als 30 Stunden pro ECTS. Dann gibt es je nach Fach auch noch Durchfallquoten von 30-40%.

  • Tanja am 14.03.2019 11:43 Report Diesen Beitrag melden

    Minimum

    Es gibt halt zwei Typen von Studis, analog zu den zwei Typen Arbeiter: Typ 1 macht genau das, was der Chef von ihm verlangt. Nicht mehr und nicht weniger. Deswegen gibt's auch nie Rüffel vom Chef. Aber halt auch nie eine Beförderung. Und trotzdem wundert man sich, weshalb man nie "belohnt" wird. Wird man doch. Mit dem Lohn... Typ 2 macht mehr als der Verlangte, denkt mit, macht mal freiwillig Überstunden etc. Der kriegt dann Lohn UND wird auch hin und wieder mal ge- und befördert. Er wird für einen Beitrag, der über das minimal Verlangte hinausgeht belohnt... Wie in allem im Leben.

    • marko 34 am 14.03.2019 21:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Tanja

      Super

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  • james mc'neil am 14.03.2019 10:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Superpunkte

    Die Punkte sind wie Superpunkte im Coop. Einfach genug Fächer belegen, Punkte sammeln und irgendwann gibt es ein hüsches Zertifikat. Die Punkte sagen überhaupt nichts aus. Manchmal ist der aufwand für 4-6 Kredits immens, manchmal gibts gratis 3-6 Punkte ohne Lernaufwand. Das System ist nur eine hübsche Makulator. Einfach genug Sammeln, mehr gibt es nicht zu wissen. Die 30 Stunden Aufwand pro Kredit sind das statistische Mittel. In der Praxis taugt das nichts.

    • marko 34 am 14.03.2019 21:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @james mc'neil

      Super

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  • Peter Vogel am 14.03.2019 08:15 Report Diesen Beitrag melden

    1 Abend pro Prüfung

    Bei mir hat es mit der klassischen "fauler Student" Strategie fnktioniert. Jeweils die 1. und die letzte Vorlesung eines Fachs besuchen und am Abend vor der Prüfung alle PDFs durchscrollen . Den Bachelor in Wirtschaftsinformatik habe ich seit einigen Jahren in der Tasche und der Lohn ist im komfortablen 6-stelligen Bereich. Studieren ist eine einzige Alibiübung für ein Stück Papier.

    • Kaffeeschlürfer am 14.03.2019 14:52 Report Diesen Beitrag melden

      Alibiübung

      Dann ist ja Studieren fast genau das gleiche wie Wirtschaftsinformatik..?

    • Hugop am 14.03.2019 22:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Peter Vogel

      Nicht jeder ist so ein Gefühl wie sie ... Gratuliere zu ihrem Lohn.

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  • Ste am 14.03.2019 07:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gamer

    Ihr habt den Gamer vergessen, der passiv das Vorgetragene aufnimmt und im Unterbewusstsein speichert und anschliessend 2 Tage vor dem Test immer noch cool und zufrieden seine Runden zockt.