Schönes Geschenk

19. Dezember 2011 11:57; Akt: 19.12.2011 16:51 Print

Ein Käse-Brett für Swiss-Angestellte

von Lukas Hässig - Trotz Rekordzahlen bei der Lufthansa-Tochter Swiss erhalten die Angestellten in diesem Jahr kein Weihnachtsgeschenk in Form eines Geldbonus, sondern ein Brett.

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Die Swiss-Mitarbeiter müssen ihren Ärger runterschlucken. (Bild: Keystone)

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Swiss macht Gewinn; Swiss gibt sich ein neues Logo; Swiss beschert Flughafen Zürich Passagierzahlen wie zu den besten Swissair-Zeiten.

Das ist die glänzende Seite der Swiss-Medaille. Die dunkle sieht anders aus: Die Airline streicht die Weihnachts-Bescherung für ihre knapp 8000 Mitarbeiter. Statt wie in den letzten vier Jahren 2000 Franken pro Kopf oder etwas weniger, gibt es diesmal ein Käsebrett mit Swiss-Logo.

«Verständlicherweise enttäuscht»

Die Swiss-Mitarbeiter müssen ihren Ärger runterschlucken. «Bestimmt haben viele von euch eine solche Zahlung erwartet und sind nun verständlicherweise enttäuscht», schreibt Alexander Arafa, Chef des Swiss-Kabinenpersonals, den Mitarbeitern in einem Mail, das 20 Minuten Online vorliegt.

Die Zahlungen der letzten Jahre seien möglich gewesen, weil sich die Swiss als Tochter des globalen Lufthansa-Verbunds besser als budgetiert geschlagen habe; und weil die Aussichten für die Zukunft jedes Jahr rosig gewesen seien.

Kein leichtes Geldverdienen im 2012

Beides treffe nun nicht mehr zu, schreibt der Swiss-Manager. «Swiss wird trotz unseres grossen Engagements wahrscheinlich ein Ergebnis erreichen, das knapp den Erwartungen entspricht». Zudem würde der Ausblick für 2012 Sorgen bereiten. Die Buchungen seien rückläufig, auf den Europa-Flügen blieben die Preise wegen des harten Konkurrenzkampfes tief, «sodass es kaum möglich ist, Geld zu verdienen».

Nur: Die Swiss macht 2011 Gewinn. Bis Ende September waren es 288 Millionen Franken, 24 Prozent mehr als in den ersten 9 Monaten des Vorjahrs. Und das trotz speziellen Ausgaben. So lancierte die Swiss ein neues Logo mit begleitender Werbekampagne, die ins Geld ging.

Swiss-Sprecher Jean-Claude Donzel entgegnet, dass das Management eine Einschätzung für die Zukunft machen müsse. «2012 wird schwierig», sagt Donzel. Und: «Es handelte sich um freiwillige Geld-Geschenke der Firma».

Tiefentlöhnte sollen Respekt fürs Management aufbringen

Swiss-Topmanager Arafa, der viele jener Mitarbeiter unter sich hat, die als Flugbegleiter mit den tiefsten Salären und den härtesten Arbeitsbedingungen zurecht kommen müssen, versucht die Leute trotz absehbarer Enttäuschung über den ausbleibenden Geld-Segen bei Laune zu halten.

«Ich bin überzeugt, dass Ihr diesen Entscheid mit Respekt auf die unternehmerische Verantwortung der Geschäftsleitung mittragt», schreibt er in seiner E-Mail.

Dann setzt er aufs Prinzip Hoffung. «Lasst uns zusammen mit allen SWISS Mitarbeitenden die Daumen drücken, dass SWISS Ende 2012 wieder in der Lage sein wird, unsere ausserordentliche Leistung nicht nur mit einem Geschenk, sondern auch mit einer Zusatzzahlung zu honorieren».

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • David Kamber am 19.12.2011 12:30 Report Diesen Beitrag melden

    Käse

    Die Manager geben sich natürlich auch mit dem Käsebrett zufrieden?

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  • Annabelle am 22.12.2011 13:23 Report Diesen Beitrag melden

    Neues aus Absurdistan

    Das berühmte Brettli bei der Post abzuholen kostet darüber hinaus 7 sFr.

  • Tiger am 23.12.2011 05:30 Report Diesen Beitrag melden

    Just the best

    Swiss Kabinen-Personal ist das beste was es gibt in der Luft. Ein angemesser Lohn ist wohl das mindeste!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Paul Meier am 23.12.2011 07:10 Report Diesen Beitrag melden

    Ach der arme Mann

    ist 4 bis 6 Tage ohne unterbruc in der Luft. Na die Maschine will ich sehen welche das schafft. Also der durchschnittliche Schweizer arbeitet von Montag - Freitag also 5 Tage am Stück...oder eben nicht weil man Pausen dazwischen hat wie jeder FA auch. Im Service arbeiten sehr viele Angestellte Teilzeit und somit auch 6 Tage am Stück. Korrekt müsste es heissen - 6 Tage hinereinander, denn am Stück wäre ohne Unterbruch.

    • Annabelle am 23.12.2011 13:02 Report Diesen Beitrag melden

      Lieber Herr Meier

      nun denn, diese Tage enden allerdings nicht nach 8 std, sondern im Schnitt nach 11-12 std -und beginnen entwder um 4 Uhr früh oder enden um 12 Uhr nachts - das nur auf Europa-Flügen. Zu den Pausen: dadurch dass man keine Rückzugsmöglichkeiten hat, kommt, kaum hat man sich im Galley hingesetzt, ein Passagier -man kennt dieses Phänomen auch von Büros... Und während der Bodenzeit ist dank Schnellst-Abfertigung nicht von Pause zu sprechen (Kontrolle des Cleaning, etc). 4-6 Tage ohne Unterbruch meint 4-6 Tage à 3-4 Flügen, lieber Herr Meier, da haben sie recht, noch gibt es kein Zauber-Kerosin.

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  • Vielflieger am 23.12.2011 05:47 Report Diesen Beitrag melden

    Bitte bedenken!

    Ein Cabine Pensum 100% bedeutet 80 Flugstunden, korrekt? Ein Arbeiter hat 170-200Std, ohne Schlafpause, ohne Auslandspesen, ohne Verpflegung während der Arbeit, ohne Gratis-Tickets, ohne Gratis Bekannte Mitfliegen lassen. Bedenkt das mal bitte! In der Kabine seid ihr von Swiss trotzdem die Besten!!!

    • Swiss Mitarbeiterin am 24.12.2011 00:56 Report Diesen Beitrag melden

      12-Stunden Tage, 6 Tage am Stück!

      Lieber Vielflieger, bitte informieren Sie sich richtig. Flugstunden sind nicht gleich Arbeitszeit. Es sind im Uebrigen bis zu 100 Blockhours im Monat. Auf Europarotationen haben wir normalerweise 4, es sind auch 5(!!!) Flüge pro Tag möglich, dazwischen rasen wir durch die Kabine, machen den Security Search, und bereiten die Kabine für den Weiterflug vor und kommen auf Arbeitstage à 12 Stunden bei einer 6 Tage Woche!!! Dafür gibts gerade mal 3 Tage frei. Auf der Langstrecke sind wir bis 13 Stunden am Stück in der Luft. Trotzdem danke für das Kompliment.

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  • Tiger am 23.12.2011 05:30 Report Diesen Beitrag melden

    Just the best

    Swiss Kabinen-Personal ist das beste was es gibt in der Luft. Ein angemesser Lohn ist wohl das mindeste!

  • Max Heinke am 22.12.2011 22:37 Report Diesen Beitrag melden

    Vorbereitung..

    Ich hätte es als Lehrling auch schön gefunden einen Bonus zu kriegen, nur wird jetzt leider nix daraus, dass ist schade aber kein Weltuntergang. Schlimmer finde ich das ich es aus zweiter Hand erfahren musste und mir kein Mail oder sonst was (ausser das Brettli)zugeschickt wurde in dem die Umstände beschrieben waren. Dies hätte meines ersicht für Verständnis gesorgt und alles würde nicht so ausarten.

    • J. S. am 23.12.2011 11:33 Report Diesen Beitrag melden

      Lehrlinge bei Swiss

      @ Max Heinke Ich war vor jahren Lehrling bei der Swiss. Uns wurden die 2000 Fr. auch nicht ausbezahlt. Daraufhin habe ich dem Swisschef eine E-Mail geschrieben. Wenige Tage später war bei allen Lehrlingen (BSL), die 2000 Fr. Bonus auf dem Bankkonto :-) Dies ist wirklich so passiert und kein Witz.

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  • steve am 22.12.2011 20:32 Report Diesen Beitrag melden

    ein brett bewegt die schweiz

    hui, über 1000 kommentare!!! habe ich selten gesehen. das brett bewegt die schweiz. ich weiss zwar nicht viel übers fliegen aber was ich weiss ist, dass die arbeit als flugbegleiter sehr ungesund ist, die luft im flieger ist sehr trocken und wenn das triebwerk nur etwas öl verliert sogar giftig. dazu kommt noch die zeitverschiebungen, die erhöhte strahlung und die latente gefahr eines absturzes. ich habe allerhöchsten respekt vor den menschen, die diesen beruf ausüben!