Wegen Android

18. Juli 2018 13:24; Akt: 18.07.2018 13:35 Print

Google legt Einspruch gegen Rekordbusse ein

Der US-Konzern soll seine Dominanz bei Handy-Betriebssystemen ausgenutzt haben.

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Der US-Konzern Google legt Einspruch gegen die EU-Rekordbusse wegen illegaler Praktiken beim Vertrieb seines mobilen Betriebssystems Android ein. «Wir werden gegen die Entscheidung der Kommission Berufung einlegen», teilte ein Sprecher von Google am Mittwoch mit. Die EU-Wettbewerbshüter hatten zuvor eine Geldstrafe von 4,34 Milliarden Euro gegen Google verhängt und das Unternehmen unter Androhung von Zwangsgeldern aufgefordert, die kritisierten Praktiken abzustellen.

Die EU-Kommission wirft Google vor, Herstellern von Android-Smartphones und Tablets sowie Betreibern von Mobilfunknetzen «seit 2011 rechtswidrige Einschränkungen auferlegt» zu haben. Ziel sei es gewesen, die «beherrschende Stellung» bei Internet-Suchdiensten zu festigen.

Der US-Konzern wies die Vorwürfe zurück. «Android hat mehr Auswahl für alle geschaffen, nicht weniger», erklärte der Google-Sprecher. «Ein lebendiges Ökosystem, schnelle Innovation und niedrigere Preise sind klassische Merkmale eines robusten Wettbewerbs.»

Weitere Bussgeld-Entscheidung

Google hatte im vergangenen Jahr bereits Einspruch beim Gericht der Europäischen Union gegen eine weitere Bussgeld-Entscheidung der EU-Kommission eingelegt. Dabei ging es um die Suche nach Online-Shopping-Angeboten. Google war in dem Fall im Juni 2017 wegen der Benachteiligung von Konkurrenten zur Zahlung von 2,42 Milliarden Euro verdonnert worden.

Derartige Verfahren vor der EU-Justiz dauern mindestens anderthalb Jahre. Nach einer erstinstanzlichen Entscheidung wäre nochmals Revision vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) möglich.

(kaf/afp)