Neuer Trend

05. April 2018 11:57; Akt: 05.04.2018 15:43 Print

Einfamilienhäuser sind beliebter als Wohnungen

Das eigene Haus ist plötzlich wieder gefragter als die Wohnung. Das zeigt eine neue Analyse von Homegate. Am schnellsten weg geht das Häuschen mit Garten in Zürich.

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Bis vor kurzem boomten Eigentumswohnungen. Sie galten als das Wohneigentum der Zukunft. Umgekehrt wurde das Einfamilienhaus totgeschrieben. Doch nun findet eine Trendwende statt: Nahm die Nachfrage im letzten Jahr nach Eigentumswohnungen ab, stieg sie zeitgleich für Einfamilienhäuser an. Das geht aus der aktuellen Online Home Market Analysis (OHMA) von Homegate und der Hochschule für Wirtschaft Zürich hervor. Das Immobilien-Portal gehört wie 20 Minuten zu Tamedia.

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Für Peter Ilg vom Swiss Real Estate Institute der HWZ gibt es verschiedene Gründe für den Trendwechsel: «Faktoren wie räumliche Distanz zu den Nachbarn sowie ein eigener Garten für die Kinder sind für Eigenheimkäufer in einer zunehmend verdichteten Schweiz immer wichtiger. Zudem setzt sich vermehrt die Ansicht durch, dass man durch den Kauf von stetig knapper werdendem Bauland langfristig nicht viel falsch machen kann.»

In Zürich sind Häuser besonders schnell weg

Konkret standen im letzten Jahr im Internet 31'100 Einfamilienhäuser in der ganzen Schweiz zum Verkauf. Das sind drei Prozent mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig waren die Inserate für die Häuser weniger lang im Netz. Die Dauer ging im Schnitt um neun Tage auf 95 Tage zurück. Das zeuge von einer steigenden Nachfrage auf dem Schweizer Einfamilienhausmarkt, schreibt Homegate in einer Mitteilung. Zum Vergleich: Eine Eigentumswohnung ist im Schnitt 103 Tage
ausgeschrieben.

Am schnellsten verkauft werden die Häuser in der Region Zürich – und zwar nach 53 Tagen. In der Ostschweiz sind es 64 Tage. Mit 123 Tagen stehen die Inserate für Häuser im Tessin fast doppelt so lange im Netz (siehe Bildstrecke oben). Fast in der ganzen Schweiz waren die Häuser weniger lang ausgeschrieben – ausser in der Innerschweiz. Dort gab es keine Veränderung. Am stärksten verändert hat sich die Lage auf dem Markt in den Regionen Ostschweiz und Genf: Die Dauer der aufgeschalteten Inserate ging um über zehn Tage zurück.

In Genf sind Häuser am teuersten

Deutlich angezogen hat die Nachfrage im Tessin: Die Inserate waren in der Region gegenüber dem Vorjahr weniger lang im Internet, wobei zeitgleich die Zahl der zum Verkauf stehenden Häuser stieg. Auch in der Ostschweiz, in Genf und in der Nordwestschweiz hat die Nachfrage laut Homegate zugenommen. In den Regionen Waadt und Wallis, Espace Mittelland sowie Zürich bleibt sie allerdings gleich. Eine Ausnahme ist die Innerschweiz, wo die Nachfrage leicht abgenommen hat.

Auch bei den Preisen gibt es schweizweit grosse Unterschiede. Mit Abstand am teuersten ist ein Haus in Genf: Käufer müssen in den Vorstädten 10'100 Franken für einen Quadratmeter Wohnfläche auf den Tisch legen. An zweiter Stelle liegt die Innerschweiz mit einem durchschnittlichen Preis pro Quadratmeter von 8700 Franken. Dahinter folgt Zürich mit 8600 Franken. In der Agglomeration des Mittellands ist der Preis mit 5400 Franken am günstigsten.

Warum Schweizer immer mehr fürs Wohnen ausgeben, erklärt Immo-Experte Peter Ilg im Interview.

(dob)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hobbit am 05.04.2018 12:05 Report Diesen Beitrag melden

    Hellhörige Wohnungen

    Ist ja logisch. Die Wohnungen sind teilweise so billig und entsprechend hellhörig gebaut. Wer hat schon Lust dauernd die laute Musik oder Party des Nachbarn zu hören oder wenn ganz schlimm, wie er gerade niest und hustet. Ich behaupte, wenn die Wohnungen besser Schalldicht wären, wären die Menschen auch ausgeglichener, da sie am Abend einen Ort der Ruhe hätten.

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  • Kopfschüttel am 05.04.2018 12:05 Report Diesen Beitrag melden

    Breaking News?

    Muss das jetzt wirklich als Breaking News kommuniziert werden, so dass wieder alle zum Handy greifen müssen? Haben wir keine wichtigeren Probleme!?

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  • Eni am 05.04.2018 12:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Haus oder Wohnung?

    Einmal so, einmal so! Nächste Woche ist alles wieder anders!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • RootyBoy am 06.04.2018 10:33 Report Diesen Beitrag melden

    RE: Elitemensch

    Bei den Gated Communities, die u.a. am Bodensee geplant sind, fehlt dann nur noch das Schild: "Psychiatrie", vorsicht: Geschlossene!

  • Wie 70er Jahre am 06.04.2018 09:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bausünden!!!

    In der ganzen Schweiz sind in den letzten 10 Jahren die selben KALTEN und GRAUEN KLÖTZE aus dem Boden gestampft worden, wie in den 70er Jahren die billigen Flachdach-Bauten! Und jetzt wundert man sich, dass die Käufer KEINE Chüngeli sein wollen und lieber ein Einfamilienhaus wollen! Warum braucht es so viele Architekten in der Schweiz, wenn doch all diese Chüngeliställe gleich aussehen?

  • Gonzo am 06.04.2018 07:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Niemals eine Eigentumswohnung

    Hab beruflich zt. mit denen zu tun. EGTWhng Besitzer spielen sich auf als gehöre ihnen die ganze Welt. Das sind richtige Ekelzwerge. Darum habe ich ein freistehendes Haus.

    • Nationless am 06.04.2018 09:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Gonzo

      Das Bauland soll einiges verknappt ja am Besten ausgezont und so verteuert werden, so dass man gezwungen wird entweder sich mit einem sogenannten Chüngelstall zufrieden zu geben oder auszuwandern. Viel zu viel Bauland wurde seit der Nachkriegszeit verscherbelt.

    • Markus im AG am 06.04.2018 15:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Nationless

      Und Sie sollten mal den zusammenhang zwischen Baulandpreise in der Schweiz und dem Rest der Welt überdenken. Dann werden auch Sie merken die CH in den Grenzen von ca 1730 und das Land wäre nur noch 40% Wert.

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  • Albert am 06.04.2018 04:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Steuer

    Das wird vater staat auf den plan rufen. Erhöhung des eigenmietwertes, energiesparkonzepte etc alles zu lasten der besitzer. Bin sicher sie werden noch mehr nicht steuerrelevante sachen rund ums eh besteuern oder wer nicht mitmacht muss strafsteuern zahlen. Eine neue kuh zum melken ist geboren.

  • Sepp Trub am 05.04.2018 23:01 Report Diesen Beitrag melden

    Ist doch ganz logisch, oder?

    Der Eidgenosse der nur immer Wohnung mietet, ist ja sehr bitter und neidisch. Darum sagt er ja immer er will kein Haus. Der Hausbesitzer ist ja sehr zufrieden, denn heutzutage kommt ja der Milchmann sowieso nicht mehr morgens ins Treppenhaus.