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02. Februar 2011 10:42; Akt: 02.02.2011 11:07 Print

Emirates fliegt Swiss & Co. an die Wand

von Robert Erni und Elisabeth Rizzi - Die Swiss wird sich nicht lange über ihren letztjährigen Passagier-Rekord freuen. Emirates droht alle Airlines an die Wand zu fliegen.

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Auch er fliegt Emirates: Der Kronprinz von Dubai, Scheich Mohammed bin Rashid Al Maktoum (rechts unten). (Bild: Keystone)

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Die Swiss verzeichnete kürzlich mit über 14 Millionen beförderten Passagieren 2010 einen Rekord. Die Freude darüber dürfte allerdings nicht lange währen.

Denn aus dem Morgenland erwächst den traditionellen Airlines in Europa und Nordamerika ernsthafte Konkurrenz. Besonders die im Besitz der Dubaier Regierung befindliche Emirates droht alle an die Wand zu fliegen.

Heute machen Europa und Nordamerika zwar noch 60 Prozent des weltweiten Luftverkehrs aus. Schon heute ist Emirates nach geflogenen Kilometern aber Marktführerin (vor Lufthansa).

«Emirates profitiert von neuen Verkehrsströmen»

Laut der «Frankfurter Allgemeinen» ist Dubai heute nach New York die zweitwichtigste Destination der Passagiere, die von London Heathrow abfliegen. Emirates fliegt auch die Schweiz zweimal täglich direkt an.

Ab dem 1. Juni ist eine weitere tägliche Verbindung nach Genf geplant. Bis 2020 will die Airline die gesamte Flotte von aktuell 155 auf 400 Langstreckenjets ausbauen (Swiss-Flotte 2010: 88 Flugzeuge).

«Emirates profitiert wie kaum eine andere Airline von neuen Verkehrsströmen, die im Zug der Globalisierung entstanden sind», so Aviatik-Experte Jens Flottau gegenüber 20 Minuten Online. Diese führten von Afrika nach Asien, von Osteuropa nach Afrika oder Asien sowie von Indien nach Nordamerika: alles mit Umsteigen in Dubai.

Steuerfreiheit, niedrige Gebühren und 24-Stunden-Betrieb

Zwar sei Dubai für viele Strecken wie etwa Europa-Nordasien zu südlich. «Das Wachstum von Emirates auf den profitablen Langstrecken tut trotzdem weh», so Flottau bezogen auf Swiss & Co. Er glaubt nicht, dass die Expansionspläne der Airline Luftschlösser sind.

Auch straft er Kritiker Lügen, die behaupten, Emirates könne nur dank der Quersubventionierung aus dem Ölgeschäft überleben. «Wichtiger sind die Steuerfreiheit, die niedrigen Gebühren für Flugsicherung und ein Flughafen mit 24-Stunden-Betrieb.» Zudem seien die Lohnkosten deutlich tiefer als in Europa.