Hohe Verluste

20. Mai 2019 10:10; Akt: 22.05.2019 17:54 Print

Elon Musk verlangt neue Sparmassnahmen

Tesla-CEO Elon Musk warnt seine Mitarbeiter, dass es so nicht weitergehen kann: Die jüngste Finanzspritze könnte grad mal 10 Monate lang reichen.

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Ursprünglich wollte Elon Musk gar kein neues Kapital aufnehmen. Nun hat Tesla 2,7 Milliarden US-Dollar bekommen – doch das könnte nur wenige Monate reichen. Manchmal verspricht Elon Musk Dinge, die er nicht halten kann. Bereits 2017 sollte zum Beispiel ein selbstfahrender Tesla quer durch die USA fahren. Geschehen ist das immer noch nicht. 2018 werde Tesla insgesamt 500'000 Fahrzeuge produzieren, hiess es 2016 in einem Brief von CEO Elon Musk und CFO Jason Wheeler an Investoren. Diese Zahl erreichte Tesla nicht einmal annähernd: Der Autobauer stellte mit rund 250'000 Teslas gerade einmal die Hälfte der prognostizierten Fahrzeuge her. Im Sommer 2018 strich Tesla 9 Prozent der Arbeitsplätze – etwa 4000 Jobs. «Wir treffen diese schwere Entscheidung jetzt, damit wir das nie wieder tun müssen», erklärte der CEO die Massenentlassungen in einem Schreiben an die Angestellten. Bereits ein halbes Jahr später kam die nächste Entlassungswelle. Im Januar 2019 verkündete der Autobauer einen weiteren Abbau von 7 Prozent der Vollzeitstellen – das traf weitere 3000 Mitarbeiter. Als Elon Musk 2016 die Solardach-Ziegel von Tesla vorstellte, beschrieb er das Angebot als «ein Dach, das besser aussieht als ein normales, doppelt so lange hält, weniger kostet und auch noch Elektrizität generiert». Der Haken: Beispielrechnungen zeigen, dass das Tesla-Dach um ein Vielfaches teurer ist als ein herkömmliches. Im August 2018 schrieb Elon Musk auf Twitter, er habe die Finanzierung für Teslas Börsenaustritt gesichert. Wie sich herausstellte, war das aber gar nicht der Fall – die US-Börsenaufsicht warf Musk deswegen Betrug vor.

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Die Aktionäre freuten sich, als Tesla kürzlich eine Kapitalspritze von 2,7 Milliarden Dollar erhielt. Doch der CEO des Autobauers warnt: Tesla droht, diese Mittel gleich wieder zu verlieren. In einer E-Mail an die Belegschaft schreibt Musk, das Unternehmen werde das Geld in 10 Monaten verloren haben, wenn Tesla weiterhin so durch seine Cash-Reserven brenne wie im ersten Quartal 2019. Das E-Mail liegt dem Nachrichtenportal «Reuters» vor.

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Als Konsequenz will Musk die Ausgaben der Firma genauer unter die Lupe nehmen: «Alle Ausgaben, etwa für Bauteile, Löhne, Reisekosten oder Mieten – jede Zahlung aus unserem Bankkonto wird überprüft.» Bereits vor einem Jahr hatte Musk seine Finanzabteilung angehalten, die Ausgaben der Firma nach Sparmöglichkeiten zu durchkämmen.

Tesla meint es ernst mit dem Sparen: Anfang Jahr hatte die Firma 7 Prozent seiner Arbeitsstellen gekürzt. Bereits ein halbes Jahr vorher hatte Tesla bereits 9 Prozent der Jobs gestrichen – das betraf rund 4000 Stellen (siehe Bildstrecke oben).

Das Unternehmen ist optimistisch: Ende April hiess es seitens Tesla, man werde voraussichtlich im dritten Quartal des Jahres in die Gewinnzone zurückkehren.

Korrektur: In einer früheren Version des Artikels hiess es fälschlicherweise, Tesla drohe die Insolvenz nach Aufbrauchen der frischen Gelder. Das Thema Insolvenz sei von Musk überhaupt nicht angeschnitten worden, betont das Unternehmen. Es sei kein Geheimnis, dass Tesla noch über weiteres, grosses Kapital verfüge.

(rkn)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Yusuf am 20.05.2019 10:25 Report Diesen Beitrag melden

    Kranke Ideologie

    und das sieht man wunderbar an Tesla. Man baut superteure Autos ohne einen echten Mehrwert und ist dabei nicht ansatzweise rentabel. Die Elektromobilität ist eine ekelhafte Zwängerei, ein Aufzwingen von oben, ohne Sinn und Vernunft. Es gibt andere Technologien die zukunftsträchtig, ökologisch und ökonomisch sind. Komischerweise sind dort die Lobbies sehr schwach oder nicht vorhanden. Der Lithiumabbau zerstört das Grundwasser und die Natur von ganz grossen Gebieten und NIEMAND berichtet darüber. Pfui!

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  • Mickey House am 20.05.2019 10:17 Report Diesen Beitrag melden

    Schlaumeiertaktik

    Wenn's dann soweit ist, sagt er einfach, er habe ja davor gewarnt. Langsam sollte auch der letzte Musk-Fan aus seinen Täumen aufwachen.

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  • Nick_Name am 20.05.2019 10:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dilettantismus mit System

    Hier ist ein Dilettant am Werk. Ausgaben im Griff zu haben gehört zum Handwerk eines Unternehmers. Und zwar von ersten Tag an. Unglaublich, dass hier einfach so Milliardenbeträge fliessen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Alfred A. am 23.05.2019 06:50 Report Diesen Beitrag melden

    Woher die ganze Aufregung?

    Mir scheint, dass gerade in der Auto Industrie noch zuwenig klar ist, dass lebenslanges Lernen angesagt ist und es nicht mehr reicht nach über 100 Jahren Forschung und Entwicklung noch von einen wundersamen Durchbruch auf der Basis der klassischen Technologie zu träumen.

  • Max am 22.05.2019 07:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fakt

    Mit der Batterie haben wir einen 98% Kreislauf durch Recykling! Das Wasser das verbraucht wird, kommt beim verdampfen wieder runter, dieses Argument ist auch ein Witz! Sorry, aber momentan haben wir keinen Kreislauf der so effizient ist wie mit der Batterie und das ist Fakt!

    • Alfred A. am 23.05.2019 06:08 Report Diesen Beitrag melden

      @ Max

      Und das Beste daran: Nachdem das verdunstete, bzw. verdampfte Wasser wieder abgeregnet ist, ist es auch wieder sauber und geniessbar was es zuvor nicht war.

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  • Timo am 22.05.2019 07:20 Report Diesen Beitrag melden

    musss auch mal gesagt sein

    Jede Technologie fängt mal klein an. Am Anfang waren Autos 100 mal langsamer als Pferde. 100 Jahre später kann niemand mehr reiten. Man kann nicht nur in traditionelle Geschäfte investieren, sonst bleibt die Gesellschaft stehen. Trotz aller berechtigten Kritikpunkte

  • BrumBrum am 22.05.2019 06:45 Report Diesen Beitrag melden

    Nein

    Ich kaufe mir kein Tesla... Ich fahre Jaguar!

    • Alfred A. am 23.05.2019 06:36 Report Diesen Beitrag melden

      @BrumBrum

      Ich habe auch nicht vor einen Tesla zu kaufen und fahre auch einen ausländischen Wagen, aber eben einen Vollelektrischen.

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  • Felixi am 21.05.2019 23:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein Tip

    Ein kleiner Hinweis, auf den Werkhof kann man kostenlos Elektroschrott entsorgen. :-)