Rekord-Projekt

04. August 2011 15:05; Akt: 04.08.2011 15:46 Print

Ein-Kilometer-Hochhaus für Saudi-Arabien

Ein saudischer Prinz will hoch hinaus: 1000 Meter soll sein Wolkenkratzer himmelwärts ragen und das bisher höchste Gebäude um 172 Meter übertreffen. Kostenpunkt: 15 Milliarden Franken.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der 828 Meter hohe Burdsch Chalifa ist bald passé. Der saudische Prinz und Multimilliardär Al-Walid bin Talal will ein Grossprojekt über 23 Millionen Quadratmeter verwirklichen, dessen Prunkstück ein 1000 Meter hohes Gebäude sein soll - der Kingdom Tower. Das Projekt ist Teil eines neuen Stadtteils in Saudi-Arabiens zweitgrösster Stadt Jeddah, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet.

Neben dem neu höchsten Gebäude der Welt sollen Hotels, Bürogebäude und Luxusapartments entstehen. Bauherr ist die von bin Talal geführte Immobiliengesellschaft Kingdom Holding. Durchgeführt werden die Bauarbeiten vom Baukonzern Bin Laden. Dieser hat einen Vertrag über rund 950 Millionen Franken unterschrieben. Das ganze Projekt wird rund 15 Milliarden Franken kosten.

Der neue Stadtteil wird rund 20 Kilometer nördlich von Jeddahs Altstadt entstehen und soll 80 000 Menschen eine Heimat geben. Künstliche Seen und Flüsse sollen die Natur in die Retortenstadt bringen. In rund fünf Jahren soll der Turm stehen.

«Finanzielles und wirtschaftliches Signal»

Der Prinz ist hoch erfreut: «Das Projekt wird Jeddah verändern. Ganz Saudi-Arabien wird stolz darauf sein.» Bin Talal will das Augenmerk wieder vermehrt auf seine Heimat richten. Kingdom Holding, das im ersten Halbjahr 2011 einen Gewinn von 254 Millionen Rial (50 Millionen Franken) abgeworfen hat, hält auch Beteiligungen an Citigroup, Apple, McDonald’s, Mövenpick oder News Corp.

«Mit dem Bau dieses Turms senden wir ein finanzielles und wirtschaftliches Signal aus, das nicht ignoriert werden kann», sagte Al-Walid bin Talal. «Wir wollen damit auch zeigen, dass wir trotz der Umwälzungen, der Unruhen und Revolutionen rundum hier bei uns investieren.»

Kingdom Holding war wegen ihrer vielen Hotels in den von den Revolutionen erschütterten Ländern Tunesien, Ägypten, Syrien und Jemen an der Börse unter Druck geraten. Nach Bekanntgabe des Mega-Projekts schnellte die Aktie um 2,55 Prozent nach oben.

(aeg)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • grotesk H am 04.08.2011 22:57 Report Diesen Beitrag melden

    Schöne Ratschläge die abgegeben werden

    man könnte dies, man könnte das aber kein Mensch dort fragt nach eurer Meinung. Es ist einfach eine Tatsache, dass die Post in anderen Teilen der Welt abgeht und nicht mehr im Westen.

  • Blurfinder am 04.08.2011 16:41 Report Diesen Beitrag melden

    Kann man Probleme nicht überschatten

    Hier geht es nicht mehr um Platz für Unternehmen oder Geschäfte, Hotels zu schaffen sondern um den "Grössten" zu besitzen.

  • Peschä am 04.08.2011 16:08 Report Diesen Beitrag melden

    Träume aus Öl und Sand

    Wenn das Öl eines Tages versiegt, wird es interessant, ob es diesen Leuten gelingt, wirtschaftlich etwas auf die Beine zu stellen, oder ob die ganzen Träume wieder im Sand versinken.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • ziller Raphael am 06.08.2011 08:59 Report Diesen Beitrag melden

    Kugel und rotation

    irgendwann komt unsere Kugel ins wanken die absehebaren folgen wirt mann erst in ein paar jahren sehen aber ich denke das kann nicht gut gehen jeder weiss wie es ist mit einem unwuchtigen pneu herum zu fahren. Das gleichgewicht stimmt schon lange nicht mehr.

    • hans gwüsst am 25.01.2012 23:11 Report Diesen Beitrag melden

      scherz

      Soll das ein Scherz sein? Wie sollte eine so kleine Veränderung etwas ausmachen, wenn man zum Vergleich die Abweichung der Kugel aufgrund eines Himalaya-Gebirge (über 8000m) betrachtet? Da sind Masse sowie Entfernung um ein vielfaches höher. Ihr Kommentar ist einfach nur lächerlich.

    einklappen einklappen
  • cuno am 05.08.2011 15:44 Report Diesen Beitrag melden

    Alles nur Irdisch

    Sie können auch 3km hoch werden. Einmal werden sie unter dem Sand sein wie einige Pyramiden.

  • new spring am 05.08.2011 11:51 Report Diesen Beitrag melden

    Lange wird das nicht so weitergehn...

    mit den petrodollars lässt sich alles verwirklichen. Anstatt durch grössenwahn unnötige hochhäuser zu bauen, sollte man die Millionen aus dem Erdölgeschäft der armen Bevölkerung im Inland zukommen lassen. Lange wird die Bevölkerung diese selbsternannten "Scheichs" nicht mehr dulden, hoffe ich zumindest. Hätte mubarak vor einem Jahr auch ein Hochhaus diesen Ausmasses bauen wollen, hätte man ihm auch zugejubelt und den Fortschritt in Ägypten gelobt.

    • Flor Berger am 05.08.2011 15:40 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht vergleichbar

      Saudiarabien ist nicht Ägypten. Das Geld wird mit dem Volk geteilt. Keine Mieten, Keine Steuern usw. Wer keine Lust zu Arbeiten hat, muss nicht. Alle "niederen" Jobs (Handwerk, Büro, Verkauf) werden von ausländischen Leuten erledigt. War 7 Monate dort.

    einklappen einklappen
  • Martinx am 05.08.2011 10:36 Report Diesen Beitrag melden

    Pro Kontra

    Auf der einen Seite liebe ich solche waghalsigen Projekte, doch will ich nicht oben sein, wenn es in der Mitte zu brennen beginnt. Das Geld das hier in die Infrastruktur investiert wird ist krass, doch wir man ihn auch gewinnbringend machen können? Und während dort geprotzt wird, sterben anderswo Menschen an Hunger. Aber auch das ist ein Gemisch der Gefühle, helfen ja, aber wenn man selbst angegriffen wird und die Hilfe blockiert wird, kann man auch nur den Kopf schütteln.

    • Dave Waegeli am 06.08.2011 07:07 Report Diesen Beitrag melden

      Ihr vergesst immer eines..

      Was man auch immer ueber solche projekte denken mag, es wird immer von hunger geschwafelt. Dass so ein project 10 tausende ernaehrt wird immer vergessen. Es muessen all die baumaterialien hergestellt werden, tausende sind am planen, rechnen etc., etc. braucht tausende von arbeitern die bauen und montieren. Kurz das geld wird verteilt, tausende haben einen job und verhungern nicht..

    einklappen einklappen
  • Dani am 04.08.2011 23:19 Report Diesen Beitrag melden

    15 Milliarden Franken....

    Ein Turm eines größenwahnsinnigen Scheichs für 15 Miliarden Franken und ein paar Kilometer westlich herrscht die größte Hungersnot. Da kann ich nur den Kopf schütteln.

    • gstar am 06.08.2011 09:24 Report Diesen Beitrag melden

      beitrag von überall

      nur weils paar Km entfernt ist liegt alles an saudi arabien?auch sie können was dazu beitragen.

    einklappen einklappen