Bauzulieferer

25. Januar 2011 06:55; Akt: 25.01.2011 11:15 Print

Edgar Oehler nimmt den Hut

Edgar Oehler vollzieht den lange angekündigten Rücktritt: Der Gründer und Hauptaktionär des Bauzulieferers Arbonia Forster will sich ab April auf das Amt des Verwaltungsratspräsidenten konzentrieren.

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Edgar Oehler nimmt den Hut. (Bild: Keystone)

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Der neue Chef des Thurgauer Konzerns wird voraussichtlich Anfang März an der Bilanzmedienkonferenz vorgestellt. Damit wäre eine lange offene Frage beantwortet: Edgar Oehler hatte schon vor knapp zwei Jahren erklärt, er wolle die operative Führung abgeben.

Er gab sich damals ein Jahr Zeit, die Nachfolge zu regeln. Der ehemalige CVP-Nationalrat ist schon seit dem Jahr 2003 Verwaltungsratspräsident und hat als VR-Delegierter die operative Führung inne.

Vor dem Stabwechsel hat der 68-jährige Firmenpatron seinen Einfluss im Konzern abgebaut. An der Generalversammlung im letzten Frühling führte die Arbonia Forster Gruppe die Einheitsaktie ein.

Zuvor hatte Oehler mit seinem Aktienpaket von fast 20 Prozent die Mehrheit der Stimmen kontrolliert. Der Einfluss des Hauptaktionärs ist aber immer noch beträchtlich, denn Oehler ist von der Stimmrechtsbeschränkung von 5 Prozent ausgenommen.

Leichtes Wachstum

AFG steckt in einer Krise: Das vergangene Geschäftsjahr schloss der Bauzulieferer wegen diverser Abschreiber mit einem Verlust von 22,5 Mio. Fr. ab - der Umsatz sank um 11,9 Prozent. Im Herbst 2010 restrukturierte AFG das Heizkörper- und Küchengeschäft und baute 110 Stellen ab, vor allem in Deutschland und Tschechien.

Die Verkäufe haben im vergangenen Geschäftsjahr nun aber angezogen, wie es in der Mitteilung vom Dienstag heisst. Der Umsatz stieg im Jahr 2010 um 2,1 Prozent auf 1,41 Mrd. Franken. Ohne die Aufwertung des Frankens wäre der Konzern deutlich stärker gewachsen. Währungsbereinigt betrug das Plus 5,8 Prozent.

In der grössten Division Heiztechnik und Sanitär sank der Umsatz um 3,9 Prozent auf 544,5 Mio. Franken (währungsbereinigt 3,3 Prozent). Die Division profitierte von der regen Bautätigkeit in der Schweiz. Belastend wirkte hingegen die Situation auf dem britischen Wohnungsmarkt.

«Verhalten optimistisch»

Im Fenster- und Türengeschäft erhöhte sich der Umsatz um 7,6 Prozent auf 405,2 Mio. Franken (währungsbereinigt 8,8 Prozent). In der Division Küchen und Kühlen sank der Umsatz um 0,9 Prozent auf 267,1 Mio. Franken (währungsbereinigt 0,2 Prozent). Vor allem Küchen der Marken Piatti und Forster verkauften sich besser als zuletzt.

Die kleineren Divisionen Stahltechnik und Oberflächentechnik konnten beide ihre Verkäufe kräftig steigern - beide Bereiche hatten allerdings im Vorjahr viel Umsatz eingebüsst. Die Stahltechnik spürt den Aufschwung in der Autoindustrie.

Nach früheren Angaben wird AFG schwarze Zahlen für das Geschäftsjahr 2010 präsentieren - die Bilanzmedienkonferenz findet am 8. März 2011 statt.

Der Ausblick ist gemäss der Mitteilung «verhalten optimistisch». Zuversicht schöpft das Unternehmen vor allem aus der besseren Entwicklung auf den Wohnungsmärkten in Deutschland und England - der starke Franken macht der AFG-Führung aber Kopfzerbrechen.

Keine Überraschung

An der Börse sank der AFG-Aktienkurs bis kurz vor 10.30 Uhr um 2,6 Prozent auf 33.1 Franken. Allerdings befindet sich der Kurs seit Ende November im Aufwärtstrend - im Januar betrug das Plus rund 18 Prozent.

Die Zahlen lagen gemäss der Nachrichtenagentur AWP leicht über den Erwartungen der Analysten. Der Rücktritt Oehlers stelle keine grosse Überraschung mehr dar, hiess es am Markt.

(sda)