Pensionskasse BVK

17. April 2012 10:40; Akt: 17.04.2012 12:12 Print

Ein weiterer Abzocker in der BVK-Affäre

Der Chef einer Investmentfirma hat gestanden, Provisionen von rund 3 Millionen Franken für sich abgezweigt zu haben, anstatt die Gelder der Zürcher Pensionskasse BVK weiterzuleiten.

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Die BVK-Affäre weitet sich aus. (Bild: Keystone)

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Die Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich hat im Korruptionsfall der Zürcher Pensionskasse BVK eine weitere Anklage erhoben. Ein ehemaliger Geschäftsführer DL Investment Partners AG soll Provisionen im Umfang von rund 3 Millionen Franken für sich abgezweigt haben.

Wie die Oberstaatsanwaltschaft am Dienstag mitteilte, hat der Beschuldigte gestanden, zwischen Mitte 2006 und 2010 ohne Wissen der BVK mehrfach Provisionen auf Investorengelder, so genannte Retrozessionen, in die eigene Tasche gesteckt zu haben.

Bestechungsvorwürfe

Die DL Investment Partners AG war von der BVK mit einem Mandat betraut. Vertraglich wäre sie verpflichtet gewesen, die Provisionen der BVK weiterzuleiten. Die Anklage sei vergangene Woche im abgekürzten Verfahren erhoben worden. Möglich ist dieses Verfahren, wenn der Beschuldigte im Wesentlichen geständig ist und die Zivilansprüche im Grundsatz anerkennt.

Gegen den Beschuldigten war bereits im September 2011 wegen des Vorwurfs der Bestechung des ehemaligen Anlagechefs der BVK Anklage erhoben worden. Er soll dem Anlagechef finanzielle Vorteile verschafft und Vermögenswerte von mindestens 300 000 Franken versprochen haben.

Anklage gegen sechs Personen

Derzeit laufen im Fall BVK gegen diverse Personen Strafuntersuchungen wegen Vermögensdelikten, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Über diese Verfahren will die Staatsanwaltschaft erst nach Abschluss informieren.

Im Zusammenhang mit der BVK-Affäre hat die Zürcher Staatsanwaltschaft gegen insgesamt sechs Personen Anklage erhoben. Unter ihnen ist der ehemalige Anlagechef der Pensionskasse. Er soll fast 1,7 Millionen Franken abgezweigt haben. Aufgeflogen ist der Korruptionsfall im Frühling 2010. Damals wurde der BVK-Anlagechef verhaftet. Die Zürcher Staatsanwaltschaft ordnete damals eine strafrechtliche Untersuchung an.

Zudem leitete die Zürcher Finanzdirektorin Ursula Gut (FDP) eine Administrativuntersuchung ein. Diese hatte verschiedene organisatorische Mängel bei der BVK zutage gefördert. Das Zürcher Kantonsparlament setzte seinerseits eine Parlamentarische Untersuchungskommission (PUK) ein. Deren Bericht soll im Sommer vorliegen.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rudi am 17.04.2012 11:09 Report Diesen Beitrag melden

    einfachere Methode

    Anstatt den Umwandlungssatz anzupassen könnte man auch mal die Bücher und Saläre der Pensionskassen prüfen. Das wäre die einfachere Methode unser Vorsorgesystem auf die nächsten 50 Jahre zu stabilisieren.

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  • Felix Thoma am 17.04.2012 17:35 Report Diesen Beitrag melden

    Berufsverbot gefordert!

    Mir ist es in dieser Angelegenheit viel zu ruhig! Hier haben sich Dutzende die Taschen über Jahre hinweg gefüllt. Die Täter und Helfer sitzen aber teilweise immer noch in ihren dicken Villen am Zürichsee und Zug und spekulieren und zocken weiter! Die müssten ein Berufsverbot bekommen und zwar lebenslänglich!

  • A. Lehmann am 17.04.2012 17:58 Report Diesen Beitrag melden

    Nur so

    Und was ist mit dem arroganten Devisenhändler Lehmann? Hat der jetzt eigentlich eine Strafe für das Anbieten von Bestechungsgeldern bekommen?

Die neusten Leser-Kommentare

  • A. Lehmann am 17.04.2012 17:58 Report Diesen Beitrag melden

    Nur so

    Und was ist mit dem arroganten Devisenhändler Lehmann? Hat der jetzt eigentlich eine Strafe für das Anbieten von Bestechungsgeldern bekommen?

  • Felix Thoma am 17.04.2012 17:35 Report Diesen Beitrag melden

    Berufsverbot gefordert!

    Mir ist es in dieser Angelegenheit viel zu ruhig! Hier haben sich Dutzende die Taschen über Jahre hinweg gefüllt. Die Täter und Helfer sitzen aber teilweise immer noch in ihren dicken Villen am Zürichsee und Zug und spekulieren und zocken weiter! Die müssten ein Berufsverbot bekommen und zwar lebenslänglich!

  • Pensionär am 17.04.2012 14:28 Report Diesen Beitrag melden

    Vermutlich nicht nur bei der BVK.

    Jahrelang haben die Pensionskassen ihren Mitgliedern nur den vertraglich garantierten Zins gut geschrieben. Aus zum Teil massiven Anlagegewinnen, wurden nur zum kleinen Teil Rückstellungen getätigt. Nach dem Skandal der Banken, zeigten sich die fehlenden Reserven der Pensionskassen. Eine Überprüfung sämtlicher Pensionskassen wäre deshalb sinnvoll.

  • phillio am 17.04.2012 13:46 Report Diesen Beitrag melden

    Typisch Investmentbanker

    Geldanlage-Regel Nr. 1: Trau nie Geld einem Investmentbanker an!

  • R.E. Visor am 17.04.2012 12:21 Report Diesen Beitrag melden

    Ganz gründlich prüfen, von Externen,

    denn es sind unsere Steuergelder, die da verschleudert werden. Was ist mit der schlafenden Revisionsstelle? Was mit der mangelhaften Aufsicht der Vorgesetzten? Was für Konsequenzen hat dies? Wohl keine, alles glatt unter den Teppich gewischt und die Kosten und Ausfälle den Steuerzahlern überbürdet! Denke hier wäre auch mal eine richtige, tiefe und umfassende Prüfung notwendig - aber wer will den schon im linken Zürich schlafende Hunde wecken und wer will seinen Kopf rollen sehen? Die Courage zur Verantwortungsübernahme und zum Rücktritt hat eh keiner!

    • Anonym am 17.04.2012 13:27 Report Diesen Beitrag melden

      Wer macht schon etwas richtig

      Weiss nicht wie oft ich dies höre, aber es tut mir leid das ich ihr Bild zerstöre. Zürich ist schon seit Jahren rechts dominiert, also haben oft die rechte Seite die Entscheidungen getroffen, vorallem der FDP haben wirs zu verdanken. Nun meiner Meinung nach kommts nicht drauf an, die Parteien sind nicht daran interessiert Lösungen zu finden, sie halten das Volk nur an der Leine. In dem man dem Volk soviele Probleme in den Weg wirft, dass diese den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen können.

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