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17. Januar 2019 09:45; Akt: 17.01.2019 12:32 Print

Ende Jahr stehen 80’000 Wohnungen leer

In der Schweiz wird zu viel gebaut. Ende 2019 dürften 80'000 Objekte leer stehen. Vor allem in der Agglomeration sind fallende Mietpreise in Aussicht.

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Auf dem Mietwohnungsmarkt dürfte der Verdrängungskampf weiter zunehmen. Je nach Region hat es ein massives Überangebot an Objekten. Allein im letzten Jahr wurden 50'000 Wohneinheiten gebaut. Die Folge: Ende dieses Jahres dürften 80'000 Objekte leer stehen, wie die UBS in einer neuen Immobilienstudie mit Verweis auf eine Schätzung schreibt. Damit erreiche der Leerstand im Wohnungsmarkt seinen Höhepunkt, so die Experten. Zum Vergleich: Ende 2018 standen in der Schweiz 75'000 Wohneinheiten oder rund 1,7 Prozent des Wohnungsbestands leer.

Die Angebotsmieten (Mieten bei Neu-, Erst-, Wiedervermietung) sanken im Schweizer Durchschnitt im letzten Jahr um rund 2 Prozent und dürften 2019 nochmals gleich stark nachgeben. In der vom Leerstand geplagten Peripherie dürften die Mieten sogar um bis zu 5 Prozent fallen. In den Zentren zeichnen sich laut UBS stabile Mieten ab.

Es wird am falschen Ort gebaut

Grund für die hohen Leerstände sind etwa die rückläufige Zuwanderung sowie mangelnde Vorsicht bei den Projektierung. «Man liess bei den Bauvorhaben trotz leerer Wohnungen keine Vorsicht walten», schreiben die Experten. Bereits bestehender Leerstand sei ein guter Indikator für zusätzlichen Leerstand. Trotzdem werde weiter am «falschen Ort» gebaut.

Nun zeichnet sich aber eine Trendwende ab. Die Zahl der Baugesuche ist jüngst gesunken. Mit 54'000 Gesuchen wurden im letzten Jahr etwa 10 Prozent weniger eingereicht als im Durchschnitt der vorangegangenen fünf Jahre. Bemerkenswert ist: Die Zahl der Baugesuche sank anteilmässig am stärksten in den Zentren und in Agglomerationen, wo der Leerstand bereits tief ist.

Sanierungen lohnen sich kaum

Neu erstellte Objekte erzielen mittlerweile kaum mehr höhere Mieterträge als moderne, aber nicht mehr brandneue Wohnungen der Bauperiode 2000 bis 2010. Letztere stehen besonders hart im Wettbewerb mit Neubauten, da sie ähnliche Zielgruppen haben und daher von Mietpreissenkungen betroffen sind. Das Tiefpreissegment in Wohnblöcken der 1960er-Jahre wird hingegen kaum von der Konkurrenz durch Neubauten tangiert, da es andere Einkommensschichten anspricht.

Der Verdrängungswettbewerb zwingt die Eigentümer moderner Wohnungen zu Mietpreissenkungen, da sich Sanierungen aufgrund des üblicherweise noch guten Zustands der Wohnungen kaum lohnen. Besonders stark dürfte diesbezüglich der Druck in Teilen des Tessins, in den Kantonen Schwyz, Aargau und Solothurn sowie im Gebiet von Murten FR bis La Chaux-de-Fonds
NE sein. Dort kommt auf jede Wohnung aus den 1990er-Jahren mittlerweile eine Neubauwohnung (gebaut in den letzten fünf Jahren).

(sas)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mieter am 17.01.2019 10:57 Report Diesen Beitrag melden

    zu hohe Mieten

    Sinkende Mietpreise? Wohl ein Scherz. Alle Vermieter haben lieber leere Wohnungen über Jahre, anstelle die Miete zu reduzieren. Bei mir im Block sind Wohnungen seit mehr als zwei Jahren leer. Die Miete wird auf keinen Fall reduziert. Meiner Meinung nach geht es den Vermietern in der Schweiz noch viel zu gut!

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  • Rolli1972 am 17.01.2019 10:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wohnung

    Dann hoffe ich bald das ich mit meiner Familie eine 4.5 Zimmer Bezahl bare Wohnung finden

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  • Lucia am 17.01.2019 10:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Wunder

    Bei den Preisen

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Lisa W. am 23.01.2019 09:47 Report Diesen Beitrag melden

    Schweiz wird Monaco

    Hier wird nicht gebaut dass man Wohnen kann sondern dass eine hohe Rendite erwirtschaftet werden kann. Ist schon eigenartig, warum bei den niedrigen Zinsen die Mieten trotzdem immer teurer werden. Wenn nur noch begrenzt gebaut werden darf, wo pendeln sich dann erst die Preise ein? Wird die Schweiz dann Monaco wo nur noch die Superreichen leben können?

  • Klara B am 21.01.2019 06:55 Report Diesen Beitrag melden

    Blödsinn

    Dank einem riesigen Bauboom. Vorausdenken ist wohl ein Fremdwort. Wohnung anstelle BVG Altersrente.das wird die Zukunft sein.

  • Die Infos sind nicht für uns am 20.01.2019 12:14 Report Diesen Beitrag melden

    Betrifft uns doch nicht

    Die ganze Diskussion betrifft normale Bürger nicht, sondern nur die Reichen, die bauen und wollen (eventuell) kaufen oder mieten. Deswegen ist hier zu diskutieren nur eine Zeitverschwendeung. Für normale Bürger gibt ja so oder so auf dem Liegenschaftenmarkt gar keine Auswahl. Alles ist von den Gutbetuchten unter der Kontrolle.

    • Paula am 20.01.2019 12:51 Report Diesen Beitrag melden

      Oh Doch

      Viele der Professionellen Bauherrn in der Schweiz sind heute Pensionskassen. Leere Wohnungen sind für die das geringerer Übel als Geld zu Negativzinsen auf der Bank. Haben Pensionskassen ein Renditeproblem auf das Ihnen anvertraute Vermögen, haben diese früher oder Später auch mit dem auszahlen der Renten Probleme. Betrifft also auch den berufstätigen «Normalbürger».

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  • Tom Roth am 20.01.2019 07:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ende 2019 ist evt der Negativzins bei -1%

    Gebaut wir heute hauptsächlich wegen Kapitalabsicherung und Negativzinsen. Nun sollte doch die Negativverzinzung entlich bei angeblicher Vollbeschäftigung aufgehoben werden oder. Ich habe das Gefühl die Menschen trauen zusehens dem Franken nicht mehr. Auch der Fremdwährungsbestandteil der SNB wirkt hier sicherlich mit.

  • Monika Lehmann am 19.01.2019 16:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    zu teuer

    Die Wohnungen sind immer noch nach wie vor zu teuer.Für Leute mit weniger einkommen.