Angestellte Schweiz

30. März 2011 16:54; Akt: 30.03.2011 18:06 Print

Empörung über «Skandal bei Sonova»

Einmal mehr hätten Manager nach dem Motto «take the money and run» gehandelt. Das eigene Portemonnaie stehe ihnen näher als das Wohl der Beschäftigten, sagt der Personalverband Angestellte Schweiz.

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Die Sonova in Stäfa (ZH) im Kreuzfeuer der Kritik der Gewerkschaft. (Bild: Keystone)

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Der Personalverband Angestellte Schweiz hat am Mittwoch empört auf den «Skandal bei Sonova» reagiert. Unverständlich sei das Geschehen angesichts der Tatsache, das Sonova ein Vorzeigeunternehmen sei, schreibt der Verband in einem Communiqué.

Dass der Schaden für das Unternehmen und die Angestellten sich bei diesem Verhalten vergrössere, müssten die Verantwortlichen wohl gesehen haben. Die Angestellten Schweiz zeigten sich «entsetzt über das Handeln der Manager Valentin Chapero und Oliver Walker».

Aktien für 47 Millionen verkauft

Bevor Sonova am 16. März bekannt gegeben hatte, dass der Umsatz und der Gewinn im Geschäftsjahr 2010/11 wesentlich tiefer als erwartet ausfallen werde, wurden von Mitgliedern der Geschäftsleitung und des Verwaltungsrates Aktien und Optionen im Wert von 47 Millionen Franken verkauft.

Der grösste Teil stammte dabei von Verwaltungsratspräsident Andy Rihs, der 300 000 Aktien für 37,5 Millionen Franken veräusserte. Ob Chapero und Walker ebenfalls Aktien oder Optionen verkauften, ist nicht bekannt.

Vorabklärungen der Staatsanwaltschaft

Der neue Verwaltungsratspräsident Robert Spoerry sagte vor den Medien in Zrüich, Sonova liefere die Daten über Börsentransaktionen des Managements und Verwaltungsrats anonym an die Schweizer Börse. Als Unternehmen müsse Sonova den Daten- und Persönlichkeitsschutz einhalten.

Chapero und Walker seien nicht rausgeworfen worden, einen goldenen Fallschirm gebe es nicht, hiess es weiter. Die Staatsanwaltschaft hat mit Vorabklärungen wegen möglichen Insiderhandels begonnen. Die Schweizer Börse hat eine Voruntersuchung wegen der Gewinnwarnung veröffentlicht.

Die Angestellten Schweiz sind nach eigenen Angaben die stärkste Arbeitnehmerorganisation der Branchen Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (MEM) und Chemie/Pharma. Sie zählen rund 24 000 Mitglieder.

(sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • brunschi am 01.04.2011 13:45 Report Diesen Beitrag melden

    Die "Vaterfigur" ist kaputt!!

    Mir tut's weh!! Aber nicht nur unbedingt das verlorene Geld, sondern das verlorene Vertrauen in die "Vaterfigur Rihs". Ich bin jetzt innert 10 Jahren mit "PhonaK" 2X auf die "Schnauze gefallen". Ein drittes Mal sicher nicht mehr.

  • Olebole am 30.03.2011 10:48 Report Diesen Beitrag melden

    Der liebe Herr Rihs

    Tja,wieder mal das Vertrauen ausgenutzt beim lieben Herr Rihs....es ist ziemlich unwahrscheinlich das er wirklich nichts wusste und wer jetzt noch glaubt Rihs habe von den Dopingstrukturen in seinem Veloteam auch nichts gewusst... da hoffe ich doch für die Young Boys das ihnen nichts Schlechtes passiert.

  • Nico Toller am 30.03.2011 12:47 Report Diesen Beitrag melden

    Richtig gehandelt

    Ich finde Andy Rihs handelt richtig und kann so die Rufschädigung in Grenzen halten, für sich, wie auch für Sonova.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Birstaler am 04.04.2011 18:12 Report Diesen Beitrag melden

    Fragen über Fragen

    Wie funktioniert ein solcher Deal handeltechnisch? Wer durte hier für einen überhöhten Preis seine Aktien andienen? Auch Kritikers Anmerkung betreffend der Sperrfrist scheinen mir sehr interessant. Denke die Revisionsstelle, Finma und Börsenaufsicht sind arg gefordert. Wäre es nicht besser eine bessere Regelung das Management müsste seine Aktienkäufe und -Verkäufe voranmelden?

  • Hummer von Bern am 04.04.2011 13:31 Report Diesen Beitrag melden

    Wie geht es weiter?

    .... und dann erfährt die Öffentlichkeit sicherlich auch, wie es weitergeht in diesem ( möglichen )Insiderhandel. Verfahren, Strafen usw.oder doch nicht!!

  • Peter Meier, Zürich am 04.04.2011 11:40 Report Diesen Beitrag melden

    Einmal mehr

    Der Firma geht es schlechter als erwartet. Die Manager verkaufen Aktien. Leider kennen Sie das Vorgehen bei aktienrelevanten Firmen nicht. Ist das so schwer ? Kann man diese Informationen nicht nachlesen ? Haben die Herren keine Ausbildung genossen ? Sie sehen liebe Leser, wie dumm wir verkauft wurden !

  • brunschi am 01.04.2011 13:45 Report Diesen Beitrag melden

    Die "Vaterfigur" ist kaputt!!

    Mir tut's weh!! Aber nicht nur unbedingt das verlorene Geld, sondern das verlorene Vertrauen in die "Vaterfigur Rihs". Ich bin jetzt innert 10 Jahren mit "PhonaK" 2X auf die "Schnauze gefallen". Ein drittes Mal sicher nicht mehr.

  • Fritz Braun am 31.03.2011 20:36 Report Diesen Beitrag melden

    Ingenieur FH

    Einmal mehr - man darf nie einem Unternehmer glauben, denn alle scheffeln Geld in den eigenen Sack wie Andy Ryh und ruinieren den eigenen Betrieb!