Sonova

30. März 2011 15:32; Akt: 30.03.2011 15:52 Print

Ein Erfolgsmanager nimmt den Hut

Als Valentin Chapero bei Sonova begann, schrieb der Stäfner Betrieb noch rote Zahlen, unter seiner Leitung ging es aber rasant aufwärts.

storybild

Geschäftleiter Valentin Chapero machte Sonova weltweit nur Nummer eins. (Bild: Keystone)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Mit Valentin Chapero tritt ein erfolgreicher Manager zurück. Unter seiner Leitung entstand innert knapp neun Jahren aus der Nummer drei im Hörgerätemarkt die weltweite Nummer eins. Der Umsatz von Sonova wurde mehr als verdreifacht.

Im Herbst 2002 übernahm Valentin Chapero von Andy Rihs die Geschäftsleitung der damaligen Phonak. Rihs hatte zuvor vorübergehend die Führung übernommen und beschränkte sich dann wieder auf das Verwaltungsratspräsidium.

Umsatz verdoppelt

Als Chapero begann, schrieb das Unternehmen noch rote Zahlen, unter der Leitung des in Deutschland aufgewachsenen Spaniers ging es aber rasant aufwärts. Im Geschäftsjahr 2006/07 erzielte Phonak bereits einen Umsatz von über einer Milliarde Franken - dies war doppelt so viel wie bei Chaperos Amtsantritt.

Dann folgte eine Zäsur: Die geplante Übernahme des dänischen Hörgeräteherstellers GN Resound scheiterte im April 2007 am Veto der deutschen Wettbewerbsbehörden. Der Zukauf hätte den auf Sonova umgetauften Konzern zum Weltmarktführer für Hörgeräte vor William Demant (Dänemark) und Siemens (Deutschland) gemacht.

Dieses Ziel erreichte Sonova wenig später auch ohne GN Resound. Im Geschäftsjahr 2008/09 war der Konzern aus Stäfa ZH erstmals umsatzstärkster Hörgerätehersteller der Welt.

Rücktritt vom Rücktritt

Ein weiterer Wachstumsschub folgte vor gut einem Jahr. Sonova übernahm die auf Innenohr-Implantate spezialisierten US-Firmen Advanced Bionics und InSound Medical.

Die Übernahme von Advanced Bionics sorgte letzlich für den Rücktritt von Chapero, Andy Rihs und des Sonova-Finanzchefs: Sonova musste diesen März wegen Problemen bei der US-Tochterfirma die Prognosen senken. Der Konzern ging dabei allerdings nicht nach den Börsenregeln vor, was nun zum Führungswechsel geführt hat.

Chapero hatte schon früher mit dem Gedanken gespielt, den Chefposten aufzugeben. Ursprünglich wollte er Ende März 2010 zurücktreten. Diesen Plan liess er aber im Sommer 2009 wieder fallen.

Der Spanier mit Jahrgang 1956 genoss bisher einen guten Ruf: In einer von Wirtschaftsjournalisten erstellten Rangliste der Schweizer Manager belegte er letztes Jahr den zehnten Platz.

(sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Patrick am 30.03.2011 20:25 Report Diesen Beitrag melden

    Geld regiert die Welt

    Manager sind Machtmenschen, ohne Geld keine Macht :-)

  • wesi am 31.03.2011 12:37 Report Diesen Beitrag melden

    "Wohl"

    Die Firmen sind heutzutage in erster Linie an einer hohen Renite und Gewinnmaximierung interessiert.Das "Wohl" der Mitarbeiter spielt - wenn überhaupt - eine sekundäre bis tertiäre Rolle! Und wenn es um das sog."Wohl" geht, dann nur um Dasjenige derjenigen,welchen man die Jobs unverdientermassen nachschmeisst!

    einklappen einklappen
  • Markus am 30.03.2011 17:19 Report Diesen Beitrag melden

    Änderungen sind notwendig

    Schaut, es ist lange bekannt, wie das läuft. Aber wenn's an's Eingemachte geht, ziehen alle Politiker und auch die Stimmberechtigten den Schwanz ein. Das ist eben so, wenn Lobbyisten Gesetze machen. Im Prinzip sollten nur noch Wissenschaftler in die Regierung und keiner aus der Wirtschaft. Nur in den auszuführenden Bereichen sollten dann Leute aus der Wirtschaft eingesetzt werden. Aber wenn's um Gesetze und zukunftsweisende Entscheidungen geht, sollte man keine Politiker, die Zweit und Drittjobs haben ranlassen. Die Meisten sind irgendwo im Verwaltungsrat oder sitzen in der Direktion.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Birstaler am 04.04.2011 18:12 Report Diesen Beitrag melden

    Fragen über Fragen

    Wie funktioniert ein solcher Deal handeltechnisch? Wer durte hier für einen überhöhten Preis seine Aktien andienen? Auch Kritikers Anmerkung betreffend der Sperrfrist scheinen mir sehr interessant. Denke die Revisionsstelle, Finma und Börsenaufsicht sind arg gefordert. Wäre es nicht besser eine bessere Regelung das Management müsste seine Aktienkäufe und -Verkäufe voranmelden?

  • Hummer von Bern am 04.04.2011 13:31 Report Diesen Beitrag melden

    Wie geht es weiter?

    .... und dann erfährt die Öffentlichkeit sicherlich auch, wie es weitergeht in diesem ( möglichen )Insiderhandel. Verfahren, Strafen usw.oder doch nicht!!

  • Peter Meier, Zürich am 04.04.2011 11:40 Report Diesen Beitrag melden

    Einmal mehr

    Der Firma geht es schlechter als erwartet. Die Manager verkaufen Aktien. Leider kennen Sie das Vorgehen bei aktienrelevanten Firmen nicht. Ist das so schwer ? Kann man diese Informationen nicht nachlesen ? Haben die Herren keine Ausbildung genossen ? Sie sehen liebe Leser, wie dumm wir verkauft wurden !

  • brunschi am 01.04.2011 13:45 Report Diesen Beitrag melden

    Die "Vaterfigur" ist kaputt!!

    Mir tut's weh!! Aber nicht nur unbedingt das verlorene Geld, sondern das verlorene Vertrauen in die "Vaterfigur Rihs". Ich bin jetzt innert 10 Jahren mit "PhonaK" 2X auf die "Schnauze gefallen". Ein drittes Mal sicher nicht mehr.

  • Fritz Braun am 31.03.2011 20:36 Report Diesen Beitrag melden

    Ingenieur FH

    Einmal mehr - man darf nie einem Unternehmer glauben, denn alle scheffeln Geld in den eigenen Sack wie Andy Ryh und ruinieren den eigenen Betrieb!