Hohe Steuerbelastung

01. Dezember 2011 13:33; Akt: 01.12.2011 13:48 Print

Ein Genfer zahlt Steuern wie drei Zuger

Steuerzahler in Genf blättern für den Staat fast dreimal mehr hin als Zuger. Die Differenzen zwischen den Kantonen bleiben hoch.

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Steuerliche Ausschöpfung des Ressourcenpotenzials 2012 nach Kantonen in Prozent. (Quelle: admin.ch)

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Im Schweizer Durchschnitt werden 26,8 Prozent der Wirtschaftskraft durch Steuern von Kantonen und Gemeinden belastet. An den bisweilen grossen Unterschieden zwischen den Kantonen wird sich auch im Jahr 2012 nichts ändern.

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Noch immer deutlich unter dem Durchschnitt liegen die Zentralschweizer Kantone Nidwalden, Schwyz und Zug, wie die Eidg. Finanzverwaltung am Donnerstag mitteilte. Zug weist dabei mit 13,6 Prozent die tiefste sogenannte Steuerausschöpfung auf - die Hälfte des Schweizer Durchschnitts.

Höchster Wert in Genf

Auch am oberen Ende der Skala kommt es kaum zu Veränderungen: So liegt die Steuerbelastung in den Westschweizer Kantonen sowie in Bern, Graubünden und Basel-Stadt am höchsten. Den höchsten Wert erreicht Genf mit 35,4 Prozent.

Die Zahlen stammen aus dem Index der Steuerausschöpfung, welche die Finanzverwaltung zum dritten Mal publizierte. Der Index ist ähnlich zu interpretieren wie die Fiskalquote. Allerdings wird die Steuerbelastung nicht dem Bruttoinlandprodukt (BIP), sondern dem Ressourcenpotenzial gegenüber gestellt. Auf kantonaler Ebene wird kein BIP berechnet.

Das Ressourcenpotenzial wiederum widerspiegelt die Wertschöpfung der Steuerpflichtigen und damit die Wirtschaftskraft der Kantone.

(whr/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tschüge Meier am 01.12.2011 14:30 Report Diesen Beitrag melden

    ein Genfer kostet auch 3 mal mehr...

    Ein Genfer kostet den Staat, und somit den Steuerzahler aber auch 3 mal soviel wie ein Zuger. Die Kosten für Gebäude, Unterhalt und Sicherheit der in Genf ansässigen internationalen Organisationen bezahlen die Steuerzahler in der ganzen Schweiz. Das bringt uns zwar etwas Renommee, die ganze Wertschöpfung findet jedoch in Genf statt. Ausserdem sind Gesundheits- und Sozialkosten in Genf einiges höher als im Kt. Zug oder anderen Kantonen in der Deutschschweiz. Kein Grund also, den Deutschschweizern noch tiefer in die Tasche zu greifen.

  • Alexandre de Bruin am 01.12.2011 14:06 Report Diesen Beitrag melden

    Stadt, Land, Miete, ...

    kleiner Tip: wenn es einen einheitlichen Steuersatz gibt, werden all die gutverdienenden Leute vom Land in die Stadt ziehen oder mindestens eine Zweitwohnsitz dort haben. Wer ist bereit für Neid einen so hohen Preis zu zahlen?

  • Walter Morsch am 01.12.2011 15:05 Report Diesen Beitrag melden

    Gut so wie es ist....

    Wir Zuger bezahlen dafür 3000 Franken im Monat für unsere Mietwohnung. Es gibt also keinen Grund grün im Gesicht zu werden. Trotzdem ist es gut wenn der Konkurrenzkampf zwischen den Kantonen aufrecht erhalten wird. Wenn der wegfällt wird es für uns alle langfristig teurer werden.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Buttler am 02.12.2011 11:48 Report Diesen Beitrag melden

    Schaut auf den Einzelnen

    Es ist ja nett, die Durchschnittssteuern zu zeigen, aber man sollte auf die niederen Einkommen achten: in Basel zahlt man mit 50'000.- Einkommen gut 15% Steuern (ca. 6500.- nach Abzügen). Die Mieten sind auch nicht tief (und steigen ständig weiter an) und die KK verlangt viel mehr als wenn man auf dem "Land" wohnt. Der untere Mittelstand leidet am meisten unter der Steuerlast, während die hohen Einkommen (>500'000.-) ihren Teil nicht genug wahrnehmen. Und wenn eine Wohnung in Zug teuer ist, so gleicht das der tiefe Steuersatz für die Reichen mehr als aus, glaubt mir!

  • Gironimo am 02.12.2011 10:23 Report Diesen Beitrag melden

    Kanton Luzern Hochpreis Insel

    Alle Kantone um Luzern herum schützen Steuerflüchtige. Deshalb sollte man alle Öffentlichen Dienstleistungen verdoppeln und den Einheimischen Steuernzahler einen Ausweis erstellen damit er die Dienstleistungen zu 50 % billiger erhält. siehe SKI Saisonkarten in Bergregionen dann würden alle auswertigen welche in die Stadt kommen Ihren Beitrag leisten.

  • Neo Zuger am 01.12.2011 17:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nur Steuern

    Die Abgaben, Gebühren und Prämien (KK, Motorfahrzeugsteuern, Abwasser, Strom, Eigenmietwert, ...) sind nirgens so günstig wie on Zug!

    • Von Rotz am 02.12.2011 19:26 Report Diesen Beitrag melden

      Es glänzt

      wir haben ein super Strassen und Verkehrsnetz:)

    einklappen einklappen
  • Michael Feldmann am 01.12.2011 16:39 Report Diesen Beitrag melden

    Internationale Multis

    Es sind vorallem die internationalen Super-Multis (z.B in Baar/ZG, Glencore/Shell usw.) welche die Tiefsteuerkantonen in eine angenehme Situation bringen. Es ist also nicht so, dass etwa die Kantone BE/SO/FR usw. mehr ausgeben sondern weniger einnehmen. Ob das gut ist oder schlecht sei dahingestellt. Es hat Vor- und Nachteile.

  • Jacky am 01.12.2011 16:24 Report Diesen Beitrag melden

    Bitte Details

    Die Kantone sollten dazu gezwungen werden ganz detailliert zu veröffentlichen wofür die Steuern verschwendet werden. Zb. gibt es ja Steuerämter die Kindermädchen für"überforderte" Eltern bezahlen...