Energiebilanz

12. Dezember 2017 11:45; Akt: 12.12.2017 11:45 Print

Ein Bitcoin-Deal frisst so viel wie zwei Tesla-Akkus

von D. Benz - Das digitale Netzwerk braucht enorm viel Strom. Wer einen Bitcoin kauft, könnte mit der benötigten Energie noch ganz anderes machen.

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Der Bitcoin-Boom ist nach wie vor ungebrochen. Fast täglich erklimmt der Kurs der digitalen Währung neue Rekordhöhen. Doch die Goldgräberstimmung belastet zunehmend die Umwelt. Grund: Das Scheffeln nach Bitcoins verbraucht gigantische Strommengen. Experten und Umweltschützer schlagen Alarm. Kryptowährungen seien wahre Klimakiller, und die Zukunft mit sauberer Energie sei in Gefahr, so die Befürchtungen.

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So soll nur eine Bitcoin-Transaktion 215 Kilowattstunden Strom benötigen, schreibt die Nachrichtenseite «Digiconomist». Täglich werden mehrere Hunderttausend Bitcoin-Transaktionen getätigt. 20 Minuten hat zusammengestellt, was man mit dem Stromverbrauch eines Bitcoin-Deals alles machen könnte*:

• Einen Tesla-Akku zweimal vollständig aufladen

• Etwa 440 Tage rund um die Uhr am Laptop im Akku-Betrieb arbeiten

• 215 Stunden staubsaugen

• 3225 Hemden bügeln

• 160 Stunden Haare föhnen

• Für 215 Tage einen Kühlschrank betreiben

• Einen durchschnittlichen Schweizer Haushalt für knapp 20 Tage mit Strom versorgen

*Die Berechnungen basieren auf Daten des Verbands Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen SVE

Mehr Stromverbrauch als derjenige von einigen Staaten

Insgesamt liegt aktuell der jährliche Energieverbrauch für die Rechenleistung, die für Transaktionen oder die Synchronisierung aller Nutzer im Bitcoin-Netzwerk benötigt wird, bei rund 30 Milliarden Kilowattstunden. Alleine im Oktober ist laut Schätzungen der Konsum um rund ein Drittel gestiegen. Damit ist der Stromverbrauch teils grösser als jener von einzelnen Staaten. Zum Vergleich:

• Laut der Website «Powercompare» entspricht der gesamte Bitcoin-Stromverbrauch der Hälfte des Jahreskonsums der Schweiz. Dieser lag im letzen Jahr bei rund 58 Milliarden Kilowattstunden.

• Der Bitcoin-Stromkonsum ist ungefähr gleich gross wie der jährliche Bedarf der Slowakei.

• Nordkorea braucht im Jahr rund die Hälfte weniger Strom als das Bitcoin-Netzwerk.

• Der Stromverbrauch des Bitcoin-Systems ist dreimal grösser als jener von Paraguay.

• Afghanistan braucht nur ein Sechstel des Bitcoin-Strombedarfs.

Aktuell ist der Stromverbrauch des Bitcoin-Netzwerks grösser als der Bedarf in weltweit 159 Ländern. Geht der Boom um die Kryptowährung weiter, könnte laut Schätzungen von «Powercompare» der Stromkonsum des Bitcoin-Netzwerks per Februar 2020 so hoch sein wie der gesamte weltweite Bedarf.


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Spekulazius am 12.12.2017 11:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Iota

    Daher auf Iota umsteigen, das ist die Zukunft.

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  • Reto am 12.12.2017 12:10 Report Diesen Beitrag melden

    Schlagzeile vor 20 Jahren

    Vor 20 Jahren haben alle gewarnt, das wenn nur 10 Prozent der Menschen ein E-Mail Konto haben, bricht der Stromkreislauf zusammen. Es wurde gewarnt das es nicht möglich ist gleichzeitig auch nur hunderttausend E-mails zugleich zu schicken.Die Erfinder wurden ausgelacht. Und wie wir wissen ist ja aus der E-Mail nichts geworden, weil sie so viel Strom brauchte. Wer glaubt das die Welt einfach so bleibt wie sie jetzt ist, ohne Fortschritt, der sollte nicht in die Zukunft investieren.

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  • BTC Power am 12.12.2017 12:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Energie ist nie sauber

    Die Zukunft mit sauberer Energie sei in Gefahr... Vegesst diesen Schwachsinn. Energie ist niemals sauber. Ich kann das Energiespar-Geheuchel nicht mehr hören.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mike am 13.12.2017 20:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nordkora? Klimawandel nur zu!

    danke Kim, dass du wenigstens mithilfst, unser Klima schonst Im Ernst: Nordkorea ist sicher kein Vorbild, wo viele Menschen hungern müssen! Aber wenn Bitcoins eines Tages unsere mitteleuropäischen Arktis-Winter etwas wärmer machen, so what? Ich hätte nix dagegen! m Muss mir im Ernst überlegen, Bitcoins zu minen, auch wenn ich ob der Stromrechnung Pleite gehe!

  • P. K. am 13.12.2017 18:58 Report Diesen Beitrag melden

    3 Kreuzfahrtschiffe...

    ....verbrauchen etwa so viel Diesel wie alle PKW's der Welt zusammen. Noch Fragen?

  • Rolf am 13.12.2017 18:30 Report Diesen Beitrag melden

    Eigentlich langweilig

    Alle reden von sauberer Energie, vom Energiesparen. Aber keinen interessiert's wirklich. Was interessiert ist einzig das Geld. Das ist beim Kleinen so und beim Grossen ohnehin.

  • doktor ho am 13.12.2017 17:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    rfid

    wie wär es ein rfid cyp von geburt an implantieren wär doch super. würde nur vorteile bringen und nur weltweit eine währung

  • Jürg E. Jten am 13.12.2017 15:33 Report Diesen Beitrag melden

    Schwindel ?

    Briefgeld Herstellung kosten im Jahr 1.110 TW. Coins Herstellung dagegen nur 8.27 TW im Jahr. Gold "schürfen" z.B. kosten pro Jahr 132 TW Und auf die Herstellung von Tesla Autos sowie die Entsorgungen der Akkus möchte ich schon gar nicht eingehen ......

    • Sigi am 13.12.2017 15:41 Report Diesen Beitrag melden

      Typische Faktenverzerrung

      Nur wird Briefgeld real gebraucht sowie Gold, Bitcoin hingegen nicht. Ebenfalls soll es ja erst der Anfang sein vom Ganzen, sollte Bitcoin wirklich mal einigermassen relevant werden, kannst du den Verbrauch mal 1000 rechnen.

    • Jürg E. Jten am 13.12.2017 15:58 Report Diesen Beitrag melden

      Tatsache

      es stellt sich die Frage, wie lange das Briefgeld noch seine Akzeptanz trägt - in nördlichen Ländern werden heute schon über 90% in digitalen Währungen getätigt .... sollten jemals Elektroautos über 20% im Verkehr eingesetzt werden, hat die Schweiz sowieso kein Strom hierfür.

    • Sigi am 13.12.2017 16:19 Report Diesen Beitrag melden

      @Jürg E. Jten

      Die schwedische sowie die norwegische Nationalbank haben beide vor zig Monaten mal angefangen darüber nachzudenken, ob Sie eine eigene digitale Währung auf den Markt bringen wollen. Seit da konnte man nicht mehr viel hören. Kann es sein, dass du Zahlungen von VPay, MaestroKarte und Kreditkarten gerade mit Zahlungen digitalen Währungen verwechselst. Würde mich sehr über die Quelle deiner Fakten hier freuen. Ebenfalls wäre der Kurs nicht so stabil geblieben, sollte wirklich 90% in digitale Währung gewechselt worden sein.

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