Detailhändler einigen sich

02. Mai 2018 11:26; Akt: 02.05.2018 15:26 Print

Nach Nestlé-Boykott senkt Coop nun die Preise

Coop und Nestlé haben ihren Preiskrieg beendet. Coop stellt die Produkte des Lebensmittelriesen wieder in seine Regale. Und plant Sonderaktionen.

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Nestlé streitet sich mit den Händlern der Einkaufsvereinigung Agecore um die Einkaufsbedingungen. Nun stehen der Nahrungsmittelmulti und die Detailhändler offenbar vor einer Einigung. Man habe sich auf einen grundsätzlichen Kompromiss geeinigt. Beim Streit zwischen Nestlé und den sechs Agecore-Händlern (Edeka, Coop, Intermarché, Colruyt, Conad und Eroski) geht es um viel Geld. Laut der ZKB dürfte Nestlé mit den genannten Supermarktketten einen Umsatz von zwei Milliarden Franken erzielt haben, was 10 Prozent des Europa-Umsatzes entspricht. «Wir sind in der letzten Woche vorangekommen, aber wir sind noch lange nicht am Ziel», sagte Edeka-Chef Markus Mosa. Coop wirft Nestlé zu hohe Einkaufspreise vor und hat rund 200 Artikel aus den Regalen verbannt. Vor Beginn des Preiskrieges hatte Coop über 800 Artikel aus dem Nestlé-Universum im Sortiment. Bei Coop wurden etwa Salatsaucen von Thomy ... ... La Fina von Buitoni ... ... Azera von Nescafé ... ... sowie Perles von Cailler ausgelistet. «Diese aggressive und europaweit koordinierte Vorgehensweise ist gerade für die Schweiz neu. Sie entspricht sicher nicht dem bisher guten Vorgehen in der Branche», sagte Nestlé-CEO Mark Schneider in einem Interview mit der« Neuen Zürcher Zeitung». Was tun die anderen Schweizer Detailhändler? «Es gehört zu den täglichen Aufgaben der Einkaufsabteilung, bessere Konditionen auszuhandeln», heisst es bei Volg. «Wir verhandeln stets hart mit unseren Lieferanten. Dies geschieht unabhängig von der Preispolitik der Mitbewerber», teilt die Migros mit.

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Der Boykott von Mitte Februar ist beendet. Die europäischen Detailhändler, zu denen auch Coop gehört, und der Lebensmittelriese Nestlé vereinbarten am Mittwoch neue Einkaufsbedingungen. «Wir haben eine Einigung erreicht», sagt ein Nestlé-Sprecher zu 20 Minuten. Zu den Bedingungen gab es keine näheren Angaben. Bei Coop hiess es: «Preisanpassungen werden in den kommenden Wochen wie immer in der ‹Coop Zeitung› kommuniziert.»

Seit Wochen verbannte Coop reihenweise Nestlé-Produkte aus seinen Regalen. Nun plant der Detailhändler «grosse, attraktive Aktionen auf allen Nestlé-Produktegruppen», so Sprecher Urs Meier. Mitte Mai werde beispielsweise für zwei Wochen eine grosse Aktion mit bis zu 30% Rabatt auf über 500 Nestlé-Produkte lanciert. Darunter seien Marken wie Thomy, Leisi, Mövenpick, Findus, Frisco, LC1, Hirz, Cristalp-Wasser, Henniez, Maggi, Buitoni, Cailler, Smarties, Nescafé, Le Parfait, Nestle-Cerealien, Kit-Kat, Nesquik, Stalden und Incarom.

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Auch Nestlé begrüsst die Einigung

«Wir begrüssen die Tatsache, dass eine ausgewogene Einigung mit Agecore erzielt wurde und dass die ganze Palette der Nestlé-Produkte bald wieder bei Coop sowie den anderen Mitgliedern der Europäischen Händlerallianz Agecore erhältlich sein wird», erklärt der Nestlé-Sprecher.

Beim Streit zwischen Nestlé und den sechs Agecore-Händlern (Coop, Edeka, Intermarché, Colruyt, Conad und Eroski) ging es um viel Geld. Laut der ZKB dürfte Nestlé mit den genannten Supermarktketten einen Umsatz von zwei Milliarden Franken pro Jahr erzielt haben, was 10 Prozent des Europa-Umsatzes entspricht. 30 Prozent potenzieller Umsatzverlust entsprechen hochgerechnet auf ein Jahr einer Einbusse von rund 600 Millionen Franken. Da der Boykott jedoch nur über rund zwei Monate ging, ist die Einbusse für Nestlé deutlich geringer.

(fur)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • LisaZH am 02.05.2018 12:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Senkt die Preise um wieviel?

    Mindestens 30% sollten die Preise sinken, alles andere ist Abzocke. Ich bin bereit 30% mehr zu zahlen als im Ausland. Aber nicht 50-100% mehr was momentan der Fall ist.

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  • Nubo am 02.05.2018 12:18 Report Diesen Beitrag melden

    Nestle weiter boykottieren.

    Schade. Ich habe den Boykott begrüsst. Aber nicht wegen den Preisen sondern weil Nestle Nestle ist... Ich versuche Nestle schon lange von meiner Einkaufsliste zu verbannen. Und werde das auch zukünftig so weit wie möglich machen.

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  • Gummibroot am 02.05.2018 12:16 Report Diesen Beitrag melden

    mir egal

    Ich verzichte so oder so wenn möglich auf Produkte der "BIG Players"!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ursus am 04.05.2018 22:45 Report Diesen Beitrag melden

    Nestlé

    Nestlé muss boykottiert wereden da Leute entlassen werden. Keine Rücksicht nehmen da es eine Schrottfirma wurde, keine Rücksicht mehr auf Mitarbeiter, nur noch Rücksicht auf den Bonus der C Level Leute

  • M.K. am 03.05.2018 18:27 Report Diesen Beitrag melden

    Mit Verstand

    Hauptsache viel und billig... das ist aus uns geworden... Wer nicht mit Verstand einkauft und auch manchmal oder so oft es geht, den Deatilhandel und die lokalen Produzenten unterstützt, geht automatisch zum billigsten Anbieter. Für Wenig-Verdiener verständlich, wenn man den Franken dreimal umdrehen muss, aber alle Anderen??? Mit Verstand ist nicht gemeint, möglichst wenig auszugeben etc. sondern Verantwortung zu übernehmen, wo es geht. Das heisst auch Bio-Produkte als Alternative zu betrachten und sich ab und zu Gedanken um die Herkunft unserer Produkte zu machen. Also unsere Umwelt.

  • Betty am 03.05.2018 14:06 Report Diesen Beitrag melden

    Schade....

    Gross wäre gewesen, wenn Coop aus ethischen Gründen auf Nestle Produkte verzichtet hätte....das hätte eine klare Signalwirkung gehabt....das hätte mich aufhorchen lassen....so ist's wie immer...es geht nur ums Geld und Macht.....schade....

  • Urs am 03.05.2018 09:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nestle hat einfach keine Qualität

    Als Beispiel sei die gute alte Stalden Creme genannt welch nach nichts schmeckt ausser Zucker. Oder die Kult Glace Vanille/ Erdbeere, fruchtig im Geschmack mit Kanten alle um den Jahrgang 60 mögen sich daran erinnern ist heute ein reines Zucker Erzeugnis ohne Geschmack.

  • Uwe K. am 03.05.2018 09:47 Report Diesen Beitrag melden

    herrlich

    Die Naivität der Schweizer ist ja bekannt. Schaut man sich Wahlen an wurde das längst erkannt. Auch Coop hat erkannt wie naiv und leicht manipulierbar Leute sind. Trommelt man ein bisschen in den Medien aber verrät nicht wieviel günstiger nun Eingekauft wird, weil man den Kunden weiter anlügt. Dem Kunden wird fast nichts weitergegeben aber die Schweizer glauben es und stehen an die Kasse. So einfach geht das.